Veganes Kokosöl: Das beliebte Pflanzenöl im Faktencheck
Kokosöl hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Bestandteil der veganen Küche entwickelt. Doch was ist dran an den vielen Gesundheitsversprechen? Wir haben uns die aktuelle Studienlage angesehen und zeigen dir, wie du Kokosöl sinnvoll in deinen Alltag integrieren kannst.
Was macht Kokosöl besonders?
Kokosöl wird aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss gewonnen und ist das einzige pflanzliche Fett, das bei Raumtemperatur fest wird. Mit einem Schmelzpunkt von etwa 25°C verflüssigt es sich bereits bei Körpertemperatur. Rund 90 Prozent des Kokosöls bestehen aus gesättigten Fettsäuren, wobei die Laurinsäure mit 48–53% den Hauptanteil ausmacht.
Vorteile in der Küche:
- Hohe Hitzebeständigkeit bis ca. 210°C – ideal zum Braten und Backen
- Neutraler bis leicht süßlicher Geschmack
- Lange Haltbarkeit
- Komplett pflanzlich und vegan
Was sagt die Wissenschaft?
Die Studienlage zu Kokosöl ist differenziert. Laut Verbraucherzentrale gibt es bisher keinen wissenschaftlichen Beweis für die oft beworbenen Gesundheitsvorteile. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat entsprechende Health-Claims nicht zugelassen.
Cholesterin: Eine Meta-Analyse aus 2020 zeigte, dass Kokosöl das HDL-Cholesterin ("gutes" Cholesterin) um 10–15% erhöhen kann – allerdings steigt dabei laut gesundheit.de auch das LDL-Cholesterin.
Laurinsäure: Die in Kokosöl enthaltene Laurinsäure hat laut PMC-Studien (2024) antimikrobielle Eigenschaften. Im Körper wird sie zu Monolaurin umgewandelt, das antibakterielle und antivirale Wirkungen zeigen kann.
Wichtig zu wissen: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, gesättigte Fettsäuren nur maßvoll zu konsumieren. Utopia fasst zusammen: Bei gelegentlichem Gebrauch im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung sind keine negativen Folgen zu erwarten.
Natives Kokosöl vs. Kokosfett
Natives (Virgin) Kokosöl: Wird schonend aus frischem Kokosfleisch gepresst und behält seine natürlichen Inhaltsstoffe. Erkennbar am dezenten Kokosduft.
Industrielles Kokosfett: Raffiniertes, oft gehärtetes Produkt (z.B. Ceres, Palmin) – geschmacksneutral, aber weniger Nährstoffe. Greif besser zu nativem Bio-Kokosöl!
Kokosöl in der veganen Küche
Kokosöl ist ein vielseitiger Helfer in der veganen Küche:
- Zum Braten und Backen – hitzebeständig und geschmacksneutral
- In der Rohkostküche – als Konsistenzgeber für Pralinen und Raw Cakes
- Als Butterersatz – beim Backen oder auf Brot
Rezeptideen: Probier unser palmölfreies veganes Zwiebelschmalz oder schau dir unseren Guide zu veganer Sahne und Schlagobers an. Auch unsere veganen Energieriegel werden mit Kokosöl gebunden.
Kokosöl für Haut und Haar
Auch in der Körperpflege hat Kokosöl seinen Platz gefunden:
- Haarkur: 2–3 EL einmassieren, einwirken lassen und gründlich auswaschen – für Glanz und Geschmeidigkeit
- Körperpflege: Im festen Zustand aufgeschlagen ergibt es eine leichte Body-Butter
- Ölziehen: Traditionelle Methode zur Mundpflege – mehr dazu in unserem Artikel zur natürlichen Zahnpflege
Weitere Beauty-Rezepte mit Kokosöl findest du in unserem Zero Waste Badezimmer Guide.
Unser Fazit
Kokosöl ist ein praktisches, vielseitiges Öl für die vegane Küche – aber kein Wundermittel. Die wissenschaftlichen Belege für besondere Gesundheitsvorteile sind begrenzt. Als Teil einer abwechslungsreichen, pflanzenbasierten Ernährung kannst du es aber bedenkenlos genießen. Achte auf Bio-Qualität und natives Öl für die besten Ergebnisse!
Quellen: