Vegane Dampfinhalation: Natürliche Hilfe bei Erkältungen
Wenn die Nase verstopft ist und der Hals kratzt, greifen viele Menschen zur Dampfinhalation. Diese traditionelle Methode kann bei Erkältungssymptomen subjektiv Linderung verschaffen – auch wenn die wissenschaftliche Evidenz gemischt ist. In diesem Artikel erfährst du, was die Forschung sagt und wie du pflanzliche Zusätze sicher anwendest.
Was sagt die Wissenschaft zur Dampfinhalation?
Die Forschungslage zur Dampfinhalation ist differenziert. Eine Studie aus dem Jahr 1987 zeigte, dass Dampfinhalation bei Erkältungspatienten die Nasendurchgängigkeit verbessern und Symptome lindern kann. Gleichzeitig fand eine andere randomisierte Studie im JAMA keine messbaren Vorteile gegenüber Placebo.
Eine umfassende britische Studie (SNIFS) mit über 870 Teilnehmern untersuchte Dampfinhalation bei chronischen Nasennebenhöhlenbeschwerden. Das Ergebnis: Während Nasenspülungen mit Kochsalzlösung messbare Vorteile zeigten, war der Effekt von Dampfinhalation weniger eindeutig – allerdings berichteten viele Teilnehmer von subjektiver Besserung.
Pflanzliche Zusätze mit wissenschaftlicher Unterstützung
Eukalyptusöl und 1,8-Cineol
Der Hauptwirkstoff im Eukalyptusöl, 1,8-Cineol (auch Eucalyptol genannt), ist der am besten untersuchte pflanzliche Zusatz für die Atemwege. Eine systematische Übersichtsarbeit aus 2024 bestätigt dessen entzündungshemmende, antimikrobielle und schleimlösende Eigenschaften.
Das Standardpräparat Myrtol, das Eucalyptol enthält, ist in vielen Ländern als Arzneimittel zugelassen. Studien zeigen, dass es die Flimmerhärchen in den Atemwegen aktiviert und den Schleimtransport verbessert.
Eine Literaturübersicht von 2022 fand, dass die Inhalation von Eukalyptus- und Kampferöl Erkältungssymptome lindern und die Schlafqualität verbessern kann.
Kamille
Kamille wird traditionell bei Atemwegserkrankungen eingesetzt. Die Forschung zeigt entzündungshemmende Eigenschaften, und Dampfinhalation mit Kamillenextrakt kann bei Erkältungssymptomen hilfreich sein. Allerdings sollten Pollenallergiker vorsichtig sein, da Kamille zur Familie der Korbblütler gehört.
So inhalierst du richtig
Grundausstattung:
- Ein Kochtopf oder eine Schüssel
- 1-2 Liter heißes (nicht kochendes!) Wasser
- Ein großes Handtuch
- Optional: Pflanzliche Zusätze
Durchführung:
- Erhitze das Wasser und lass es 2-3 Minuten abkühlen
- Positioniere deinen Kopf etwa 2 Handbreit über dem Gefäß
- Bedecke Kopf und Gefäß mit dem Handtuch
- Atme 5-10 Minuten langsam und gleichmäßig
- Lüfte das Handtuch alle 1-2 Minuten kurz
Salzwasser-Inhalation: 9 g unjodiertes Speisesalz auf 1 Liter Wasser entspricht der physiologischen Kochsalzlösung. Diese Konzentration unterstützt laut Studien die Befeuchtung der Atemwege.
Wichtige Sicherheitshinweise
Die Dampfinhalation birgt ein ernstes Verbrühungsrisiko. Ein britisches Verbrennungszentrum berichtete, dass durchschnittlich 1,6 Patienten pro Monat wegen Verbrühungen durch Dampfinhalation behandelt werden mussten.
Beachte daher:
- Verwende niemals kochendes Wasser direkt
- Stelle das Gefäß auf eine stabile, rutschfeste Unterlage
- Kinder sollten nur unter Aufsicht und mit kalter Inhalation behandelt werden
- Bei Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen vorher ärztlichen Rat einholen
Die beste Zeit zum Inhalieren
Inhaliere vorzugsweise morgens, um festsitzenden Schleim aus der Nacht zu lösen. Die letzte Inhalation sollte mindestens 2 Stunden vor dem Schlafengehen erfolgen, da der gelöste Schleim Hustenreiz auslösen kann.
Fazit
Dampfinhalation kann bei Erkältungssymptomen subjektive Linderung verschaffen, auch wenn die wissenschaftliche Evidenz nicht eindeutig ist. Pflanzliche Zusätze wie Eukalyptusöl sind besser untersucht und können die Wirkung verstärken. Achte auf die Sicherheitshinweise und wende dich bei anhaltenden Beschwerden an deinen Arzt oder deine Ärztin.
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