Vegan für Haustiere

CO2-Pfotenabdruck: Veganes Hundefutter im Klimavergleich

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Ein durchschnittlicher Hund verursacht über sein Futter mehr Treibhausgase, als viele Halterinnen und Halter vermuten. Der Fleischanteil in handelsüblichem Hundefutter treibt den sogenannten CO2-Pfotenabdruck in die Höhe: weltweit stammen 56 bis 151 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr allein aus der Herstellung von Trockenfutter für Haustiere, wie Alexander et al. (2020) in Global Environmental Change berechnet haben. Das entspricht einer Fläche von etwa der doppelten Größe Großbritanniens.

Der CO2-Pfotenabdruck von Hunden in Zahlen

Hunde und Katzen sind laut Okin (2017) in PLOS ONE in den USA für 25 bis 30 Prozent der Umweltwirkung des gesamten Fleischkonsums verantwortlich - obwohl sie nur einen Bruchteil der Kalorien fressen, die Menschen zu sich nehmen. Grund dafür ist der hohe Anteil tierischer Zutaten in klassischem Hundefutter.

Je mehr tierische Energie eine Futterrezeptur liefert, desto größer der ökologische Fußabdruck. Pedrinelli et al. (2022) in Scientific Reports fanden in einer Auswertung von Trocken-, Nass- und selbst gekochten Rationen eine positive Korrelation zwischen tierischer Energie im Futter und Umweltwirkung - über Treibhausgase, Flächenverbrauch, Wasserverbrauch und Nährstoffeinträge in Böden und Gewässer hinweg.

Pflanzliche Rezepturen schneiden in Studien deutlich besser ab

Die bisher detaillierteste Untersuchung stammt von der University of Nottingham: Brociek et al. (2025) in Frontiers in Sustainable Food Systems verglichen 31 handelsübliche Trockenfutter-Rezepturen in Großbritannien - pflanzlich, rindfleischbasiert und tierärztliche Nierendiäten.

Pro 1.000 Kilokalorien Futter fiel der Unterschied deutlich aus:

Kennzahl (pro 1.000 kcal) Rindfleisch-Rezeptur Pflanzliche Rezeptur
Flächenbedarf 102,15 m² 2,73 m²
CO2-Emissionen 31,47 kg CO2-Äquivalent 2,82 kg CO2-Äquivalent
Versauernde Emissionen 7,1-fach höher Referenzwert
Überdüngende Emissionen 16,4-fach höher Referenzwert

Rindfleisch-Rezepturen benötigten damit rund 37-mal so viel Fläche wie pflanzliche und emittierten mehr als das Zehnfache an CO2. Eine ergänzende Modellierung handelsüblicher Hundefutter in Großbritannien (2025) im Journal of Environmental Management bestätigt das Bild anhand der Zutatenherkunft.

Nassfutter und Rezeptur beeinflussen den Fußabdruck zusätzlich

Nicht nur pflanzlich versus tierisch macht den Unterschied - auch die Darreichungsform spielt eine Rolle. Trockenfutter schneidet laut Pedrinelli et al. (2022) unter allen Fütterungsformen am besten ab, weil es kalorien- und proteindichter ist als Nass- oder selbst gekochtes Futter und daher pro Kilogramm Endprodukt weniger Rohstoffe braucht.

Für alle, die den CO2-Pfotenabdruck ihres Hundes senken möchten, ergeben sich daraus mehrere Stellschrauben:

Mehr zur praktischen Umsetzung gibt es im Beitrag Veganes Hundefutter - was drin sein muss, damit es passt. Wer zusätzlich die Kostenseite vergleichen möchte, findet Zahlen dazu im Beitrag Vegane Hundeernährung im Kostenvergleich zu Fleisch.

Der Pfotenabdruck zählt in der Klimadiskussion mit

Die Zahl der Hunde und Katzen weltweit wächst - und mit ihr der Rohstoffbedarf für ihr Futter. Alexander et al. (2020) ordnen die globalen Emissionen aus Heimtierfutter in eine Größenordnung ein, die über den Gesamtemissionen einzelner Länder wie Mosambik oder den Philippinen liegt. Wer die Futterwahl seines Hundes bewusst trifft, wirkt damit an einer Stellschraube, die über den eigenen Haushalt hinausreicht.

Ein Wechsel auf pflanzliches Futter sollte immer in Absprache mit einer Tierärztin erfolgen, damit essenzielle Nährstoffe wie Taurin, L-Carnitin oder Vitamin B12 abgedeckt bleiben. Eine strukturierte Vorbereitung für das Gespräch bietet die Checkliste fürs Tierarztgespräch zu veganer Hundeernährung.

Häufige Fragen

Wie groß ist der CO2-Pfotenabdruck eines Hundes?
Weltweit stammen laut Alexander et al. (2020) 56 bis 151 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr allein aus der Herstellung von Trockenfutter für Haustiere. Wie groß der Fußabdruck eines einzelnen Hundes ausfällt, hängt vor allem von Futterart und Rezeptur ab.
Warum verursacht fleischbasiertes Hundefutter mehr CO2 als pflanzliches?
Tierische Zutaten brauchen deutlich mehr Fläche, Wasser und Energie in der Produktion als pflanzliche. Laut Brociek et al. (2025) fielen bei rindfleischbasierten Trockenfuttern pro 1.000 Kilokalorien rund 31,47 kg CO2-Äquivalent an, bei pflanzlichen Rezepturen nur 2,82 kg.
Ist Trockenfutter klimafreundlicher als Nassfutter?
Ja. Laut Pedrinelli et al. (2022) schneidet Trockenfutter unter allen Fütterungsformen am besten ab, weil es kalorien- und proteindichter ist und daher pro Kilogramm Endprodukt weniger Rohstoffe braucht. Nassfutter und selbst gekochte Rationen liegen darüber.
Wie viel Anteil haben Hunde und Katzen am gesamten Fleischkonsum?
In den USA sind Hunde und Katzen laut Okin (2017) für 25 bis 30 Prozent der Umweltwirkung des gesamten Fleischkonsums verantwortlich, obwohl sie nur einen Bruchteil der menschlichen Kalorienmenge fressen.
Muss ich meinen Hund komplett auf veganes Futter umstellen, um CO2 zu sparen?
Nein. Schon eine teilweise Umstellung oder die Wahl proteinärmerer, pflanzlich ergänzter Rezepturen senkt den Fußabdruck. Eine vollständige Umstellung sollte in jedem Fall tierärztlich begleitet werden, damit alle Nährstoffe gedeckt bleiben.