Vegane Ernährung und Haut: Was die Wissenschaft sagt

2.2.2026

Du hast es vielleicht selbst erlebt: Nach einigen Wochen veganer Ernährung wirkt die Haut plötzlich strahlender. Kein Zufall - aktuelle wissenschaftliche Studien aus 2024 bestätigen den Zusammenhang zwischen pflanzlicher Ernährung und Hautgesundheit.

Was die Forschung zeigt

Eine umfassende Übersichtsstudie von November 2024 im Fachjournal Life fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen: Eine ausgewogene pflanzliche Ernährung hat entzündungshemmende, probiotische und antioxidative Eigenschaften. Dazu kommt ein niedriger glykämischer Index, der den Stoffwechsel positiv beeinflusst.

Die positiven Effekte betreffen laut Forschung im Journal of Cosmetic Dermatology:

Der Darm-Haut-Zusammenhang

Wissenschaftler sprechen von der "Darm-Haut-Achse": Was wir essen, beeinflusst unsere Darmgesundheit und damit das Immunsystem - was sich direkt auf der Haut zeigt.

Eine Studie aus 2023 in Nutrients fand heraus, dass pflanzliche Ernährung durch ihren positiven Einfluss auf das Darmmikrobiom die Symptome und Risiken entzündlicher Hauterkrankungen reduzieren kann.

So wirkt es

  1. Mehr Ballaststoffe nähren die guten Darmbakterien
  2. Weniger gesättigte Fette senken systemische Entzündungen
  3. Reichlich Polyphenole aus Obst und Gemüse wirken antioxidativ
  4. Niedriger glykämischer Index hält den Blutzucker stabil

Milchprodukte und Akne

Ein Hauptgrund, warum viele nach dem Umstieg auf vegane Ernährung eine Verbesserung bei Akne bemerken: der Wegfall von Milchprodukten.

Forschung in Clinics in Dermatology zeigt: Milchkonsum kann Akne verschlimmern. Besonders Magermilch ist problematisch, da sie mehr hormonelle Komponenten und Wachstumsfaktoren wie IGF-1 enthält.

Eine Studie fand: Frauen, die täglich zwei oder mehr Gläser Magermilch tranken, hatten ein 44% höheres Akne-Risiko.

Der Verzicht auf Milchprodukte in Kombination mit einer Ernährung mit niedrigem glykämischen Index - typisch für eine ausgewogene vegane Kost - kann laut der dermatologischen Übersichtsarbeit Akne-Symptome lindern.

Bei welchen Hautproblemen pflanzliche Ernährung helfen kann

Die Forschung zeigt positive Effekte bei mehreren Hauterkrankungen:

Hauterkrankung Mechanismus
Akne Weniger IGF-1 durch Milchverzicht, niedriger GI
Psoriasis Weniger systemische Entzündungen
Neurodermitis Verbesserte Darmbarriere
Hautalterung Mehr Antioxidantien, weniger AGEs

Laut einer Umfrage unter Psoriasis-Patienten:

Kollagenproduktion pflanzlich unterstützen

Kollagen ist das wichtigste Strukturprotein der Haut - sie besteht zu 75% daraus. Obwohl Kollagen selbst nicht pflanzlich ist, kannst du die körpereigene Produktion optimal unterstützen.

Was der Körper braucht

Beste pflanzliche Kollagen-Booster

Eine klinische Studie 2024 mit 63 Teilnehmern über 60 Tage zeigte, dass vegane Kollagen-Booster Falten, feine Linien und Hautelastizität verbessern konnten.

Anti-Aging durch pflanzliche Ernährung

Eine Übersichtsarbeit im Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology kommt zu dem Schluss: Eine vollwertige pflanzliche Ernährung maximiert die Aufnahme von Antioxidantien und reduziert entzündungsfördernde Stoffe - ideal gegen Hautalterung.

Warum Pflanzenkost Anti-Aging fördert

Mehr Antioxidantien: Obst und Gemüse stecken voller schützender Substanzen wie Vitamin C, E, Beta-Carotin und Polyphenole. Sie neutralisieren freie Radikale, die Zellen schädigen.

Weniger AGEs: Sogenannte "Advanced Glycation End Products" entstehen beim Braten, Grillen und stark Erhitzen von Fleisch. Sie tragen zur Hautalterung bei und verringern die Elastizität. Pflanzliche Ernährung enthält von Natur aus weniger davon.

Entzündungshemmend: Chronische niedriggradige Entzündungen beschleunigen die Hautalterung. Pflanzliche Ernährung wirkt nachweislich entzündungshemmend.

Praktische Tipps für strahlende Haut

Tägliche Basics

  1. Viel trinken - mindestens 2 Liter täglich für gut hydrierte Haut
  2. Bunt essen - verschiedenfarbiges Obst und Gemüse liefert unterschiedliche Antioxidantien
  3. Nüsse und Samen - täglich eine Handvoll für Omega-3-Fettsäuren und Zink
  4. Vollkornprodukte - für stabilen Blutzucker und B-Vitamine
  5. Fermentierte Lebensmittel - Sauerkraut, Kimchi oder veganer Joghurt für die Darmgesundheit

Was du meiden solltest

Wichtiger Hinweis zu B12

Ein oft übersehener Faktor: Die Supplementierung von Vitamin B12, die bei veganer Ernährung empfohlen wird, scheint eine schützende Wirkung auf die Haut zu haben.

B12-Mangel kann zu Hautproblemen wie Hyperpigmentierung führen. Achte also auf eine zuverlässige B12-Versorgung - mehr dazu in unserem Nahrungsergänzungsmittel-Guide.

Fazit: Geduld zahlt sich aus

Die Wissenschaft bestätigt: Eine ausgewogene pflanzliche Ernährung kann das Hautbild verbessern - durch:

Allerdings braucht die Haut Zeit. Hautzellen erneuern sich etwa alle 28 Tage, tiefere Veränderungen dauern 2-3 Monate. Gib deinem Körper diese Zeit - und unterstütze ihn mit nährstoffreicher, bunter Pflanzenkost.

Wichtig: Bei anhaltenden Hautproblemen solltest du ärztlichen Rat suchen. Ernährung ist ein wichtiger Baustein, aber nicht der einzige Faktor für Hautgesundheit.


Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Hauterkrankungen wende dich an einen Dermatologen.