Vegane Bärlauchnockerl

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Bärlauch hat nur wenige Wochen Saison - und Bärlauchnockerl sind einer der besten Wege, dieses österreichische Frühlingsgeschenk zu genießen. Die weichen, zarten Kartoffelnockerl leuchten grün, duften intensiv nach Knoblauch und schmelzen förmlich auf der Zunge.

Das Schöne an diesem Rezept: Es braucht nur wenige Zutaten und kommt ohne Ei aus. Frischer Bärlauch macht den Teig auf natürliche Weise aromatisch und gibt den Nockerl ihre charakteristische Farbe.

Warum sind Bärlauchnockerl so ein besonderes Frühlingsgericht?

Bärlauch - auf Österreichisch manchmal auch "Waldknoblauch" genannt - wächst wild in schattigen Wäldern und an Bachufern. Die Saison dauert von März bis Mitte Mai, danach blüht die Pflanze und die Blätter verlieren ihr Aroma. Das macht Bärlauchnockerl zu einem echten Saisongenuss, den man nur wenige Wochen im Jahr kochen kann.

Der Unterschied zu normalem Knoblauch: Bärlauch ist milder, frischer und hat eine angenehm grüne, krautige Note. Er lässt sich direkt roh in den Teig einarbeiten und gibt den Nockerl ein unverwechselbares Aroma.

Welche Kartoffeln eignen sich am besten für Nockerl?

Mehligkochende Kartoffeln sind Pflicht - sie haben einen höheren Stärkegehalt und absorbieren weniger Wasser, was den Teig bindiger macht. Sorten wie Agria, Sieglinde oder Bintje sind ideal. Mit festkochenden Kartoffeln wird der Teig zu klebrig und braucht deutlich mehr Mehl, was die Nockerl schwerer macht.

Wichtig: Die Kartoffeln müssen komplett auskühlen, bevor du Mehl dazugibst. Warme Kartoffeln nehmen mehr Mehl auf - das Ergebnis wären dichte, gummiartige Nockerl statt der gewünschten zarten Textur.

Wie bekommt man den Bärlauchteig richtig hin?

Der Teig soll weich, leicht klebrig und gerade noch formbar sein. Das Mehl nur nach und nach einarbeiten - das ist das wichtigste Prinzip. Viele machen den Fehler, zu viel Mehl hinzuzufügen, weil der Teig klebt. Weniger ist hier mehr: Ein klebriger Teig ergibt zartere Nockerl.

Tipp Warum
Kartoffeln vollständig auskühlen lassen Vermeidet zu viel Mehl
Mehl schrittweise einarbeiten Weniger Mehl = zartere Nockerl
Bärlauch sehr fein hacken Gleichmäßige Verteilung im Teig
Teig nicht lange kneten Verhindert zähe Konsistenz
Sofort nach dem Formen kochen Frische ergibt beste Textur

Was ist der Unterschied zwischen Nockerl und Gnocchi?

Österreichische Nockerl und italienische Gnocchi sind eng verwandt - beide basieren auf Kartoffeln und Mehl. Der Hauptunterschied liegt in der Form: Gnocchi werden oft mit einer Gabel geriffelt, Nockerl sind eher oval und rustikal geformt. Die österreichische Tradition verwendet häufig auch Grieß oder Topfen als Variation. Bärlauchnockerl folgen der klassischen Kartoffelvariante und sind mindestens genauso köstlich wie ihr italienisches Pendant.

Welche Sauce passt zu veganen Bärlauchnockerl?

Die klassisch österreichische Begleitung sind gebräunte vegane Butter und Semmelbrösel - einfach, aber herrlich. Für eine reichhaltigere Variante eignet sich eine cremige Cashewsahne mit frischem Zitronensaft und Bärlauchpesto. Beide Saucen lassen sich in der Zeit zubereiten, während die Nockerl kochen.

Wer es unkompliziert mag: Gutes Olivenöl, ein Spritzer Zitrone und frische Kräuter reichen vollkommen aus, um die Aromen der Nockerl in den Vordergrund zu stellen.

Wie lagert man Bärlauch richtig bis zur Verarbeitung?

Frischer Bärlauch hält sich im Kühlschrank in einem feuchten Tuch eingewickelt oder in einem Glas Wasser (wie Blumen) bis zu 5 Tage. Zum Konservieren eignet sich Bärlauchpesto hervorragend - in Olivenöl eingelegt und luftdicht verschlossen hält es im Kühlschrank mehrere Wochen. So lässt sich das Bärlauch-Aroma auch über die Saison hinaus in Gerichten wie Pasta, Aufstrichen oder eben Nockerl genießen.

Mehr österreichische Frühlingsrezepte mit Bärlauch findest du bei der veganen Bärlauch-Focaccia, und für den kompletten Überblick lohnt sich der vegane Bärlauch-Guide. Wer die Nockerl als Beilage zu einer Hauptspeise servieren möchte, findet Inspiration bei veganen Grillbeilagen.

