Vegane Zutatenkunde: Aromen und Gewürze auf dem Etikett

26.1.2026

Auf vielen Fertigprodukten und Snacks steht schlicht "Aromen" oder "Gewürze" in der Zutatenliste. Doch was verbirgt sich dahinter? Laut der Verbraucherzentrale müssen Hersteller bei Zusatzstoffen, Aromen und Vitaminzusätzen bisher nicht angeben, ob sie tierischen Ursprungs sind.

Das bedeutet: Allein anhand des Zutatenverzeichnisses lässt sich nicht mit Sicherheit erkennen, ob ein Lebensmittel wirklich vegan ist.

Natürliche Aromen: Nicht immer pflanzlich

Laut Lebensmittelklarheit.de werden natürliche Aromastoffe aus pflanzlichen, tierischen oder mikrobiologischen Ausgangsstoffen gewonnen. Ein "natürliches Erdbeeraroma" muss zu mindestens 95 Prozent aus der Erdbeere stammen – die restlichen 5 Prozent können theoretisch tierischer Herkunft sein.

Noch komplizierter wird es bei Träger- und Hilfsstoffen: Wie vegpool.de erklärt, benötigen viele Aromen Trägersubstanzen oder Lösungsmittel. Diese müssen in der Zutatenliste normalerweise nicht deklariert werden – außer bei Allergenen.

Eindeutig nicht-vegane E-Nummern

Diese Zusatzstoffe sind laut PETA definitiv tierischen Ursprungs:

Farbstoffe:

Konservierungsstoffe:

Überzugs- und Trennmittel:

Sonstige:

E-Nummern mit unklarer Herkunft

Laut ich-lebe-vegan.de können diese Zusatzstoffe sowohl pflanzlich als auch tierisch sein:

Im Zweifel hilft nur eine Anfrage beim Hersteller.

Versteckte Fallen im Supermarkt

Wie ÖKO-TEST berichtet, enthalten viele scheinbar vegane Produkte versteckte tierische Bestandteile:

So erkennst du sichere vegane Produkte

Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt: Achte auf das V-Label oder die Veganblume. Diese Siegel garantieren, dass keine tierischen Hilfsstoffe verwendet wurden.

Seit 2016 gibt es auch eine Definition der Verbraucherschutzminister: Als vegan gekennzeichnete Lebensmittel dürfen keine Zutaten tierischen Ursprungs enthalten – einschließlich Zusatzstoffe, Trägerstoffe, Aromen und Enzyme.

Tipps für den Alltag

  1. Produkte mit V-Label oder Veganblume bevorzugen
  2. Bei unklaren Aromen beim Hersteller nachfragen – explizit auch nach Träger- und Hilfsstoffen
  3. Fertigprodukte meiden – selbst kochen mit frischen Kräutern und Gewürzen gibt dir volle Kontrolle
  4. E-Nummern-Listen speichernSwissveg bietet eine gute Übersicht

Die gute Nachricht: Immer mehr Hersteller kennzeichnen ihre Produkte freiwillig als vegan. Der Markt für pflanzliche Alternativen wächst stetig, und die Auswahl an garantiert veganen Produkten wird größer.