Vegane Mode Marken: Der komplette Guide für 2026
Vegane Mode ist längst keine Nische mehr. Der globale Markt für vegane Kleidung soll laut Future Market Insights von 883 Millionen USD (2025) auf 2,76 Milliarden USD bis 2035 wachsen – ein jährliches Wachstum von über 12%. Und das aus gutem Grund: Tierleidfreie Fashion schont nicht nur Tiere, sondern oft auch die Umwelt.
Warum vegane Mode?
Die Modeindustrie trägt zu 10% der globalen CO2-Emissionen bei – mehr als internationale Flüge und Schifffahrt zusammen. Tierische Materialien wie Leder verschärfen das Problem: Für eine einzige Ledertasche werden rund 17.000 Liter Wasser verbraucht. Dazu kommen giftige Chemikalien wie Chrom und Formaldehyd bei der Gerbung.
Vegane Mode bietet eine Alternative – und dank innovativer Materialien wie Pilzleder (Mylo), Ananasfaser (Pinatex) oder Apfelleder muss niemand auf Qualität verzichten. Eine Studie im ShodhKosh Journal (2024) bestätigt: Umweltbewusstsein und ethischer Konsum sind die Haupttreiber für den Umstieg auf vegane Materialien.
Vegane Mode Marken aus Österreich und Deutschland
Armed Angels
Das Kölner Label zählt zu den Vorreitern nachhaltiger Mode im deutschsprachigen Raum. Armed Angels setzt auf Bio-Baumwolle, recycelte Materialien und GOTS-Zertifizierung. Die Lieferkette ist komplett transparent – du kannst nachverfolgen, wo jedes Kleidungsstück gefertigt wurde.
Sortiment: Basics, Jeans, Jacken für Damen und Herren
Preislage: Mittel (T-Shirts ab ca. 30 Euro)
SALZWASSER
Was als T-Shirt für eine Surfclique auf Norderney begann, ist heute eines der beliebtesten nachhaltigen Labels Deutschlands. SALZWASSER ist GOTS-zertifiziert und PETA-Approved Vegan. Die Kleidung inspiriert dazu, Zeit im Freien zu verbringen – nachhaltig und tierleidfrei.
Sortiment: Outdoor- und Freizeitkleidung
Preislage: Mittel bis gehoben
MELAWEAR
MELAWEAR produziert aus 100% indischer Bio-Baumwolle und ist dreifach zertifiziert (Fairtrade, GOTS, PETA-Approved Vegan). Das Label beweist: Faire Löhne und faire Preise schließen sich nicht aus.
Sortiment: Basics, Rucksäcke, Accessoires
Preislage: Erschwinglich bis mittel
NEW WORLD GUARDIANS (Österreich)
Neu auf dem Markt: Der österreichische Multi-Vendor-Marktplatz NEW WORLD GUARDIANS bietet ausschließlich vegane, tierleidfreie und ethisch produzierte Kleidung – kuratiert für die DACH-Region.
Sortiment: Verschiedene vegane Brands
Plattform: Online-Marktplatz
Internationale vegane Luxusmarken
Stella McCartney
Die Pionierin der veganen Luxusmode verzichtet seit der Gründung ihres Labels auf Leder und Pelz. Stella McCartney setzt auf innovative Materialien wie Pilzleder (Mylo) und zeigt, dass High Fashion tierleidfrei sein kann.
Giulia & Romeo
Die vegane Luxusmarke Giulia & Romeo setzt unter der kreativen Leitung von Gründerin Daniela Brunner mit ihrer Frühjahr/Sommer-Kollektion 2025 erneut ein starkes Zeichen für stilvolle, ethische Mode.
Pangaia
Pangaia bietet minimalistische, vegane Kleidung aus biobasierten und recycelten Materialien. Das Label ist bekannt für seine innovativen Stoffe und den Fokus auf Nachhaltigkeit.
Vegane Schuhe und Accessoires
Will's Vegan Store
Will's Vegan Store aus Großbritannien ist klimaneutral und spezialisiert auf vegane Schuhe und Accessoires. Das Label nutzt innovative Materialien und achtet auf kurze Lieferwege.
NAE (No Animal Exploitation)
Das portugiesische Label NAE verwendet Pinatex (Ananasfaser), recyceltes PET aus Flaschen, Kork und OEKO-TEX-zertifizierte Mikrofasern. Perfekt für alle, die stilvolle vegane Schuhe suchen.
Beyond Skin
Beyond Skin aus Großbritannien kreiert vegane Schuhe – von eleganten Pumps bis zu bequemen Sneakern – ohne Kompromisse bei Stil oder Komfort.
Boatman
Schuhe aus Kaktus-Leder? Boatman macht's möglich. Das atmungsaktive Nopal-Kaktusleder ist flexibel und schmutzabweisend, die Sohlen bestehen aus nachhaltigem Kautschuk.
Innovative vegane Materialien
Die vegane Modeindustrie treibt Materialinnovationen voran. Hier die wichtigsten Alternativen zu tierischem Leder:
| Material | Herkunft | Vorteile |
|---|---|---|
| Pinatex | Ananasfasern | Robust, atmungsaktiv, Abfallprodukt |
| Mylo | Pilzmyzel | Weich wie Leder, biologisch abbaubar |
| Apfelleder | Apfelreste | CO2-neutral, kreislaufwirtschaftlich |
| Kaktusleder | Nopal-Kaktus | Wasserarm, langlebig |
| Weinleder | Traubentrester | Nachhaltige Abfallverwertung |
| Korkleder | Korkeiche | Natürlich, wasserfest, nachhaltig |
Laut dem Vegan Fashion Repository wächst das Interesse an wirklich nachhaltigen Materialien – weg von herkömmlichem PU hin zu biobasierten Innovationen.
Zertifizierungen: Darauf solltest du achten
Nicht jedes "vegane" Produkt ist automatisch nachhaltig. Diese Siegel helfen bei der Orientierung:
- PETA-Approved Vegan: Garantiert tierleidfreie Produktion
- GOTS (Global Organic Textile Standard): Bio-Textilien, faire Arbeitsbedingungen
- Fairtrade: Faire Löhne und Arbeitsbedingungen
- OEKO-TEX: Schadstoffgeprüfte Textilien
- Bluesign: Ressourcenschonende Produktion
Good On You bewertet Modemarken nach Umwelt, Tierwohl und Arbeitsbedingungen – eine hilfreiche Ressource beim nachhaltigen Einkaufen.
Wo vegane Mode kaufen?
Online-Shops
- Avocadostore: Der größte deutschsprachige Marktplatz für nachhaltige Mode mit Filter für vegane Produkte
- Greenality: Vegane Kleidung ohne Mikroplastik
- Shop Like You Give a Damn: Marktplatz für nachhaltige und vegane Mode
In Wien und Österreich
Für alle, die lieber vor Ort einkaufen: In Wien findest du vegane Mode bei ausgewählten Boutiquen und in Bioläden wie Denn's, die auch Textilien führen. Auch der Avocadostore liefert nach Österreich.
Vegane Mode selbst erkennen
Auch ohne Zertifikat kannst du vegane Kleidung identifizieren. Meide diese tierischen Materialien:
- Leder und Wildleder: Aus Tierhäuten
- Wolle, Kaschmir, Angora: Aus Tierfell
- Seide: Aus Seidenraupen
- Daunen und Federn: Von Enten und Gänsen
- Pelz: Offensichtlich nicht vegan
- Perlmutt und Horn: Tierische Knöpfe und Verzierungen
Achte beim Kauf auf das Pflegeetikett – dort sind alle Materialien aufgelistet.
Fazit: Vegane Mode ist die Zukunft
Mit wachsendem Umweltbewusstsein und ethischem Konsum wird vegane Mode immer beliebter. Die gute Nachricht: Du musst weder auf Stil noch auf Qualität verzichten. Von österreichischen Fair-Fashion-Pionieren bis zu internationalen Luxusmarken – die Auswahl an tierleidfreier Kleidung war noch nie so groß.
Starte mit einem veganen Lieblingsstück und baue deinen Kleiderschrank Schritt für Schritt um. Dein Stil, die Tiere und der Planet werden es dir danken.