Vegan für Haustiere

Ist Insektenprotein im Hundefutter vegan?

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Insektenprotein ist tierisches Eiweiß - Insekten zählen als Tiere, und Futter mit Insektenprotein ist damit per Definition kein veganes Hundefutter. Das gilt auch dann, wenn Hersteller beide Rezepturen mit denselben Schlagworten wie "nachhaltig" oder "neuartige Proteinquelle" bewerben. Wer gezielt nach veganem Hundefutter sucht, sollte deshalb genau hinschauen, welche Proteinquelle tatsächlich im Napf landet.

Insektenprotein ist tierisches Eiweiß, kein pflanzliches

Laut der Definition von Veganismus der Vegan Society schließt vegane Ernährung alle Produkte tierischer Herkunft aus - Fleisch, Fisch, Milch, Eier, Honig und ausdrücklich auch Insekten zählen dazu. Insektenprotein in Hundefutter stammt meist von Larven der Schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens) oder vom Mehlwurm (Tenebrio molitor), die eigens für die Futtermittelherstellung gezüchtet und verarbeitet werden.

Veganes Hundefutter verzichtet dagegen komplett auf tierische Zutaten und deckt den Proteinbedarf über pflanzliche Quellen wie Erbsen-, Kartoffel-, Soja- oder Lupinenprotein. Einen Überblick über die gängigen pflanzlichen Proteinquellen liefert der Artikel zu pflanzlichen Proteinquellen für Hunde.

Warum vegane und Insekten-Rezepturen oft verwechselt werden

Beide gelten als Alternativen zu klassischem Fleischprotein und werden mit ähnlichen Nachhaltigkeits-Argumenten beworben: geringerer ökologischer Fußabdruck, eine "neuartige" Proteinquelle bei Futtermittelallergien und Unabhängigkeit von der klassischen Nutztierhaltung. Manche Hersteller führen sogar beide Varianten parallel im Sortiment.

Green Petfood bietet mit VeggieDog eine vegane Linie auf Kartoffel- und Erbsenbasis sowie mit InsectDog eine separate insektenbasierte Linie an, wie der Test von Green Petfood VeggieDog zeigt. Wer nur auf pflanzlich klingende Werbebotschaften achtet, kann die beiden Linien leicht verwechseln.

Vegan und Insektenprotein im Vergleich

In der EU sind aktuell acht Insektenarten für die Verwendung in Tierfutter zugelassen, wie die Europäische Kommission zu Novel-Food-Insekten dokumentiert. Vegane Rezepturen benötigen dagegen keine gesonderte Zulassung, weil ausschließlich pflanzliche Rohstoffe zum Einsatz kommen.

Merkmal Veganes Hundefutter Hundefutter mit Insektenprotein
Proteinquelle Pflanzlich (Erbse, Kartoffel, Soja, Lupine) Tierisch (z. B. Hermetia illucens, Tenebrio molitor)
Vegan Ja Nein
EU-Zulassung nötig Nein Ja, für 8 Insektenarten (Verordnung 2017/893)
Typischer Einsatzgrund Ethik, Umwelt, Futtermittelallergie Neuartige Proteinquelle, Nachhaltigkeit
Kreuzreaktion mit Milbenallergie möglich Nein Ja

Allergie-Eigenschaften im Vergleich

Insektenprotein gilt bei Futtermittelallergien oft als neuartige Proteinquelle, der ein Hund noch nie zuvor ausgesetzt war. Eine Studie zu Insektenprotein und Allergierisiko fand jedoch, dass Antikörper im Blutserum bei rund 66 Prozent der getesteten Hunde an Mehlwurm-Proteine banden - Hunde mit bestehender Milbenallergie können demnach auch auf Mehlwurmprotein reagieren, weil verwandte Eiweiße in beiden Arten vorkommen.

Veganes Hundefutter umgeht dieses Risiko grundsätzlich, weil es überhaupt kein tierisches Protein enthält. Details zur Umstellung auf allergikerfreundliches veganes Futter fasst der Artikel zu veganem Hundefutter bei Allergien zusammen.

