Grüne Suchmaschinen
Jede Google-Suche verursacht laut einer Auswertung des Öko-Instituts rund 1,45 Gramm CO2. Bei 50 Suchanfragen am Tag kommen so 26 Kilogramm CO2 pro Jahr allein durchs Suchen zusammen - ein Teil des insgesamt rund 850 Kilogramm schweren digitalen Fußabdrucks eines durchschnittlichen Internetnutzers.
Grüne Suchmaschinen ändern daran nichts an der Technik der Suche selbst, sie verwenden aber ihre Werbeeinnahmen für Umweltprojekte statt für Unternehmensgewinne. Manche pflanzen Bäume, andere finanzieren Ozean-Cleanups oder unterstützen Projekte nach Wahl.
Ecosia pflanzt Bäume bei jeder Suche
Ecosia ist die bekannteste grüne Suchmaschine und erreichte am 22. April 2026 die Marke von 250 Millionen gepflanzten Bäumen (Ecosia-Blog). Über 125 Partnerorganisationen und mehr als 200.000 lokale Baumpflanzer:innen setzen dafür über 1.600 heimische Baumarten ein, mehr als 100 Millionen Euro flossen laut Ecosia in den letzten 17 Jahren in Klimaschutzprojekte.
Ecosia betreibt außerdem eigene Solaranlagen, die laut Ecosia doppelt so viel Ökostrom erzeugen, wie für alle Ecosia-Suchen nötig wäre - der Überschuss verdrängt fossile Energie aus dem Netz.
Seit August 2025 betreibt Ecosia gemeinsam mit Qwant den eigenen europäischen Suchindex Staan. Ein wachsender Teil der Ecosia-Ergebnisse stammt damit nicht mehr von Bing, sondern aus diesem unabhängigen Index (Ecosia-Blog).
Ekoru und OceanHero kümmern sich um die Ozeane
Wer statt Wäldern lieber Meere unterstützen möchte, findet zwei Alternativen mit Fokus auf Ozeanschutz:
- Ekoru: Werbeeinnahmen fließen in die Reinigung von Meeresökosystemen, die Server laufen mit Wasserkraft (Ekoru).
- OceanHero: Rechnerisch wird pro 5 Suchanfragen eine Plastikflasche aus dem Meer geborgen. Umsetzung über Sammelstellen des Partners Plastic Bank in Indonesien, Haiti und den Philippinen (OceanHero).
Lilo lässt Dich das Projekt selbst wählen
Die französische Suchmaschine Lilo sammelt ebenfalls Werbeeinnahmen, überlässt die Verteilung aber den Nutzer:innen: Bei jeder Suche werden "Tropfen" gesammelt, die Du am Monatsende einem Sozial- oder Umweltprojekt Deiner Wahl zuweist (Lilo-Bilanz).
Diese Suchmaschinen sind mittlerweile offline
Ein Blick auf ältere Empfehlungslisten zeigt: nicht jede grüne Suchmaschine überlebt. EcoSearch, Umlu (Umweltlupe), Green Maven und Benefind sind alle nicht mehr aktiv - die Domains leiten auf Parkseiten um, zeigen Fehlermeldungen oder gehören inzwischen fremden Anbietern. Bevor Du eine grüne Suchmaschine dauerhaft einrichtest, lohnt sich also ein kurzer Blick, ob der Anbieter noch aktiv Bäume zählt oder Projekte finanziert.
Eine grüne Suchmaschine im Browser einrichten
Der Umstieg dauert nur wenige Minuten und funktioniert bei den meisten Browsern gleich:
- Anbieter-Website öffnen (z. B. ecosia.org, ekoru.org, oceanhero.today oder lilo.org)
- Browser-Erweiterung installieren oder die Suchmaschine manuell in den Browser-Einstellungen als Standard setzen
- Bei mehreren Geräten (Handy, Laptop) die Einstellung jeweils separat vornehmen
- Lesezeichen-Leiste oder Startseite auf die neue Suchmaschine umstellen, damit die alte Gewohnheit nicht zurückschleicht
Die Ergebnisqualität liegt bei alltäglichen Suchanfragen mittlerweile nah an Google, da Ecosia über den eigenen Staan-Index inzwischen einen wachsenden Teil der Anfragen selbst beantwortet statt sie an Bing weiterzureichen.
