Diese Lebensmittel belasten das Klima am meisten
Rindfleisch aus klassischen Rinderherden verursacht im weltweiten Durchschnitt rund 99 Kilogramm CO2-Äquivalent pro Kilogramm Fleisch - mehr als jedes andere Lebensmittel. Das zeigt die bislang umfassendste globale Analyse zu Umweltwirkungen von Lebensmitteln von Poore und Nemecek (2018), die Daten von fast 40.000 Höfen in 119 Ländern auswertete. Die Studie ersetzt ältere, kleinere Erhebungen wie den früher zitierten EWG-Report von 2011 als aktuelle Referenz.
Rindfleisch und Lamm liegen weit vorn
Rinder und Schafe sind Wiederkäuer: Bei der Verdauung entsteht Methan, ein Treibhausgas mit starker kurzfristiger Klimawirkung. Dazu kommen große Weideflächen und ein hoher Wasserbedarf für den Futteranbau. Rindfleisch aus reinen Rinderherden kommt laut Our World in Data auf rund 99 kg CO2-Äquivalent pro Kilogramm, Rindfleisch aus Milchherden (ein Nebenprodukt der Milchproduktion) auf rund 33 kg. Lammfleisch folgt mit rund 40 kg CO2-Äquivalent pro Kilogramm.
Käse, Garnelen und Zuchtfisch im Mittelfeld
Käse verursacht rund 24 kg CO2-Äquivalent pro Kilogramm - mehr, als viele erwarten, weil für ein Kilogramm Käse mehrere Liter Milch nötig sind. Gezüchtete Garnelen liegen mit rund 27 kg überraschend hoch, was vor allem an der energieintensiven Futterproduktion liegt. Fisch aus Aquakultur kommt im Schnitt auf rund 14 kg.
Schweinefleisch, Geflügel und Eier fallen deutlich geringer aus
Schweinefleisch liegt bei rund 12 kg CO2-Äquivalent pro Kilogramm, Geflügel (Huhn und Pute) bei rund 10 kg. Eier verursachen mit rund 4,7 kg pro Kilogramm deutlich weniger als Fleisch, weil Hühner ihr Futter effizienter in essbares Produkt umwandeln als Rinder oder Schafe.
Pflanzliche Lebensmittel mit dem kleinsten Fußabdruck
Am anderen Ende der Skala liegen pflanzliche Lebensmittel: Tofu verursacht rund 3,2 kg CO2-Äquivalent pro Kilogramm, Erbsen und Sojamilch nur rund 1 kg, Kartoffeln sogar nur rund 0,5 kg. Selbst das klimafreundlichste tierische Produkt aus der Studie liegt damit noch über den meisten pflanzlichen Alternativen. Mehr zu den Hintergründen zeigt unser Beitrag zu veganer Ernährung und Umwelt.
| Lebensmittel | kg CO2-Äquivalent pro kg |
|---|---|
| Rindfleisch (Rinderherde) | ~99 |
| Lammfleisch | ~40 |
| Rindfleisch (Milchherde) | ~33 |
| Garnelen (Zucht) | ~27 |
| Käse | ~24 |
| Fisch (Zucht) | ~14 |
| Schweinefleisch | ~12 |
| Geflügel | ~10 |
| Eier | ~4,7 |
| Tofu | ~3,2 |
| Erbsen / Sojamilch | ~1 |
| Kartoffeln | ~0,5 |
Quelle: Our World in Data, basierend auf Poore & Nemecek (2018)
So senkst Du Deinen CO2-Fußabdruck beim Essen
- Rind-, Lamm- und Käsekonsum reduzieren bringt den größten Effekt, weil die Unterschiede zu anderen Lebensmitteln hier am größten sind.
- Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Erbsen sowie Tofu liefern Protein bei einem Bruchteil der Emissionen - unser Guide zu veganen Proteinquellen zeigt weitere Optionen.
