Vegane Bohnennudeln: Proteinreich, glutenfrei und sättigend

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Bohnennudeln stehen in Österreich und Deutschland inzwischen in immer mehr Supermärkten - und das aus gutem Grund. Laut einer Auswertung der Glycemic Index Foundation (2025) haben Hülsenfrucht-Pasta einen mittleren glykämischen Index von nur 46, verglichen mit rund 55 bei herkömmlicher Weizenpasta. Dazu kommen bis zu 25 g Protein pro 100 g Trockengewicht - rund doppelt so viel wie bei klassischen Nudeln.

Was früher eine Nischenspezialität im Naturkostladen war, ist heute ein fester Teil der pflanzlichen Küche. Dieser Guide erklärt alles Wichtige: welche Sorten es gibt, wie sie sich unterscheiden, wie du sie richtig kochst und wo du sie in Österreich bekommst.

Was sind vegane Bohnennudeln und wie werden sie hergestellt?

Bohnennudeln werden aus gemahlenen Hülsenfrüchten hergestellt - meist Kichererbsen, schwarze Bohnen, Linsen, Edamame oder Mungbohnen. Die gemahlene Masse wird mit Wasser zu einem Teig verarbeitet und dann entweder extrudiert (wie klassische Pasta) oder zu dünnen Strängen gezogen.

Das Ergebnis sind Nudeln, die sich optisch kaum von herkömmlicher Pasta unterscheiden, aber ein völlig anderes Nährwertprofil mitbringen. Sie sind von Natur aus vegan und - sofern keine Weizenzusätze verwendet werden - glutenfrei.

Einen guten Überblick über die Grundlagen pflanzlicher Pasta bietet auch unser Artikel Ist Pasta vegan?

Welche Sorten veganer Bohnennudeln gibt es?

Die Vielfalt ist groß. Hier sind die häufigsten Sorten und ihre Eigenschaften im Überblick:

Sorte Protein (pro 100 g trocken) Ballaststoffe Besonderheit
Schwarze Bohnennudeln ~25 g ~15 g Kräftiger Geschmack, dunkle Farbe
Kichererbsennudeln ~20 g ~10 g Mild, sehr vielseitig
Linsennudeln (rot/grün) ~22 g ~9 g Feiner Eigengeschmack, leicht süßlich
Edamame-/Mungbohnennudeln ~18 g ~12 g Besonders zarte Textur
Sojabohnennudeln ~23 g ~8 g Reichhaltig, cremige Konsistenz

Laut Cleveland Clinic enthalten Kichererbsennudeln pro Tasse rund 20 g Protein und 10 g Ballaststoffe - und damit deutlich mehr als eine Portion klassischer Pasta.

Welche Nährstoffe stecken in veganen Bohnennudeln?

Der wichtigste Unterschied zu herkömmlicher Pasta liegt im Protein- und Ballaststoffgehalt:

Eine PMC-Studie (2022) hat schwarze Bohnenpasta in einem kontrollierten Versuch untersucht und zeigt: Bohnennudeln senken den postprandialen Blutzucker- und Insulinanstieg im Vergleich zu Weißbrot signifikant. Dazu kommen ausgeprägte Sättigungseffekte, die länger anhalten.

Alle veganen Pasta Saucen, die wir empfehlen, passen auch perfekt zu Bohnennudeln.

Warum haben Bohnennudeln einen niedrigeren glykämischen Index?

Der glykämische Index (GI) gibt an, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzucker ansteigen lässt. Eine Übersichtsstudie in Nutrients (PMC, 2021) zeigt: Pasta aus Hülsenfrüchten hat einen mittleren GI von etwa 46, während herkömmliche Weizenpasta bei rund 55 liegt.

Besonders interessant ist ein Befund aus einer Studie in Metabolites (2024): Beim Abkühlen von gekochter Kichererbsenpasta verdoppelt sich nahezu der Anteil an resistenter Stärke - von 1,83 g/100 g auf 3,65 g/100 g. Gekühlte Kichererbsenpasta hat dadurch einen noch niedrigeren GI (33) als frisch gekochte (39).

Praktischer Tipp: Koche Bohnennudeln vorab, lass sie abkühlen und verwende sie kalt im Salat oder warm nach dem Wiedererhitzen - das verbessert die Verdauungseigenschaften zusätzlich.

Wie kocht man vegane Bohnennudeln richtig?

Bohnennudeln kochen sich ähnlich wie Weizenpasta - mit ein paar kleinen Unterschieden:

  1. Reichlich gesalzenes Wasser verwenden (mindestens 1 Liter pro 100 g Nudeln)
  2. Kochzeit beachten: 5 bis 8 Minuten je nach Sorte - Packungsangabe lesen!
  3. Ab Minute 5 kosten: Bohnennudeln werden schnell zu weich
  4. Nicht überkochen: Bei zu langer Kochzeit werden sie matschig
  5. Kurz abspülen (optional): Entfernt überschüssige Stärke und verbessert die Textur

Für die perfekte Pasta-Zubereitung empfiehlt sich auch ein Blick in unseren Artikel Nudeln richtig kochen.

Welche Gerichte passen zu veganen Bohnennudeln?

Bohnennudeln passen besonders gut zu kräftigen, aromatischen Saucen, die den leicht erdigen Eigengeschmack harmonisch ergänzen:

Mehr Inspiration findest du im Guide zu veganen Pasta Saucen.

Wo kauft man vegane Bohnennudeln in Österreich?

Die Verfügbarkeit hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert:

Eine vollständige Übersicht aller pflanzlichen Nudeloptionen - auch glutenfreier Varianten - gibt es im veganen Nudelalternativen Guide.

Häufige Fragen

Was sind vegane Bohnennudeln?
Vegane Bohnennudeln werden ausschließlich aus gemahlenen Hülsenfrüchten (z. B. schwarze Bohnen, Kichererbsen, Linsen, Edamame) und Wasser hergestellt - ganz ohne Weizen, Eier oder andere tierische Zutaten. Sie sind dadurch von Natur aus vegan und glutenfrei.
Wie viel Protein enthalten Bohnennudeln?
Je nach Sorte liefern Bohnennudeln zwischen 20 und 25 g Protein pro 100 g Trockengewicht - deutlich mehr als herkömmliche Weizennudeln mit rund 12 g. Besonders proteinreich sind Kichererbsen- und schwarze Bohnennudeln.
Schmecken Bohnennudeln anders als normale Pasta?
Bohnennudeln haben einen leicht erdigen, nussigen Eigengeschmack. Schwarze Bohnennudeln sind kräftiger, Kichererbsen- und Linsennudeln sind milder. In würzigen Saucen fällt der Eigengeschmack kaum auf. Die Konsistenz ist fester als bei Weizenpasta und bleibt auch beim Kochen stabiler.
Wie lange kocht man Bohnennudeln?
Die Kochzeit liegt je nach Sorte bei 5 bis 8 Minuten - ähnlich wie Al-dente-Pasta aus Weizen. Wichtig: Bohnennudeln nicht überkochen, da sie sonst matschig werden. Am besten die Packungsanleitung beachten und die Nudeln beim ersten Mal 1 Minute früher kosten.
Haben Bohnennudeln einen niedrigeren Blutzuckeranstieg?
Ja. Eine Studie im Fachjournal Metabolites (2024) zeigt, dass Kichererbsen-Pasta einen glykämischen Index von rund 33 bis 39 hat - weit unter dem Wert von Weizenpasta. Der hohe Protein- und Ballaststoffgehalt verlangsamt die Verdauung und sorgt für einen gleichmäßigeren Blutzuckeranstieg.
Sind Bohnennudeln wirklich glutenfrei?
Bohnennudeln aus reinen Hülsenfrüchten ohne Weizenzusatz sind von Natur aus glutenfrei. Wer sehr empfindlich auf Gluten reagiert, sollte auf das Glutenfrei-Siegel auf der Verpackung achten, da Produktionsstätten manchmal auch Weizen verarbeiten und eine Kreuzkontamination möglich ist.
Wo kauft man Bohnennudeln in Österreich?
Kichererbsen- und Linsennudeln gibt es inzwischen in vielen Billa- und Spar-Filialen, bei Bio-Supermärkten wie Biosilo oder Denn's sowie im Onlinehandel. Schwarze Bohnennudeln sind häufiger im Bio-/Naturkosthandel oder bei Online-Händlern erhältlich.
Wie bereite ich Bohnennudeln am besten zu?
Bohnennudeln passen zu kräftigen Saucen wie Bolognese, Arrabiata oder Pesto. Sie eignen sich auch für Nudelsalate. Tipp: Nach dem Kochen abkühlen lassen - das erhöht den Anteil an resistenter Stärke und macht die Nudeln noch bekömmlicher.