Vegane Kerzen selber machen

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Selbstgemachte vegane Kerzen aus Sojawachs sind einfacher herzustellen als gedacht - und das Ergebnis ist ein Unikat, das viel persönlicher wirkt als jede Kerze aus dem Laden. Sojawachs ist vollständig pflanzlich, brennt langsamer als Paraffin und gibt das Duftöl gleichmäßiger ab. Dazu kommt: Die Herstellung dauert nur 30 Minuten aktive Arbeitszeit - der Rest ist Wartezeit.

Ob als Ostergeschenk, Geburtstagsüberraschung oder für das eigene Zuhause - mit dieser Anleitung gelingen vegane Duftkerzen beim ersten Versuch.

Was macht Kerzen vegan?

Viele herkömmliche Kerzen enthalten Bienenwachs, das als tierisches Produkt für Veganer nicht infrage kommt. Die meisten günstigen Kerzen bestehen aus Paraffin, einem Erdölderivat. Sojawachs ist die perfekte pflanzliche Alternative: Es stammt aus Sojaöl, ist biologisch abbaubar und produziert beim Verbrennen deutlich weniger Ruß als Paraffin.

Für die Dochte eignen sich Baumwolldochte gut - sie sind von Natur aus vegan und im Bastelhandel erhältlich.

Wie gelingt das Schmelzen des Sojawachses?

Sojawachs schmilzt bei etwa 50-55°C und lässt sich gut im Wasserbad schmelzen. Wichtig: Nie direkt auf der Herdplatte erhitzen, da die Hitze zu ungleichmäßig wird. Eine einfache Möglichkeit ist ein Topf mit Wasser und ein hitzebeständiges Gefäß darin. Das flüssige Wachs sollte auf etwa 60-65°C abgekühlt sein, bevor du das Duftöl hinzufügst - sonst verdampft das Aroma.

Welche Gläser eignen sich für vegane Kerzen?

Am besten eignen sich zylindrische Gläser mit geraden Wänden - Einmachgläser, alte Marmeladengläser oder Weingläser funktionieren gut. Das Glas sollte hitzebeständig sein und keinen Riss haben. Breite, flache Gläser eignen sich weniger, da der Docht nicht stabil genug stehen kann.

Tipps für besonders schöne Ergebnisse

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Rezept

Zubereitungszeit
20 Min
Kochzeit
10 Min
Gesamtzeit
30 Min
Portionen
2-4 Kerzen

Zutaten

  • 2-4 saubere Gläser (z.B. alte Marmeladen- oder Einmachgläser)
  • Kerzendochte (aus Baumwolle, im Bastelgeschäft oder online erhältlich)
  • Sojawachsflocken (doppelte Menge des Glasvolumens)
  • 5-10 Tropfen Duftöl nach Wahl (Lavendel, Zitrus, Vanille, Rosmarin)
  • 2 Holzspieße oder Stifte
  • Schere
  • Doppelseitiges Klebeband oder Heißkleber
  • 2 Wäscheklammern

Zubereitung

  1. Alte Kerzengläser reinigen: Mit heißem Wasser füllen, warten bis sich das Wachs löst, dann mit Spülmittel waschen und vollständig trocknen lassen.
  2. Docht vorbereiten: Jeden Docht ca. drei Fingerbreit länger als die Glashohe zuschneiden. Doppelseitiges Klebeband in der Mitte des Glasbodens befestigen und den Docht aufkleben.
  3. Docht zentrieren: Das obere Docht-Ende um einen Holzspieß wickeln oder mit einer Wäscheklammer fixieren, die quer über dem Glas liegt. So bleibt er senkrecht in der Mitte.
  4. Sojawachs schmelzen: Die Wachsflocken im Wasserbad bei mittlerer Hitze ca. 5-8 Minuten schmelzen, bis die Masse vollständig flüssig ist. Nicht direkt auf der Herdplatte erhitzen.
  5. Duftol einrühren: Das flüssige Wachs etwas abkühlen lassen (auf ca. 60-65°C), dann das Duftol hinzufügen und sanft unterrühren. Bei zu heißem Wachs verdampft das Aroma.
  6. Kerzen befüllen: Das flüssige Wachs langsam in die vorbereiteten Gläser gießen. Nochmals prüfen, ob der Docht mittig sitzt. Mindestens 1-2 Stunden bei Raumtemperatur aushärten lassen - nicht erschüttern.
  7. Fertigstellen: Sobald das Wachs vollständig ausgehärtet ist, den Docht auf ca. 0,5 cm über der Wachsoberfläche kürzen. Die Kerze ist sofort verwendbar.