Nachhaltigkeit von Insekten- und Pflanzenprotein

Beide Proteinquellen schneiden im Vergleich zu Fleisch deutlich besser ab. Laut dem FEDIAF-Factsheet zu Insekten-Zutaten benötigt ein Gramm Rinderprotein 8 bis 14 Mal so viel Land und etwa 5 Mal so viel Wasser wie ein Gramm Mehlwurmprotein. Insektenzucht bleibt dabei aber Tierhaltung im kleinen Maßstab - die Tiere werden gezüchtet, gefüttert und für die Futtermittelproduktion getötet.

Pflanzliche Proteinquellen wie Erbsen oder Soja benötigen ebenfalls deutlich weniger Fläche und Wasser als tierisches Protein und kommen komplett ohne Tierhaltung aus. Einen Überblick über den ökologischen Fußabdruck der Hundeernährung liefert der Artikel zum CO2-Pfotenabdruck.

Insektenprotein auf der Verpackung erkennen

Auf der Zutatenliste steht Insektenprotein selten als "Insekten", sondern unter dem lateinischen Artnamen oder einer Abkürzung. Wer veganes Hundefutter sucht, sollte auf folgende Begriffe achten:

Nur Produkte, deren Zutatenliste ausschließlich pflanzliche Rohstoffe und synthetische Zusätze wie Vitamine oder Taurin auflistet, sind tatsächlich vegan.

Häufige Fragen

Ist Hundefutter mit Insektenprotein vegan?
Nein. Insekten zählen als Tiere, deshalb ist Insektenprotein tierisches Eiweiß und kein pflanzliches. Futter auf Basis von Hermetia illucens oder Mehlwurm erfüllt die Definition von veganem Hundefutter nicht, selbst wenn es als besonders nachhaltig beworben wird.
Warum bieten manche Hersteller vegane und Insekten-Rezepturen gleichzeitig an?
Beide Varianten sprechen ähnliche Zielgruppen an: Halter:innen, die Wert auf Nachhaltigkeit oder eine neuartige Proteinquelle bei Allergien legen. Green Petfood führt etwa mit VeggieDog eine vegane und mit InsectDog eine separate insektenbasierte Linie - Details dazu stehen im [Test von Green Petfood VeggieDog](/a/t/green-petfood-veggiedog-test).
Ist Insektenprotein für Hunde mit Futtermittelallergien besser geeignet als veganes Futter?
Nicht unbedingt. Insektenprotein gilt als neuartige Proteinquelle, kann laut einer Studie bei Hunden mit bestehender Milbenallergie aber Kreuzreaktionen auslösen. Veganes Futter enthält gar kein tierisches Protein und umgeht dieses Risiko dadurch grundsätzlich.
Welche Insektenarten sind in der EU für Hundefutter zugelassen?
Die EU-Kommission hat acht Insektenarten für die Verwendung in Tierfutter zugelassen, darunter die Schwarze Soldatenfliege, der Mehlwurm und die Hausgrille. Details zum Zulassungsstatus einzelner Arten stehen auf der [Seite der Europäischen Kommission zu Novel-Food-Insekten](https://food.ec.europa.eu/food-safety/novel-food/authorisations/approval-insect-novel-food_en).
Ist Insektenprotein nachhaltiger als pflanzliches Protein für Hundefutter?
Beide benötigen deutlich weniger Land und Wasser als Rinderprotein. Insektenzucht bleibt aber eine Form der Tierhaltung, während pflanzliche Proteinquellen wie Erbsen oder Soja komplett ohne Tierhaltung auskommen.
Woran erkenne ich Insektenprotein in der Zutatenliste?
Insektenprotein steht meist unter dem lateinischen Artnamen wie Hermetia illucens oder Tenebrio molitor, manchmal auch als "Insektenmehl" oder "Insect Protein Meal". Nur Rezepturen ohne diese Begriffe und ohne sonstige tierische Zutaten sind tatsächlich vegan.