Vergleich der aktiven grünen Suchmaschinen
| Suchmaschine | Umweltfokus | Finanzierungsmodell | Transparenz |
|---|---|---|---|
| Ecosia | Aufforstung + eigener Suchindex | Werbeeinnahmen | Fortschrittszähler, jährliche Finanzberichte |
| Ekoru | Meeresschutz | Werbeeinnahmen | keine öffentlichen Finanzberichte |
| OceanHero | Plastikbergung aus dem Meer | Werbeeinnahmen | Impact-Dashboard pro Nutzer:in |
| Lilo | frei wählbares Sozial-/Umweltprojekt | Werbeeinnahmen | jährliche Bilanz online |
Am wirkungsvollsten bleibt aber, wie schon 2015: weniger suchen bedeutet weniger Energie - eine grüne Suchmaschine hilft trotzdem, den unvermeidlichen Rest etwas sinnvoller zu nutzen.
Wer den eigenen digitalen Fußabdruck weiter senken möchte, findet praktische Tipps in unseren Artikeln Nachhaltig im Büro und Zero Waste vegan leben.
Häufige Fragen
- Wie funktionieren grüne Suchmaschinen genau?
- Grüne Suchmaschinen verdienen wie Google Geld über Werbeanzeigen neben den Suchergebnissen. Den Großteil dieser Werbeeinnahmen leiten sie an Umweltprojekte weiter, statt sie als Gewinn zu behalten. Manche pflanzen davon Bäume, andere finanzieren Ozean-Cleanups oder betreiben ihre Server mit Ökostrom.
- Wie viele Bäume hat Ecosia bereits gepflanzt?
- Ecosia erreichte am 22. April 2026 die Marke von 250 Millionen gepflanzten Bäumen. Über 125 Partnerorganisationen und mehr als 200.000 lokale Baumpflanzer:innen setzen dafür mehr als 1.600 heimische Baumarten in die Erde, Mikrofinanzierung inklusive.
- Liefert Ecosia noch Google-Ergebnisse?
- Teilweise nicht mehr. Seit August 2025 betreibt Ecosia gemeinsam mit Qwant den eigenen europäischen Suchindex Staan. Ein wachsender Anteil der Ecosia-Ergebnisse stammt inzwischen aus diesem unabhängigen Index statt von Bing oder Google, was Europa unabhängiger von US-Suchkonzernen macht.
- Was macht Ekoru anders als Ecosia?
- Ekoru lenkt seine Werbeeinnahmen nicht in Aufforstung, sondern in die Reinigung der Ozeane und den Schutz von Meeresökosystemen. Die Server laufen mit Wasserkraft. Im Vergleich zu Ecosia veröffentlicht Ekoru allerdings keine öffentlichen Finanzberichte und keinen Fortschrittszähler.
- Wie hilft OceanHero konkret gegen Plastik im Meer?
- OceanHero finanziert über Werbeeinnahmen die Bergung von Plastikflaschen aus dem Meer, im Schnitt eine Flasche pro 5 Suchanfragen. Umgesetzt wird das über Sammelstellen des Partners Plastic Bank in Ländern wie Indonesien, Haiti und den Philippinen, wo Sammler:innen Plastikmüll gegen Geld oder Bildungsangebote eintauschen können.
- Sind EcoSearch, Umlu, Green Maven und Benefind noch aktiv?
- Nein, alle vier sind mittlerweile offline oder wurden anderweitig genutzt. EcoSearch leitet nur noch auf eine Parkseite um, Umlu.de zeigt "Account nicht erreichbar", Green Maven ist technisch nicht mehr erreichbar und die Domain benefind.de gehört inzwischen einem anderen Anbieter. Diese vier eignen sich also nicht mehr als Google-Alternative.
- Ist eine grüne Suchmaschine genauso gut wie Google?
- Bei alltäglichen Suchanfragen liefern Ecosia und Staan mittlerweile vergleichbare Ergebnisse, weil sie einen eigenen europäischen Index nutzen. Bei sehr speziellen oder sehr aktuellen Suchanfragen greifen manche grüne Suchmaschinen weiterhin auf Bing zurück, die Ergebnisqualität kann dort also leicht abweichen.