Häufige Fragen

Was macht Kerzen vegan oder nicht vegan?
Herkommliche Kerzen enthalten oft Bienenwachs (tierisches Produkt) oder Paraffin (Erdolderivat). Vegane Kerzen verwenden stattdessen pflanzliche Wachse wie Sojawachs, Rapsol-Wachs oder Kokosol-Wachs. Baumwolldochte sind von Haus aus vegan - manche Dochte enthalten jedoch eine Metallseele, was technisch vegan, aber aus Nachhaltigkeitssicht nicht ideal ist.
Wie lange brennen selbstgemachte vegane Kerzen?
Das hängt von der Glasgroße ab. Eine kleine 200-ml-Kerze aus Sojawachs brennt typischerweise 25-35 Stunden. Sojawachs brennt langsamer und cooler als Paraffin, was die Brenndauer verlängert. Kürze den Docht vor jedem Anzünden auf 0,5 cm - das verlängert die Brenndauer und reduziert Ruß.
Wo kaufe ich Sojawachsflocken für vegane Kerzen?
Sojawachsflocken gibt es in Bastelgeschäften, in Onlineshops für Kerzenherstellung sowie in gut sortierten Naturkostläden. Achte auf GVO-freies Sojawachs aus nachhaltiger Landwirtschaft. Für 4 kleine Kerzen (je ca. 200 ml) brauchst du etwa 400-500 g Wachsflocken.
Welche Duftöle eignen sich am besten für vegane Kerzen?
Spezielle Kerzenduftöle sind intensiver als gewöhnliche Duftöle und auf die hohen Temperaturen beim Kerzengießen ausgelegt. Beliebt für Frühling und Ostern: Lavendel, Zitrone, Bergamotte, Eukalyptus und Rosmarin. Für Winter eignen sich Vanille, Zimt, Tanne und Orange. Wichtig: Das Duftol erst bei abgekühltem Wachs (ca. 60-65°C) hinzufügen, sonst verdampft das Aroma.
Wie befestige ich den Docht richtig im Glas?
Am zuverlässigsten funktioniert doppelseitiges Klebeband auf dem Glasboden oder ein kleiner Punkt Heißkleber. Der Docht muss genau in der Mitte des Glases sitzen - eine Wäscheklammer quer über das Glas hilft dabei, ihn während des Aushärtens in Position zu halten. Ein schief sitzender Docht brennt die Kerze ungleichmäßig ab.
Kann ich vegane Kerzen auch farbig gestalten?
Ja - spezielle Kerzenfarbpigmente (auf Pulver- oder Flockenbasis) lassen sich einfach ins flüssige Wachs einrühren. Verwende keine regulären Farben oder Acrylfarben, da diese nicht hitzebeständig sind. Für einen natürlichen Look eignen sich Kurkuma (gelb), Rotkohlpulver (lila) oder Paprikapulver (orange) - allerdings mit schwächerer Färbekraft.
Wie verpacke ich vegane Kerzen als Geschenk?
Lege die fertige Kerze in eine kleine Holzkiste oder Kraftpapier-Box. Naturbast, getrocknete Blüten oder Zimtstangen als Dekoration machen das Geschenk besonders. Ein handgeschriebenes Etikett mit dem Duft und einem Tipp zum Kürzen des Dochtes rundet das nachhaltige Geschenk ab - ideal für Ostern, Geburtstage oder als kleines Dankeschön.