Nachhaltiger Schulstart ohne Plastik und Schadstoffe

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Der erste Schultag ist immer auch ein Neustart - und der lässt sich leicht nachhaltig gestalten. Recyclingpapier, schadstofffreie Jausenboxen und langlebige Schreibwaren sparen Ressourcen, Müll und oft sogar Geld.

Recyclingpapier spart Wasser und Energie

Nur rund 10 Prozent der jährlich rund 200 Millionen verkauften Schulhefte in Deutschland bestehen aus Recyclingpapier - dabei spart dessen Herstellung laut Umweltbundesamt bis zu 80 Prozent Wasser und 70 Prozent Energie gegenüber Frischfaserpapier. Ein Kilo Recyclingpapier spart dabei rund 5 Kilowattstunden Energie ein.

Achte beim Einkauf auf das Siegel "Blauer Engel": Es garantiert 100 Prozent Altpapieranteil ohne zugesetzte Schadchemikalien oder optische Aufheller. Weltweit wird laut Umweltbundesamt jeder fünfte gefällte Baum für Papier verwendet - ein guter Grund, beim Heftekauf genauer hinzuschauen.

Schreibwaren ohne unnötige Schadstoffe

Bei Stiften, Kleber und Mäppchen lohnt sich der zweite Blick: Der BUND rät von Produkten mit Glitzer, Duftstoffen oder Leuchtbeschichtung ab, da sie kaum recycelbar sind und Ressourcen unnötig verbrauchen. Auch Melamin-Geschirr und ähnliches Zubehör gilt in der EU als "besonders besorgniserregend" und gehört nicht in den Schulranzen.

Stattdessen empfiehlt sich:

Jausenbox ohne Weichmacher und BPA

Bisphenol A (BPA) gilt laut Umweltbundesamt als hormonell wirksam und fortpflanzungsschädigend - es steckt vor allem in Polycarbonat-Kunststoff und wird bei Kontakt mit fetthaltigen Lebensmitteln, Wärme oder Materialalterung freigesetzt. Seit 2011 ist BPA in Babyflaschen EU-weit verboten, in vielen anderen Plastikprodukten aber weiterhin erlaubt.

Für die tägliche Jause bedeutet das: PVC und Polycarbonat komplett meiden, besonders bei Behältern für fetthaltige Speisen. Laut BUND ist der Behälter, den man bereits zu Hause hat, oft die beste Wahl - erst beim Neukauf lohnt sich der Griff zu Edelstahl oder Glas ohne Schadstoffe. Selbstgemachte Sandwiches, Aufstriche und Snacks in einer wiederverwendbaren Box sparen zusätzlich Verpackungsmüll gegenüber fertig abgepackter Ware.

Schulranzen und Schultüte nachhaltig wählen

Ein gebrauchter Schulranzen spart Ressourcen und meist auch Geld - solange Passform, Reflektoren und Rückenpolsterung noch intakt sind, ist die Optik zweitrangig. Die Schultüte lässt sich mit stabilem Karton, Recycling-Geschenkpapier und Kreppband ganz ohne Plastikfolie selbst basteln, ganz individuell nach den Wünschen des Kindes.

Klimafreundlich zur Schule kommen

Zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlich statt mit dem Auto: Der tägliche Schulweg ist oft die einfachste Stellschraube für einen nachhaltigeren Schulalltag - und nebenbei ein guter Start in den Tag.


Mehr nachhaltige Alltagstipps findest du in unserem Beitrag Nachhaltig im Büro und im Guide Zero Waste im Badezimmer.

Häufige Fragen

Was garantiert der Blaue Engel bei Schulheften?
Papier mit dem Blauen Engel besteht laut Umweltbundesamt zu 100 Prozent aus Altpapier und enthält keine zugesetzten Schadchemikalien oder optischen Aufheller. Die Herstellung spart im Vergleich zu Frischfaserpapier bis zu 80 Prozent Wasser und 70 Prozent Energie. In Deutschland tragen aktuell trotzdem nur etwa 10 Prozent der verkauften Schulhefte dieses Siegel.
Warum ist BPA in Jausenboxen problematisch?
Bisphenol A (BPA) ist laut Umweltbundesamt hormonell wirksam und fortpflanzungsschädigend, da es die weibliche Sexualhormon-Wirkung nachahmt. Es steckt vor allem in Polycarbonat-Kunststoff und Epoxidharzen und kann bei Kontakt mit Lebensmitteln, Wärme oder Alterung des Materials freigesetzt werden. Seit 2011 ist BPA in Babyflaschen EU-weit verboten.
Sind Recycling-Schulhefte genauso gut wie normale Hefte?
Ja. Der BUND stellt klar, dass es bei modernem Öko-Papier keine qualitativen Abstriche mehr gibt - Schreibfähigkeit und Haltbarkeit sind identisch mit Frischfaserpapier. Achte beim Kauf auf das Siegel "Blauer Engel", das garantierten Altpapieranteil ohne Schadstoffe bestätigt.
Welche Schreibwaren sollte man beim Schulstart meiden?
Der BUND rät von Produkten mit Glitzer, Duftstoffen oder Leuchtbeschichtung ab, da sie unnötig Ressourcen verbrauchen und oft schwer recycelbar sind. Auch Melamin-Geschirr und -Zubehör gilt in der EU als "besonders besorgniserregend" und sollte vermieden werden. Nachfüllbare Stifte und Klebstoff aus der Vorratsflasche sparen zusätzlich Verpackungsmüll.
Muss ich für die Jausenbox extra etwas Neues kaufen?
Nicht unbedingt. Laut BUND ist der Behälter, den man ohnehin schon zu Hause hat, meist die beste Wahl. Erst wenn ein Neukauf ansteht, lohnt sich der Griff zu Edelstahl oder Glas ohne PVC, Polycarbonat oder BPA - diese Materialien sind langlebig und geben keine Weichmacher an fetthaltige Speisen ab.
Wie bastelt man eine nachhaltige Schultüte selbst?
Eine Schultüte lässt sich einfach aus stabilem Karton, Recycling- Geschenkpapier und Kreppband selbst basteln, ganz ohne Plastikfolie oder Einweg-Deko. So bleibt sie außerdem als Erinnerungsstück oder Aufbewahrungsbox erhalten, statt nach dem Schultag im Müll zu landen.
Lohnt sich ein gebrauchter Schulranzen?
Ja. Ein Schulranzen aus zweiter Hand spart Ressourcen und ist meist deutlich günstiger als ein Neukauf. Wichtig ist nur, dass Passform, Reflektoren und Rückenpolsterung noch intakt sind - die Optik ist zweitrangig, solange Sicherheit und Tragekomfort stimmen.