Vegane Blumenerde und Dünger: Der Guide für den tierfreien Garten

12.3.2026

Du liebst deinen Garten oder Balkon, möchtest aber sichergehen, dass auch deine Erde und dein Dünger vegan sind? Die überraschende Wahrheit: Fast alle handelsüblichen Pflanzerden enthalten tierische Zusatzstoffe wie Horn-, Blut- oder Knochenmehl. Diese Schlachtabfälle werden als günstige Stickstoff- und Phosphorquellen eingearbeitet. Die gute Nachricht: Es gibt mittlerweile viele vegane Alternativen – und die Auswahl wächst ständig.

Warum ist Blumenerde oft nicht vegan?

Die meisten Garten- und Blumenerden werden mit tierischen Produkten angereichert, um das Pflanzenwachstum zu fördern. Laut Vegpool findest du häufig:

Das Problem: Die Lieferanten – in diesem Fall Schlachtbetriebe – bekommen für diese Abfälle noch Geld, und die Erdenproduzenten können günstig produzieren. Eine Win-Win-Situation für die Industrie, aber nicht für Tiere.

Achtung bei der Deklaration: Auf Verpackungen steht oft "Rein pflanzlicher Herkunft" – das gilt aber laut Gartenpraxis nur für die Basis-Stoffe wie Torf oder Kompost. Die Nährstoffmixe (NPK-Dünger) können trotzdem tierischen Ursprungs sein, ohne dass dies angegeben werden muss.

Vegane Blumenerde: Diese Produkte sind garantiert tierfrei

VERMIGRAND Vegane Bio-Erde (Österreich)

VERMIGRAND aus Niederösterreich bietet eine vegane und torffreie Bio-Erde, die mit dem V-Label zertifiziert ist. Die Inhaltsstoffe:

Die Erde eignet sich für nahezu alle Balkon-, Zimmer- und Gartenpflanzen. Laut der Veganen Gesellschaft Österreich ist sie in Wien bei Pflanzilla (Mariahilfer Str. 38-48, 1070 Wien) und im BILLA Online-Shop erhältlich.

Floragard Bio-Erden (Deutschland/Österreich)

Floragard hat sein gesamtes Bio-Sortiment auf vegane Düngung umgestellt. Die Bio-Erden sind:

Die Bio-Erde Vielseitig eignet sich für drinnen und draußen, die Bio-Erde Aromatisch speziell für Kräuter und Anzucht.

Weitere vegane Erden

Bei Florado.de findest du eine Auswahl an veganen Pflanzerden verschiedener Hersteller. Achte generell auf Erden mit explizitem "vegan"-Hinweis – bei unklarer Deklaration solltest du den Hersteller kontaktieren.

Vegane Dünger: Die besten Produkte

KleePura – Der Naturland-zertifizierte Bio-Dünger

KleePura aus Sachsen ist der einzige Naturland-zertifizierte Bio-Dünger in Deutschland. Er besteht zu 100% aus Bio-Klee und Bio-Luzerne – ohne tierische Bestandteile, ohne Reststoffe aus der konventionellen Lebensmittelindustrie.

Das Dresdner Start-up wurde 2017 mit dem Sächsischen Umweltpreis ausgezeichnet.

Neudorff Azet Veggie Dünger

Laut PETA ist der Azet Veggie Dünger besonders für Kräuter, Obst und Gemüse geeignet. Er enthält pflanzliche Stoffe aus der Lebensmittelherstellung sowie Mykorrhiza-Pilze für bessere Nährstoffaufnahme.

WOLF-Garten Natura Bio-Rasendünger

Der WOLF-Garten Natura Bio-Rasendünger besteht aus rein pflanzlichen, nachwachsenden Rohstoffen – ohne chemische oder tierische Bestandteile. Er ist für den ökologischen Landbau zugelassen. Für Rasenflächen gibt es auch den Lupigreen auf Basis von Lupinenschrot.

Gartenkorn Bio-Volldünger

Gartenkorn ist ein 100% organischer und veganer Volldünger auf rein pflanzlicher Basis. Er ist für Bio-Betriebe und Privatgärten geeignet.

Veganen Dünger selber machen

Laut dem Ethik.Guide kannst du mit wenig Aufwand deinen eigenen Dünger herstellen:

Kaffeesatz

Egal ob Filterkaffee, French Press oder Espresso – der Kaffeesatz ist viel zu wertvoll für den Müll. Er enthält Stickstoff, Kalium und Phosphor. Trocknen lassen und unter die Erde mischen.

Bananenschalen

Bananenschalen bestehen zu mehr als zehn Prozent aus Kalium, Magnesium und Calcium. In kleine Stücke schneiden, in der Sonne trocknen oder gleich unter die Erde mischen.

Brennnesseljauche

Setze 1 kg Brennnesseln mit 10 Litern Wasser in einem Behälter an und decke ihn luftdicht ab. Nach 10-20 Tagen (je nach Temperatur) ist die dunkelbraune Brühe fertig. Im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt als Dünger verwenden.

Holzasche

Reine Holzasche aus dem Ofen enthält Kalium und Kalk. Nicht mehr als 30 g pro Quadratmeter direkt ins Beet geben, dem Gießwasser beimischen oder als dünne Schicht im Kompost verteilen.

Warum auch torffrei kaufen?

Neben dem veganen Aspekt solltest du auch auf torffreie Erde achten. Laut der Veganen Gesellschaft Österreich werden für die Produktion torfhaltiger Erde wertvolle Moore zerstört. Diese Ökosysteme sind wichtige Kohlenstoffspeicher und spielen eine Schlüsselrolle im Klimaschutz.

Die gute Nachricht: Die meisten veganen Erden sind gleichzeitig torffrei – wie VERMIGRAND und Floragard.

Vegane Erde in Österreich kaufen

Supermärkte und Drogerien

Baumärkte

Bei HORNBACH und OBI findest du torffreie Bio-Erden. Achte auf die Zutatenliste – nicht alle sind vegan. Die Floragard Bio-Erden sind eine sichere Wahl.

Spezialisierte Händler

Schnell-Check: Ist meine Erde vegan?

Zutat auf der Packung Vegan?
Hornspäne, Hornmehl Nein
Blutmehl Nein
Knochenmehl Nein
Tierhaarmehl Nein
Guano Nein
Kompost Ja
Holzfaser Ja
Rindenhumus Ja
Pflanzlicher Dünger Ja
Torf Vegan, aber nicht nachhaltig

Tipp: Wenn "organischer Dünger" oder "NPK" ohne weitere Angaben steht, frag beim Hersteller nach – oft verstecken sich hier tierische Bestandteile.

Fazit: Vegan gärtnern ist einfach

Mit veganer Blumenerde und Dünger tust du nicht nur Tieren etwas Gutes, sondern oft auch dem Klima – da viele vegane Produkte gleichzeitig torffrei sind. Die Auswahl wächst ständig, und Marken wie VERMIGRAND, Floragard und KleePura machen es dir leicht, deinen Garten oder Balkon komplett tierfrei zu gestalten.

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