Ist Rotkohl vegan? Fertigprodukte, Schmalz und Supermarkt im Check
Rotkohl, in Österreich auch Blaukraut genannt, gehört zu den beliebtesten Beilagen in der deutschsprachigen Küche. Ob zum Weihnachtsbraten, zu Knödeln oder einfach als wärmende Winterbeilage - dieses farbenfrohe Gemüse ist ein echter Klassiker. Doch ist Rotkohl eigentlich vegan?
Die kurze Antwort: Ja, aber...
Rotkohl als Gemüse ist von Natur aus zu 100% vegan. Das Problem liegt in der Zubereitung: Traditionelle Rezepte verwenden oft Gänse- oder Schweineschmalz zum Anschwitzen, und auch bei Fertigprodukten aus dem Supermarkt kann sich tierisches Schmalz verstecken.
Rotkohl im Glas: Vorsicht bei der Zutatenliste!
Die gute Nachricht: Die meisten Fertig-Rotkohlprodukte aus dem Glas oder der Dose sind vegan. Ein Blick auf die Zutatenlisten zeigt, dass gängige Zutaten wie Rotkohl, Wasser, Zucker, Branntweinessig und Salz alle pflanzlich sind.
Die Stolperfalle: Manche Produkte - besonders günstige Tiefkühlvarianten und traditionelle Rezepturen - enthalten Schweineschmalz. Laut Erfahrungsberichten sind beispielsweise einige Tiefkühlprodukte betroffen. Ein schneller Check der Zutatenliste schafft Klarheit.
Beliebte Marken im Vegan-Check
Kühne Rotkohl
Laut Open Food Facts enthält Kühne Rotkohl (700g): Rotkohl (80%), Wasser, Branntweinessig, Glukose-Fruktose-Sirup, Zucker, modifizierte Stärke, Salz. Alle Zutaten sind vegan.
Die Variante Kühne Rotkohl nach Traditionsrezept (650g) enthält: Rotkohl, Branntweinessig, Glukose-Fruktose-Sirup, Weinessig, Zucker, Salz. Ebenfalls vegan.
HAK Rotkohl
HAK Rotkohl wird als vegane Beilage beworben. Die Zutaten: Rotkohl (73%), Wasser, Zucker, Branntweinessig, Maisstärke, Salz. Das Produkt ist als "100% natürlich" und "On the way to PlanetProof" zertifiziert - definitiv vegan.
HAK Rotkohl mit Apfelstückchen (700g) enthält: Rotkohl (66%), Wasser, Zucker, Apfelstückchen (6,8%), Branntweinessig, Maisstärke, Meersalz - ebenfalls vegan.
Rotkohl in österreichischen Supermärkten
BILLA
BILLA Rotkraut trägt das V-Label Vegan der European Vegetarian Union (EVU). Auch das Bio-Produkt Ja! Natürlich Rotkraut ist als vegan zertifiziert. Bei Iglo Rotkraut findest du ebenfalls eine vegane Option.
Hofer
Bei Hofer findest du eine wachsende Auswahl veganer Produkte - bis Ende 2025 sollen rund 800 vegane Produktsorten mit V-Label oder Veganblume gekennzeichnet sein. Achte bei Rotkohl auf die entsprechenden Siegel.
Versteckte nicht-vegane Zutaten
| Zutat | Status |
|---|---|
| Rotkohl | Vegan |
| Branntweinessig | Vegan |
| Zucker, Salz | Vegan |
| Maisstärke | Vegan |
| Apfelstückchen | Vegan |
| Schmalz | Nicht vegan! |
| Gänseschmalz | Nicht vegan! |
| Schweineschmalz | Nicht vegan! |
| Weinessig (selten) | Evtl. mit Gelatine geklärt |
Tipp: Bei Weinessig kann es vorkommen, dass der Wein zuvor mit Gelatine geklärt wurde. Branntweinessig ist dagegen praktisch immer vegan.
Öko-Test Dezember 2024: Qualitätscheck
Öko-Test hat 20 Rotkohlkonserven untersucht - nur sechs Produkte erhielten "Sehr gut". Bio-Marken werden empfohlen, da sie frei von Pestiziden und bedenklichen Inhaltsstoffen sind.
Warum Rotkohl so gesund ist
Rotkohl ist nicht nur vegan-freundlich, sondern auch ein echtes Nährstoff-Powerpaket:
- Nur 27 Kalorien pro 100g bei minimalem Fettgehalt (EAT SMARTER)
- 57 mg Vitamin C pro 100g - ein Top-Lieferant unter heimischen Gemüsesorten (Zentrum der Gesundheit)
- Reich an Vitamin K für gesunde Knochen (AOK)
- Hoher Gehalt an Anthocyanen - starke Antioxidantien, die laut Studien sogar cholesterinsenkend wirken können
Laut Öko-Test weisen wissenschaftliche Erkenntnisse auf einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Kreuzblütlern wie Rotkohl und einem geringeren Krebsrisiko hin.
Veganen Rotkohl selbst machen
Falls du deinen Rotkohl selbst zubereitest: Ersetze einfach Gänse- oder Schweineschmalz durch hochwertiges Rapsöl, Kokosöl oder vegane Margarine. Der Geschmack wird genauso gut!
Für den typischen "Schmalz-Geschmack" gibt es veganen Zwiebelschmelz als pflanzliche Alternative. Diesen findest du in Supermärkten und Biomärkten im Kühlregal oder bei den Brotaufstrichen.
Auf VeganBlatt findest du köstliche Rezepte wie Vegane Gans mit Rotkraut oder Kartoffelknödel mit Rotkraut - perfekt für festliche Anlässe.
Schnell-Check: Ist mein Rotkohl vegan?
- Zutatenliste lesen - Schmalz, Gänseschmalz oder Schweineschmalz? Finger weg!
- V-Label suchen - Produkte mit dem veganen V-Label sind garantiert sicher
- Bio-Produkte bevorzugen - Meist ohne versteckte tierische Zutaten
- Im Zweifel: Selbst kochen - Mit Pflanzenöl statt Schmalz
Fazit
Rotkohl ist grundsätzlich vegan und ein wunderbar gesundes Wintergemüse. Bei Fertigprodukten aus dem Supermarkt lohnt sich ein kurzer Blick auf die Zutatenliste - die meisten bekannten Marken wie Kühne, HAK und die BILLA-Eigenmarke sind aber problemlos vegan. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift zu Produkten mit V-Label oder bereitet das Blaukraut selbst zu.
Guten Appetit!