Starte Deinen eigenen Kompost!

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Kompostieren ist eine der nachhaltigsten Methoden, organische Abfälle zu verwerten und gleichzeitig wertvollen Dünger für Deinen Garten zu gewinnen. Mit eigenem Kompost schließt Du den natürlichen Kreislauf und hältst Küchen- und Gartenabfälle aus dem Restmüll.

Warum Kompostieren sinnvoll ist

Kompost dient nicht nur dazu, ausgelaugten Böden wieder Nährstoffe zuzuführen, sondern er verbessert auch die Bodenbeschaffenheit nachhaltig. Er lockert schwere Böden auf, erhöht die Wasserspeicherfähigkeit und fördert das Bodenleben. Aufgebracht wird der reife Kompost idealerweise im Frühjahr oder Herbst.

Kompostieren lohnt sich auch im großen Maßstab: Laut VOEB (2025) trennen zwar 74 Prozent der Österreicher:innen ihren Bioabfall, in Wien sind es aber nur 40 Prozent. Die Folge: Laut einer Auswertung des VOEB (2023) landen österreichweit jährlich 700.000 Tonnen Bioabfall irrtümlich im Restmüll, statt zu Dünger zu werden. Mit einem eigenen Komposthaufen sparst Du Dir diesen Umweg.

Der perfekte Standort und die Ausstattung

Der beste Ort für Deinen Kompost sollte windgeschützt an einem schattigen oder halbschattigen Platz gelegen sein. Direkte Sonneneinstrahlung würde den Kompost austrocknen, zu viel Schatten verlangsamt die Verrottung. Ein Platz unter einem Laubbaum ist ideal.

Kompostbehälter gibt es entweder im Baumarkt zu kaufen oder Du baust Dir selbst eine einfache Einfassung aus naturbelassenen Holzlatten. Für kleine Gärten eignen sich geschlossene Thermokomposter besonders gut, da sie schneller arbeiten. Auf Balkon oder Terrasse funktioniert eine Wurmkiste besonders gut - die Anleitung der Wiener Abfallberatung zeigt, wie Du eine Wurmkompostierung startest.

Das Zwei-Haufen-System

Du brauchst idealerweise immer 2 Komposthaufen: während der eine ruht und verrottet, befüllst Du den zweiten. Nach etwa 6 bis 12 Monaten ist der erste Kompost reif und kann verwendet werden. Halte den Kompost immer feucht, aber nicht nass - die Konsistenz eines ausgedrückten Schwammes ist optimal.

Praktische Tipps für die Küche und den Garten

Auf dem Kompost sollte wirklich nur das landen, was sich nicht anders verwerten lässt. Weitere Tipps zur Lebensmittelverwertung findest Du in unserem Artikel über Lebensmittelverschwendung vermeiden. Um zu vermeiden, dass Deine Abfälle für den Kompost zu stinken anfangen, kannst Du sie in einem dichten Behälter im Kühlschrank aufbewahren oder täglich zum Kompost bringen.

Trage beim Kompostieren am besten Gartenhandschuhe, damit die Hände und vor allem die Nägel sauber bleiben.

Richtig kompostieren!

Es ist sehr wichtig, was alles am Kompost landet, denn nicht alles ist geeignet. Dafür gibt es wiederum Dinge, wo Du vielleicht nicht auf die Idee gekommen wärest, sie zum Kompost zu geben.

Das darf auf Deinen Kompost:

Das gehört NICHT auf den Kompost:

Weitere Tipps für erfolgreiches Kompostieren

Schichtung ist wichtig: Wechsle zwischen feuchten (Küchenabfälle) und trockenen Materialien (Laub, Äste) ab. Das sorgt für optimale Belüftung und verhindert Fäulnis.

Die richtige Größe: Zerkleinere große Stücke - je kleiner das Material, desto schneller die Verrottung.

Umsetzen beschleunigt: Setze den Kompost alle paar Monate um, damit er gut durchlüftet wird und gleichmäßig verrottet.

Kompostreife erkennen: Reifer Kompost ist dunkelbraun, krümelig und riecht nach Waldboden. Er sollte keine erkennbaren Ausgangsmaterialien mehr enthalten.

Noch mehr detaillierte Tipps zum Kompostieren findest Du bei der Umweltberatung.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis Kompost reif ist?
Je nach Material, Feuchtigkeit und Umsetzhäufigkeit ist Kompost nach etwa 6 bis 12 Monaten reif. Reifer Kompost ist dunkelbraun, krümelig, riecht nach Waldboden und enthält keine erkennbaren Ausgangsmaterialien mehr. Wer regelmäßig umsetzt und für gute Durchlüftung sorgt, kann die Reifezeit spürbar verkürzen.
Was darf nicht auf den Kompost?
Katzenstreu, Papier, kranke Pflanzen, Blumendünger, Pflanzenunkräuter, Zigaretten, Tabak und Baumwollschnüre gehören nicht auf den Kompost. Sie verrotten schlecht, können Schadstoffe oder Krankheitserreger einbringen oder stören den natürlichen Verrottungsprozess.
Kann ich auch am Balkon kompostieren?
Ja, für Balkon oder Terrasse eignet sich eine Wurmkiste besonders gut. Sie ist geruchsarm, kompakt und verarbeitet Küchenabfälle über Kompostwürmer sehr effizient. Die Stadt Wien bietet dazu eine ausführliche Anleitung zur Wurmkompostierung an.
Warum stinkt mein Kompost?
Unangenehmer Geruch entsteht meist durch zu viel Feuchtigkeit oder zu wenig trockenes Material wie Laub oder Äste. Mische feuchte Küchenabfälle immer mit trockenem Material und setze den Kompost regelmäßig um, damit genügend Sauerstoff hinzukommt und keine Fäulnis entsteht.
Brauche ich zwei Komposthaufen?
Ideal sind zwei Behälter: Während einer ruht und reift, füllst Du den zweiten laufend mit frischen Abfällen. So hast Du immer fertigen Kompost zur Hand, ohne den Reifeprozess durch neue Zugaben zu unterbrechen. Bei wenig Platz reicht notfalls auch ein einzelner Thermokomposter.
Wie viel Bioabfall landet in Österreich im Restmüll?
Laut VOEB landen in Österreich jährlich rund 700.000 Tonnen Bioabfall irrtümlich im Restmüll und können nur mehr thermisch verwertet werden. Eigenes Kompostieren hält genau diese Küchen- und Gartenabfälle aus der Restmülltonne und macht daraus wertvollen Dünger.
Welche Küchenabfälle eignen sich besonders gut für den Kompost?
Obst- und Gemüsereste, Kaffee- und Teesatz, Eierschalen, Nussschalen sowie Papier-Kaffeefilter verrotten schnell und liefern wertvolle Nährstoffe. Größere Mengen an Zitrusschalen, Sägespänen oder Holzasche solltest Du nur sparsam beimischen, damit die Balance im Kompost erhalten bleibt.