Vegane Etiketten: Warum Kleber auf Glasflaschen oft nicht vegan ist
Wer genau hinschaut, stößt auf ein überraschendes Problem: Selbst Produkte, die als vegan gekennzeichnet sind, können Etiketten haben, deren Kleber tierische Bestandteile enthält. Der Übeltäter heißt Kasein - ein Milchprotein, das in vielen Etikettenlebern steckt. Laut Vegpool ist das ein weit verbreitetes Phänomen, besonders bei Mehrwegflaschen.
Was ist Kasein und warum wird es verwendet?
Kasein ist ein Protein, das aus Kuhmilch gewonnen wird. Laut der Vereinigung gegen Tierfabriken (VGT) hat es ideale Eigenschaften für Etikettenkleber:
- Haftet zuverlässig auch auf kalten und nassen Oberflächen
- Lässt sich bei der Flaschenreinigung rückstandslos entfernen
- Ist biologisch abbaubar
Besonders bei Mehrweg-Glasflaschen wird Kasein-Kleber bevorzugt, weil sich das Etikett beim Waschen vollständig ablösen muss. Die dafür benötigte Milch stammt laut Etikettenwissen häufig aus China, Russland und Usbekistan.
Das V-Label und die Verpackungslücke
Wichtig zu wissen: Nicht alle Vegan-Siegel berücksichtigen die Verpackung! Laut Careelite schließt selbst das von der Europäischen Vegetarier Union vergebene V-Label die Verpackung nicht immer mit ein. Ein veganes Produkt kann also ein nicht-veganes Etikett haben.
Welche Marken verwenden vegane Kleber?
Die gute Nachricht: Immer mehr Hersteller stellen auf kaseinfreie Alternativen um. Laut Etikettenwissen und Vegpool verwenden folgende Marken bereits vegane Etikettenkleber:
| Marke | Produkte |
|---|---|
| Club-Mate | Getränke |
| Frosch | Reinigungsmittel |
| granini | Fruchtsäfte |
| hohes C | Fruchtsäfte |
| Rapunzel | Bio-Lebensmittel |
| Zwergenwiese | Brotaufstriche, Ketchup |
| Voelkel | Naturkostsäfte |
| Beutelsbacher | Bio Cola |
Update 2026: Zwergenwiese, die 2013 noch an einer Umstellung arbeiteten, verwenden mittlerweile vegane Kleber!
Vegane Klebstoff-Alternativen
Moderne Alternativen zu Kasein funktionieren mittlerweile sehr gut:
Stärkebasierte Kleber: Laut Labelprint24 kann die benötigte Stärke ressourcenschonend aus Abfallprodukten gewonnen werden - etwa Kartoffelstärke aus der Pommes-Produktion. Frühere Probleme bei der Reinigung von Mehrwegflaschen wurden inzwischen behoben.
Acrylatdispersionen: Synthetische Kleber auf Acrylbasis (z.B. bei FLYERALARM) sind vegan und haften ebenso gut wie Kasein-Kleber.
Methylcellulose: Einfacher Kleister aus Methylzellulose ist laut VGT preiswert und frei von problematischen Zusatzstoffen.
Worauf du achten kannst
Da es keine Kennzeichnungspflicht gibt, ist es im Alltag schwierig zu erkennen, welcher Kleber verwendet wurde. Ein paar Tipps:
- Einwegflaschen bevorzugen: Bei Einwegflaschen wird seltener Kasein-Kleber verwendet als bei Mehrweg
- Marken mit veganen Klebern wählen: Die Liste oben hilft bei der Orientierung
- Direkt anfragen: Bei Unsicherheit kannst du den Hersteller kontaktieren
- Selbstklebende Etiketten: Diese verwenden häufiger synthetische Kleber
Fazit: Ein Detail, das man kennen sollte
Für die allermeisten Menschen im Alltag ist der Etikettenkleber kein Thema, über das sie sich Gedanken machen. Wer jedoch möglichst konsequent vegan leben möchte, sollte um dieses versteckte tierische Produkt wissen. Die gute Nachricht: Der Markt entwickelt sich weiter, und immer mehr Hersteller setzen auf pflanzliche oder synthetische Alternativen.
Weitere versteckte nicht-vegane Inhaltsstoffe: