Pflanzliches Eiweiß: Neue Studien bestätigen Gesundheitsvorteile

28.1.2026

"Woher bekommst du dein Eiweiß?" – Diese Frage kennen alle, die sich vegan ernähren. Die gute Nachricht: Die Wissenschaft liefert immer mehr Belege dafür, dass pflanzliche Proteine nicht nur ausreichend, sondern sogar gesünder sind als tierische.

Neue Harvard-Studie: Weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine im Dezember 2024 im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health zeigt: Menschen, die mehr pflanzliche als tierische Proteine essen, haben ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Forschenden analysierten Daten von über 130.000 Teilnehmenden und fanden heraus: Der Austausch von rotem und verarbeitetem Fleisch durch pflanzliche Proteinquellen wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Tofu senkt das Risiko für koronare Herzkrankheiten signifikant.

Alle essentiellen Aminosäuren in Pflanzen vorhanden

Ein weitverbreiteter Mythos besagt, pflanzliche Proteine seien "unvollständig". Doch ein im August 2024 veröffentlichter Beitrag im New England Journal of Medicine von Dr. Neal D. Barnard räumt damit auf: Alle Pflanzen enthalten alle essentiellen Aminosäuren.

Die Studie bekräftigt außerdem: "Pflanzliche Proteine sind im Vergleich zu tierischen Proteinen mit einer geringeren Sterblichkeit verbunden."

US-Ernährungsrichtlinien 2025-2030 priorisieren pflanzliches Protein

Zum ersten Mal empfiehlt das Beratungskomitee für die Dietary Guidelines for Americans 2025-2030 explizit:

Das Komitee empfiehlt sogar, die Reihenfolge der Proteinkategorie umzustellen – pflanzliche Quellen sollen vor Fleisch, Eiern und Milchprodukten genannt werden.

Protein-Vielfalt für gesundes Altern

Eine aktuelle Kohortenstudie aus 2025 zeigt: Der sogenannte PEDDI-Score verdeutlicht, dass Menschen, die verschiedene Proteinquellen kombinieren, von besseren Gesundheitsmarkern profitieren.

Die Vorteile bei vielfältiger Proteinzufuhr:

Sportliche Leistung mit pflanzlichem Protein

Auch für Sportbegeisterte sind pflanzliche Proteine geeignet. Eine umfassende Übersichtsarbeit vom Februar 2025 im Bereich Muskelaufbau und sportliche Leistung zeigt: Durch die Kombination verschiedener pflanzlicher Proteinquellen und Zubereitungsmethoden wie Kochen oder Fermentieren lässt sich die Bioverfügbarkeit optimieren.

Eine Bayesian-Metaanalyse aus 2024 bestätigt die Wirksamkeit pflanzlicher Proteinsupplemente für Muskelkraft und Ausdauerleistung.

Deutschsprachige Forschung bestätigt Trend

Im März 2024 diskutierten fünf Fachleute im Auftrag des Expertennetzwerks NUTRITION HUB den aktuellen Forschungsstand. Vertreten waren Experten vom Universitätsklinikum Heidelberg, dem Forschungsinstitut für pflanzenbasierte Ernährung und dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung.

Interessant: Deutschland ist laut dem Trendreport Ernährung 2025 der größte Markt für pflanzenbasierte Produkte in Europa – 82 Prozent der befragten Experten sehen den Trend zur pflanzenbetonten Ernährung weiter im Aufschwung.

Die besten pflanzlichen Proteinquellen

Hier die Top-Lieferanten für veganes Eiweiß:

Hülsenfrüchte (pro 100g gekocht):

Sojaprodukte:

Nüsse und Samen:

Getreide und Pseudogetreide:

Wie viel Protein brauchst du wirklich?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Bei 70 kg Körpergewicht sind das 56 Gramm – leicht erreichbar mit einer abwechslungsreichen veganen Ernährung.

Eine Beispiel-Tagesration:

Ergebnis: 60g Protein – mehr als ausreichend!

Fazit: Die Forschung spricht für pflanzliche Proteine

Die Studienlage 2024/2025 ist eindeutig: Pflanzliche Proteine sind nicht nur eine vollwertige Eiweißquelle, sondern bieten handfeste Gesundheitsvorteile. Von weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen über bessere Alterungsmarker bis hin zu gleichwertiger sportlicher Leistung – die Vorteile sprechen für sich.

Entdecke mehr vegane Proteinquellen in unserem ausführlichen Artikel: Die besten Proteinquellen für VeganerInnen