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Rezept

Zubereitungszeit
25 Min
Kochzeit
20 Min
Gesamtzeit
45 Min
Portionen
4 Portionen

Zutaten

  • 800 g mehligkochende Kartoffeln
  • 100 g frische Bärlauchblätter (gut gewaschen)
  • 180-220 g Weizenmehl (Type 700), plus mehr zum Formen
  • 2 EL Speisestärke
  • 1 TL Salz
  • frisch geriebene Muskatnuss nach Geschmack
  • Für die Sauce: 150 ml Cashewsahne (eingeweichte Cashews gemixt)
  • Saft einer halben Zitrone
  • 2 EL veganes Bärlauchpesto (oder Olivenöl mit 1 Knoblauchzehe)
  • Salz und Pfeffer
  • Zum Anbraten: 2 EL Olivenöl oder vegane Butter
  • Optional: Semmelbrösel, Zitronenabrieb, frische Kräuter

Zubereitung

  1. Kartoffeln waschen und in der Schale kochen, bis sie weich sind (ca. 25-30 Minuten). Abgießen, kurz ausdampfen lassen, dann schälen und noch warm durch eine Kartoffelpresse drücken. Vollständig auskühlen lassen - das ist wichtig für die richtige Konsistenz.
  2. Bärlauchblätter waschen, trocken tupfen und sehr fein hacken oder mit einem Stabmixer zu einer glatten Paste verarbeiten. Für eine intensivere Farbe kannst du die Bärlauchpaste mit 1 EL Olivenöl mixen.
  3. Die ausgekühlen Kartoffeln in eine große Schüssel geben. Bärlauchpaste, Speisestärke, Salz und Muskatnuss hinzufügen und gut vermischen. Das Mehl nach und nach einarbeiten - zuerst 180 g, dann nur so viel mehr hinzufügen, bis der Teig gerade noch formbar ist. Weniger Mehl ergibt zartere Nockerl.
  4. Den Teig auf einer leicht bemehlten Fläche zu etwa 2 cm dicken Rollen formen und in mundgerechte Stücke (ca. 3-4 cm) schneiden. Die Nockerl leicht rund formen - das ist typisch österreichisch.
  5. Einen großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Die Nockerl portionsweise hineingeben und bei mittlerer Hitze garen, bis sie an die Oberfläche steigen (3-5 Minuten). Mit einer Schaumkelle herausnehmen und kurz abtropfen lassen.
  6. Für die Cashew-Sauce: Cashewsahne in einer Pfanne erwärmen, Zitronensaft und Bärlauchpesto einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Für eine leichtere Variante einfach Olivenöl mit gepresster Knoblauchzehe in der Pfanne erwärmen.
  7. Die gekochten Nockerl in einer Pfanne mit Olivenöl oder veganer Butter bei mittlerer Hitze 2-3 Minuten leicht anbraten, bis sie eine goldene Kruste bekommen.
  8. Nockerl auf vorgewärmten Tellern anrichten, mit der Cashew-Sauce beträufeln. Optional mit Semmelbröseln (kurz in veganer Butter geröstet), Zitronenabrieb und frischen Kräutern garnieren. Sofort servieren.

Häufige Fragen

Was sind Bärlauchnockerl?
Bärlauchnockerl sind österreichische Kartoffelklöße, die mit frischen Bärlauchblättern zubereitet werden. Der Bärlauch verleiht ihnen eine intensive, knoblauchähnliche Note und eine appetitliche grüne Farbe. Sie werden gekocht und dann optional in der Pfanne leicht angebraten.
Wann hat Bärlauch in Österreich Saison?
Bärlauch wächst in Österreich von März bis Mitte Mai. Die beste Erntezeit ist April und der frühe Mai, wenn die Blätter noch zart und aromatisch sind. Ab Mitte Mai blüht die Pflanze und die Blätter werden kräftiger im Geschmack. Die Bärlauchnockerl sind also ein typisches Frühlings-Saisonrezept.
Wie erkenne ich Bärlauch von Maiglöckchen?
Bärlauch riecht beim Zerreiben intensiv nach Knoblauch - Maiglöckchen hingegen nicht. Das ist das sicherste Erkennungsmerkmal. Außerdem hat Bärlauch glattere, mattere Blätter mit einer einzelnen Hauptader, während Maiglöckchen-Blätter paarig aus dem Boden wachsen und sich zur Spitze hin verjüngen. Im Zweifel immer kaufen statt sammeln.
Kann ich tiefgefrorenen Bärlauch für die Nockerl verwenden?
Ja, tiefgefrorener Bärlauch funktioniert gut für Nockerl. Er sollte vorher aufgetaut und gut ausgedrückt werden, da er beim Auftauen viel Wasser abgibt. Das Aroma ist etwas milder als bei frischem Bärlauch, deshalb ruhig etwas mehr verwenden - etwa 120 g statt 100 g. Die Nockerl gelingen damit genauso gut.
Welche Sauce passt am besten zu veganen Bärlauchnockerl?
Eine Cashew-Sahne-Sauce mit Zitrone und Bärlauchpesto harmoniert perfekt. Auch einfache gebräunte vegane Butter mit Semmelbröseln ist klassisch österreichisch. Wer es leichter mag, serviert die Nockerl mit Tomatensauce oder einfach mit hochwertigem Olivenöl und frischen Kräutern.
Wie lange halten sich vegane Bärlauchnockerl?
Rohe Nockerl sollten sofort gekocht werden. Gekochte Nockerl halten sich im Kühlschrank bis zu 2 Tage - am besten in etwas Olivenöl schwenken, damit sie nicht zusammenkleben. Zum Aufwärmen in der Pfanne anbraten, nicht in der Mikrowelle. Roh eingefroren (vor dem Kochen) sind sie bis zu 2 Monate haltbar.
Gelingen die Nockerl auch glutenfrei?
Ja, mit glutenfreiem Mehl gelingen die Nockerl gut. Eine Mischung aus Reismehl und Tapiokastärke (3:1) funktioniert besonders gut und ergibt eine angenehm weiche Textur. Das Mischungsverhältnis kann leicht variieren - der Teig sollte weich aber formbar sein. Kichererbsenmehl alleine macht die Nockerl etwas dichter, aber ebenfalls lecker.