Vegane Süßungsmittel: Der komplette Kaufguide für Österreich
Du liebst Süßes auf deinem Frühstücksbrot? Die Auswahl an pflanzlichen Süßungsmitteln ist heute größer denn je. Von klassischem Ahornsirup über regionalen Apfeldicksaft bis hin zu innovativen Produkten wie Wonig findest du für jeden Geschmack und Verwendungszweck die passende Option.
Pflanzliche Süßungsmittel verstehen
Pflanzliche Süßungsmittel werden aus verschiedenen Quellen gewonnen - von Ahornbäumen über Agaven bis hin zu Reis und Äpfeln. Jedes hat seinen eigenen Charakter, Geschmack und Verwendungszweck. Laut der Veganen Gesellschaft Österreich gibt es heute über 10 verschiedene pflanzliche Optionen.
Die 6 besten veganen Süßungsmittel im Vergleich
1. Ahornsirup - Der Klassiker
Ahornsirup wird aus dem Saft des kanadischen Zuckerahorns gewonnen und ist wohl das bekannteste pflanzliche Süßungsmittel. Laut Alnatura werden mindestens 32 Liter Baumsaft benötigt, um einen Liter Sirup herzustellen.
Nährwerte pro 100g:
- Kalorien: ca. 260 kcal
- Zucker: 67 g (vorwiegend Saccharose)
- Besonderheit: Reich an Mangan und Zink
Geschmack: Karamellig-würzig, komplex Verwendung: Pancakes, Waffeln, Müsli, Salatdressings, Backen
Tipp: Achte auf die Kennzeichnung "vegan" - manche Marken verwenden tierische Farbstoffe für dunklere Sorten.
2. Agavendicksaft - Der Süße
Agavendicksaft stammt aus Mexiko und punktet mit besonders hoher Süßkraft. Laut Ecodemy reichen etwa 65 Gramm, um 100 Gramm Haushaltszucker zu ersetzen.
Nährwerte pro 100g:
- Kalorien: ca. 310 kcal
- Zucker: 76 g (vorwiegend Fruktose)
- Glykämischer Index: 15 (glycemic-index.net)
Geschmack: Mild, neutral, sehr süß Verwendung: Getränke, Smoothies, kalte Speisen
Hinweis: Wegen des hohen Fruktosegehalts (bis zu 80%) empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW einen sparsamen Verzehr. Bei Fruktoseintoleranz ungeeignet.
3. Reissirup - Der Sanfte
Reissirup ist eines der ältesten Süßungsmittel Asiens. Er entsteht durch Fermentation von Reis, wobei Enzyme die Stärke in Zuckermoleküle aufspalten. Laut SPAR Österreich enthält er keine Fruktose.
Nährwerte pro 100g:
- Kalorien: ca. 315 kcal
- Zucker: 78 g (vorwiegend Glukose und Maltose)
- Besonderheit: Fruktosefrei!
Geschmack: Mild-süß, leicht nussig Verwendung: Brotaufstrich, Müsli, Backen
Ideal bei: Fruktoseintoleranz, da nahezu fruktosefrei
4. Dattelsirup - Der Würzige
Dattelsirup wird aus dem konzentrierten Saft von Datteln gewonnen und bringt eine orientalische Note in deine Küche. Laut Utopia eignet er sich besonders für herzhafte Gerichte.
Nährwerte pro 100g:
- Kalorien: ca. 290 kcal
- Zucker: 70 g
- Besonderheit: Reich an Antioxidantien und Kalium
Geschmack: Karamellig, malzig, würzig Verwendung: Orientalische Gerichte, Marinaden, Salatdressings
5. Apfeldicksaft - Der Regionale
Apfeldicksaft ist ein unterschätztes regionales Süßungsmittel. Laut Biobär Österreich ist es ein reines Naturprodukt aus 100% Äpfeln mit etwa 35% weniger Kalorien als Zucker.
Nährwerte pro 100g:
- Kalorien: ca. 235 kcal
- Zucker: 58 g
- Besonderheit: Regional verfügbar (aus Österreich)
Geschmack: Fruchtig-mild, leicht säuerlich Verwendung: Backen, Müsli, Joghurt
Vorteil: Kurze Transportwege bei heimischer Produktion
6. Wonig und Ohnig - Die Innovationen
Wonig von Vegablum ist ein innovatives veganes Süßungsmittel auf Basis von fairem Rohrohrzucker und Pflanzenextrakten, ausgezeichnet mit dem PETA Food Award als bester veganer Honig. Eine zweite Tapioka-basierte Alternative ist Ohnig von Veganz: Laut Produktdaten bei Supermarktcheck liefert es 39 g Ballaststoffe pro 100g und deutlich weniger Zucker als klassischer Honig.
Besonderheiten (Wonig):
- Bio-zertifiziert
- V-Label Award Gewinner
- Verschiedene Sorten (Lavendel, Löwenzahn, etc.)
Geschmack: Je nach Sorte, dem Original sehr ähnlich Verwendung: Wie echter Honig - aufs Brot, zum Backen, in Tee
Süßungsmittel im Vergleich: Süßkraft, Fruktose und Verwendung
| Süßungsmittel | Süßkraft | Fruktose | Regional | Beste Verwendung |
|---|---|---|---|---|
| Ahornsirup | Mittel | Gering | Nein | Pancakes, Backen |
| Agavendicksaft | Hoch | Sehr hoch | Nein | Getränke, Rohkost |
| Reissirup | Gering | Keine | Teilweise | Bei Fruktoseintoleranz |
| Dattelsirup | Mittel | Mittel | Nein | Herzhafte Gerichte |
| Apfeldicksaft | Gering | Mittel | Ja | Backen, Müsli |
| Wonig/Ohnig | Mittel | Gering | Europa | Brot, Tee, Backen |
Vegane Süßungsmittel in Österreich kaufen
BILLA
Ahornsirup, Agavendicksaft (bei BILLA Bio und BILLA Plus)
SPAR
Laut SPAR Österreich gibt es Reissirup, Ahornsirup und weitere Optionen.
Hofer
Agavendicksaft, Ahornsirup (bei Zurück zum Ursprung Bio-Linie)
dm
Umfangreiches Sortiment unter der Marke dmBio: Agavendicksaft, Ahornsirup Grad A, Reissirup und Bio-Fichtenwipferlsirup
Bioläden und Reformhäuser
Größte Auswahl, auch Spezialprodukte wie Wonig, Apfeldicksaft und Löwenzahnsirup
DIY: Löwenzahnsirup selber machen
Löwenzahnsirup ist das perfekte regionale Süßungsmittel - und du kannst ihn selbst herstellen! Laut Smarticular und PETA brauchst du nur vier Zutaten.
Zutaten:
- 200 g Löwenzahnblüten (nur die gelben Blütenblätter)
- 1 Liter Wasser
- 1 kg Zucker
- 1 Bio-Zitrone (Saft und Schale)
Zubereitung:
- Löwenzahnblüten mit Wasser und Zitronenscheiben aufkochen, 20 Minuten köcheln lassen
- 24 Stunden ziehen lassen
- Abseihen und Zucker hinzufügen
- Bei mittlerer Hitze einkochen, bis ein Tropfen Fäden zieht (ca. 2-3 Stunden)
- Heiß in sterilisierte Gläser füllen
Sammelzeit: April bis Mai (Blütezeit) Haltbarkeit: Bei richtiger Lagerung bis zu einem Jahr
Gesundheit: Was du wissen solltest
Alle Süßungsmittel sollten sparsam verwendet werden. Laut KONSUMENT.AT bestehen pflanzliche Süßungsmittel zu rund 75% aus Zucker.
Wichtige Punkte:
- Agavendicksaft hat einen niedrigen glykämischen Index (15), aber sehr hohen Fruktosegehalt
- Reissirup ist ideal bei Fruktoseintoleranz (nahezu fruktosefrei)
- Ahornsirup liefert Mineralstoffe wie Mangan und Zink
- Apfeldicksaft hat etwa 35% weniger Kalorien als Haushaltszucker
Grundregel: Nicht der Zuckerersatz ist die Lösung, sondern ein bewusster, reduzierter Umgang mit Süßem generell.
Fazit
Die Vielfalt an pflanzlichen Süßungsmitteln ist beeindruckend. Für den täglichen Gebrauch empfehlen wir:
- Fürs Frühstücksbrot: Wonig, Ahornsirup oder selbstgemachter Löwenzahnsirup
- Zum Backen: Ahornsirup oder Reissirup (1:1 ersetzbar)
- Für Getränke: Agavendicksaft (löst sich gut auf)
- Bei Fruktoseintoleranz: Reissirup
- Für die Umwelt: Regionaler Apfeldicksaft oder DIY Löwenzahnsirup
Probier dich durch die verschiedenen Süßungsmittel - jedes hat seinen eigenen Charakter und seine Stärken!
Häufige Fragen
- Welches vegane Süßungsmittel schmeckt Honig am ähnlichsten?
- Wonig von Vegablum und Ohnig von Veganz kommen dem Honiggeschmack am nächsten, da beide gezielt auf Honigimitation entwickelt wurden. Ahornsirup schmeckt dagegen karamelliger und Agavendicksaft neutraler - beide sind aber ebenfalls gute Brotaufstriche.
- Welches vegane Süßungsmittel ist am gesündesten?
- Keines ist im eigentlichen Sinn "gesund" - alle bestehen zu einem Großteil aus Zucker und sollten sparsam verwendet werden. Reissirup ist bei Fruktoseintoleranz die verträglichste Wahl, Apfeldicksaft hat die niedrigste Kalorienzahl der klassischen Sirupe.
- Ist Agavendicksaft wirklich gesünder als Zucker?
- Agavendicksaft hat einen niedrigeren glykämischen Index als Haushaltszucker, enthält aber sehr viel Fruktose (bis zu 80 %). Bei Fruktoseintoleranz oder hohem Konsum ist er daher keine automatisch gesündere Wahl, sondern einfach eine andere Art von Zucker.
- Wo bekomme ich vegane Süßungsmittel in Österreich am günstigsten?
- Ahornsirup und Agavendicksaft gehören mittlerweile zum Standardsortiment bei BILLA, SPAR, Hofer und dm und sind dort meist am günstigsten. Spezialprodukte wie Wonig, Ohnig oder Löwenzahnsirup findest du eher in Bio-Läden, Reformhäusern oder online.
- Kann ich Honig im Rezept 1:1 durch ein veganes Süßungsmittel ersetzen?
- Bei den meisten Rezepten funktioniert ein 1:1-Austausch mit Ahornsirup, Reissirup oder Wonig/Ohnig problemlos. Bei sehr flüssigen Sirupen wie Agavendicksaft lohnt es sich, die Menge an anderen Flüssigkeiten im Rezept leicht zu reduzieren, da diese Süßungsmittel dünnflüssiger sind als Honig.
- Wie lange ist selbstgemachter Löwenzahnsirup haltbar?
- Kühl und dunkel gelagert in sterilisierten Gläsern hält sich selbstgemachter Löwenzahnsirup bis zu einem Jahr. Nach dem Öffnen solltest du ihn im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb weniger Wochen aufbrauchen.