Grüner Strom
Ein Wechsel zu echtem Ökostrom gehört zu den wirksamsten Schritten, die du für die Energiewende setzen kannst - vorausgesetzt, der Tarif hält auch, was er verspricht. Denn längst nicht jeder Tarif mit "Öko" im Namen stammt tatsächlich zu 100 % aus Wind, Sonne oder Wasserkraft. Wer beim Anbieterwechsel auf die richtigen Kriterien achtet, unterstützt mit wenigen Klicks den Ausbau erneuerbarer Energien - ganz ohne Mehrkosten oder Aufwand.
Gütesiegel verraten, wie grün ein Tarif wirklich ist
Das Österreichische Umweltzeichen UZ46 ist das strengste heimische Label für Ökostrom: Anbieter verpflichten sich zu einem Mix aus Wind-, Solar- und Wasserkraft und müssen in neue oder revitalisierte Anlagen investieren. In Deutschland gelten das Grüner Strom Label und ok-power als vergleichbar streng, weil sie von unabhängigen Umwelt-NGOs wie BUND und NABU vergeben werden und nicht von der Stromwirtschaft selbst.
| Gütesiegel | Region | Vergeben von |
|---|---|---|
| Umweltzeichen UZ46 | Österreich | Klimaschutzministerium |
| Grüner Strom Label | Deutschland | Grüner Strom Label e.V. (BUND, NABU) |
| ok-power | Deutschland | Öko-Institut, WWF, Verbraucherzentrale NRW |
| TÜV-Zertifizierung | DACH | TÜV Nord/Süd/Austria |
Vorsicht vor Zweitmarken großer Konzerne
Die vier großen deutschen Energiekonzerne EnBW, RWE, E.ON und Vattenfall treten mit eigenen Ökostrom-Zweitmarken auf, ohne die Konzernverbindung offen zu zeigen. Der Ökostrom-Ratgeber der Deutschen Umwelthilfe beschreibt das Prinzip so: Ein Anbieter kauft günstigen Kohle- oder Börsenstrom und "grünt" ihn mit zugekauften Herkunftsnachweisen, etwa aus norwegischer Wasserkraft. Woran du das erkennst:
- Der Tarifname klingt "grün", verweist aber nirgends auf ein unabhängiges Gütesiegel
- Impressum oder AGB nennen einen bekannten Konzern als Muttergesellschaft
- Der Herkunftsnachweis stammt aus dem Ausland statt aus neuen heimischen Anlagen
- Es gibt keine Angaben dazu, ob der Anbieter selbst in neue Ökokraftwerke investiert
Anbieter mit unabhängiger Struktur
Die oekostrom AG ist mit über 2.000 Bürger-Aktionär:innen die größte unabhängige Stromanbieterin Österreichs und lässt ihre Stromeinkäufe regelmäßig durch TÜV AUSTRIA prüfen. Auch die Kärntner AAE (Alpe Adria Energie) liefert zertifizierten Naturstrom aus heimischer Wasser-, Wind- und Solarkraft. Beide Unternehmen gehören keinem fossilen Mutterkonzern und veröffentlichen ihre Kraftwerksstruktur transparent.
Erneuerbarer Strom liegt in Österreich weit vorn
Laut energie.gv.at stammten 2025 rund 82 % des österreichischen Stroms aus erneuerbaren Quellen - Wasserkraft (51 %), Photovoltaik (13 %), Windkraft (12 %) und Biomasse (7 %) bilden den Mix. Deutschland kam laut Energy-Charts des Fraunhofer ISE im ersten Halbjahr 2025 auf rund 57,8 % erneuerbaren Anteil an der Netzeinspeisung. Jeder Wechsel zu einem zertifizierten Tarif erhöht die Nachfrage nach echtem Grünstrom zusätzlich.
Stromsparen bleibt der beste Ökostrom
Auch ein zertifiziert grüner Tarif ersetzt nicht den bewussten Umgang mit Energie: Jede eingesparte Kilowattstunde muss erst gar nicht erzeugt werden. Unsere Tipps zum Stromsparen lassen sich problemlos mit dem Wechsel zu echtem Ökostrom kombinieren - so wird aus der eigenen Steckdose spürbar mehr Energiewende.
Häufige Fragen
- Woran erkenne ich echten Ökostrom?
- Am zuverlässigsten an einem unabhängigen Gütesiegel. In Österreich ist das Österreichische Umweltzeichen UZ46 die strengste Auszeichnung, es verlangt Investitionen in neue oder revitalisierte Wind-, Solar- und Wasserkraftanlagen. In Deutschland gelten das Grüner Strom Label und ok-power als besonders streng, weil sie von unabhängigen Umwelt-NGOs wie BUND und NABU getragen werden statt von der Stromwirtschaft selbst.
- Warum ist nicht jeder Ökostromtarif wirklich grün?
- Große Energiekonzerne wie EnBW, RWE, E.ON und Vattenfall vertreiben ihre Ökostromtarife oft über eigens gegründete Zweitmarken, ohne die Konzernverbindung offen zu kommunizieren. Der günstige Ökostromtarif wird dabei häufig nur mit zugekauften Herkunftsnachweisen - etwa aus norwegischer Wasserkraft - "grün gerechnet", während derselbe Konzern andernorts weiter Kohle- und Gasstrom produziert oder handelt.
- Sind oekostrom AG und AAE seriöse Anbieter?
- Ja. Die oekostrom AG ist mit über 2.000 Bürger-Aktionär:innen die größte unabhängige Stromanbieterin Österreichs, ihre Stromeinkäufe werden regelmäßig durch TÜV AUSTRIA geprüft. Die Kärntner AAE (Alpe Adria Energie) wirbt ebenfalls mit zertifiziertem Naturstrom aus österreichischer Wasser-, Wind- und Solarkraft. Beide sind nicht an einen fossilen Mutterkonzern gebunden.
- Wie viel Strom kommt in Österreich schon aus erneuerbaren Quellen?
- 2025 stammten rund 82 % der österreichischen Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen, angeführt von Wasserkraft (51 %), gefolgt von Photovoltaik (13 %), Windkraft (12 %) und Biomasse (7 %). Damit liegt Österreich europaweit deutlich vor Deutschland, wo im ersten Halbjahr 2025 rund 57,8 % des ins Netz eingespeisten Stroms erneuerbar waren.
- Kostet echter Ökostrom deutlich mehr als konventioneller Strom?
- Nicht zwangsläufig. Vergleichsportale wie durchblicker.at oder der Tarifkalkulator von e-control zeigen, dass zertifizierte Ökostromtarife preislich oft nah an konventionellen Tarifen liegen oder sie unterbieten. Ein Anbieterwechsel dauert meist nur wenige Minuten und läuft ohne Versorgungsunterbrechung ab.
- Reicht der Wechsel zu Ökostrom allein schon aus?
- Der Wechsel ist ein wichtiger erster Schritt, aber kein Freibrief für unbegrenzten Verbrauch. Jede eingesparte Kilowattstunde muss gar nicht erst erzeugt werden - deshalb lohnt es sich, Ökostrombezug und bewussten Stromverbrauch im Haushalt zu kombinieren.