- Saisonales und wenig verarbeitetes Gemüse schneidet meist besser ab als importierte oder stark verarbeitete Produkte.
- Transportwege spielen laut Poore und Nemecek (2018) eine kleinere Rolle als oft angenommen - die Wahl des Lebensmittels selbst wiegt deutlich schwerer als die zurückgelegte Strecke.
Häufige Fragen
- Welches Lebensmittel hat den größten CO2-Fußabdruck?
- Rindfleisch aus klassischen Rinderherden liegt mit rund 99 kg CO2-Äquivalent pro Kilogramm weltweit an der Spitze, gefolgt von Lammfleisch mit rund 40 kg. Das zeigt die bislang größte globale Lebensmittel-Umweltanalyse von Poore und Nemecek (2018), die Daten von fast 40.000 Betrieben in 119 Ländern auswertete.
- Warum verursacht Rindfleisch so viel mehr CO2 als Hühnerfleisch?
- Rinder sind Wiederkäuer und produzieren bei der Verdauung große Mengen Methan, ein Treibhausgas, das kurzfristig deutlich klimaschädlicher wirkt als CO2. Dazu kommen hoher Flächen- und Wasserbedarf für Weide und Futteranbau. Geflügel wächst schneller und braucht weniger Futter pro Kilogramm Fleisch, daher liegt sein CO2-Wert bei nur rund 10 kg pro Kilogramm.
- Wie groß ist der Unterschied zwischen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln?
- Sehr groß: Tofu verursacht rund 3,2 kg CO2-Äquivalent pro Kilogramm, Erbsen und Sojamilch nur rund 1 kg, Kartoffeln sogar nur rund 0,5 kg. Damit liegt selbst das klimafreundlichste tierische Produkt in der Analyse von Poore und Nemecek (2018) noch über den meisten pflanzlichen Lebensmitteln.
- Sind Zuchtfisch und Garnelen wirklich so klimaschädlich?
- Ja, teils überraschend stark: Gezüchtete Garnelen kommen laut Poore und Nemecek (2018) auf rund 27 kg CO2-Äquivalent pro Kilogramm, gezüchteter Fisch allgemein auf rund 14 kg. Grund sind vor allem die energieintensive Futtermittelproduktion und der Stromverbrauch der Zuchtanlagen.
- Woher stammen die aktuellen Zahlen zum CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln?
- Die Referenzstudie stammt von Joseph Poore und Thomas Nemecek, veröffentlicht 2018 im Fachjournal Science. Sie wertete Daten von rund 38.700 Höfen, 1.600 Verarbeitungsbetrieben und Einzelhändlern in 119 Ländern aus und gilt als bislang umfassendste Analyse zu Umweltwirkungen von Lebensmitteln. Ältere Schätzungen wie ein EWG-Report von 2011 basierten auf deutlich kleineren, meist auf die USA beschränkten Datensätzen.
- Wie kann ich den CO2-Fußabdruck meiner Ernährung senken?
- Am wirksamsten ist es, den Anteil an Rind-, Lamm- und Käsekonsum zu reduzieren und stattdessen häufiger zu Hülsenfrüchten, Tofu, Getreide und Gemüse zu greifen - diese verursachen im Schnitt nur einen Bruchteil der Emissionen. Auch saisonale und wenig verarbeitete Lebensmittel schneiden meist besser ab als importierte oder stark verarbeitete Produkte.
- Ist regionales Fleisch klimafreundlicher als importiertes?
- Regionalität spielt eine kleinere Rolle als oft angenommen: Laut Poore und Nemecek (2018) macht Transport im Schnitt nur einen kleinen Teil der Gesamtemissionen von Fleisch und Milchprodukten aus, der Großteil entsteht bereits bei Fütterung, Haltung und Verdauung der Tiere. Die Wahl des Lebensmittels selbst wiegt also deutlich schwerer als die zurückgelegte Strecke.