Vegane Apfelnockerl

Vegane Apfelnockerl sind die österreichische Seele als Teller: kleine, zarte Teigtropfen aus Haferdrink-Spaetzleteig, vermengt mit warmem Apfel-Zimt-Ragout und grosszuegig mit Staubzucker bestaeubt. Das klassische Gericht aus der Steiermark gelingt in nur 35 Minuten rein pflanzlich - und schmeckt so gut, dass du es am liebsten jede Woche machen wirst.

Was macht die Apfelnockerl so besonders?

Apfelnockerl sind eine typisch österreichische Mehlspeise, die je nach Region als Hauptgericht oder Nachtisch gegessen wird. Der Teig aehnelt Spaetzle - er ist zaeher als Pfannkuchenteig, wird aber loeffelweise direkt ins kochende Wasser gegeben. Das Ergebnis sind weiche, leicht federnde Nockerl, die den Zimtapfel-Geschmack wunderbar aufnehmen.

Traditionell enthaelt der Teig Eier und Kuhmilch. Für die vegane Version ersetzen wir beides: Haferdrink bringt eine natuerliche Suessse und die passende Konsistenz, Kichererbsenmehl mit Wasser übernimmt die Bindekraft der Eier - zuverlaessig und ohne Geschmacksunterschied.

Welche Aepfel und Gewuerze passen am besten?

Die Wahl des Apfels entscheidet viel. Saeure-suessse Sorten wie Elstar, Cox Orange oder Boskop harmonieren am besten mit dem schlichten Nockelteig: Sie behalten beim kurzen Garen noch ihren Biss und setzen durch ihre natuerliche Saeuerlichkeit einen schönen Kontrast zur süßen Staubzucker-Haube.

Beim Würzen gilt: weniger ist mehr. Zimt ist Pflicht, eine Prise Muskat im Teig gibt Tiefe, und ein Spritzer Zitronensaft auf den Aepfeln hält die Farbe frisch und balanciert die Suessse. Wer mag, gibt grobgehackte Walnuesse dazu - sie bringen Biss und machen das Gericht noch sättigender.

Apfelsorte Charakter Eignung
Elstar süß-sauerlich, aromatisch sehr gut
Cox Orange intensiv aromatisch, saeurlich sehr gut
Boskop sauerlich, festfleischig sehr gut
Goldreinette süß-wuerziger Altapfel gut
Fuji sehr süß, wenig Saeure gut (weniger Zucker)

Wie gelingen die Nockerl besonders locker?

Drei Punkte machen den Unterschied:

1. Konsistenz des Teigs: Der Teig muss zäh und klebrig sein - er soll schwer vom Loeffel fallen, aber nicht wie ein Kloetzchen. Zu duenn bedeutet beim Kochen verfallendes Chaos, zu fest bedeutet gummiartige Nockerl.

2. Sprudelnd kochendes Wasser: Nur in wirklich sprudelndem (nicht leise siedendem!) Salzwasser trennen sich die Nockerl sauber. Wer ein Nockerl-Sieb verwendet, hält es kurz ins Wasser - sonst klebt der Teig.

3. Nicht zu viele auf einmal: Maximal 12 Nockerl gleichzeitig ins Wasser geben, sonst faellt die Temperatur zu stark und die Nockerl werden glitschig statt locker.

Das Kichererbsenmehl quillt beim Stehenlassen auf und hält den Teig zusammen - deshalb unbedingt 5 Minuten warten, bevor du mit dem Teig weitermachst.

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Rezept

Zubereitungszeit
15 Min
Kochzeit
20 Min
Gesamtzeit
35 Min
Portionen
4 Portionen

Zutaten

  • 300 g Weizenmehl (Type 700 oder 405)
  • 250 ml Haferdrink (ungesuesst)
  • 2 EL Kichererbsenmehl
  • 4 EL Wasser
  • 1/2 TL Salz
  • 1 Prise Muskatnuss
  • 4 Aepfel (ca. 600 g, z.B. Elstar, Cox Orange oder Goldreinette)
  • 2 EL vegane Butter
  • 2 EL Rohrohrzucker
  • 1 TL gemahlener Zimt
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • Staubzucker zum Bestaeuben
  • 3 EL gehackte Walnuesse (optional)

Zubereitung

  1. Kichererbsenmehl mit 4 EL Wasser in einer kleinen Schüssel verruehren und 5 Minuten quellen lassen.
  2. Mehl, Haferdrink, die Kichererbsenmehl-Mischung, Salz und Muskatnuss in einer Schüssel zu einem glatten, zaehen Teig verruehren. Der Teig soll dicker als Pfannkuchenteig sein, aber noch gut vom Loeffel tropfen.
  3. Einen großen Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen bringen.
  4. Aepfel schälen, entkernen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Mit Zitronensaft betraeufeln, damit sie nicht braun werden.
  5. Vegane Butter in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen. Apfelwuerfel mit Rohrohrzucker und Zimt ca. 5 bis 6 Minuten garen, bis sie weich sind, aber noch Biss haben. Optional Walnuesse dazugeben. Pfanne vom Herd ziehen.
  6. Mit zwei Teeloeffeln oder einem Nockerl-Sieb kleine Teigportionen (Walnussgroesse) direkt ins sprudelnde Salzwasser geben. Nicht mehr als 12 Nockerl gleichzeitig kochen.
  7. Nockerl 8 bis 10 Minuten kochen, bis sie an die Oberfläche steigen. Dann noch 2 Minuten schwimmen lassen.
  8. Mit einer Schaumkelle herausheben, kurz abtropfen lassen und sofort zur Apfelmischung in die Pfanne geben. Alles vorsichtig vermengen.
  9. Auf Tellern anrichten und grosszuegig mit Staubzucker bestaeubern. Sofort servieren.

Häufige Fragen

Was sind Apfelnockerl?
Apfelnockerl sind eine klassische österreichische Mehlspeise - kleine, weiche Teigtropfen ähnlich wie Spaetzle oder Gnocchi, die in Salzwasser gekocht und anschliessend mit warmem Apfel-Zimt-Ragout vermengt werden. Sie kommen urspruenglich aus der Steiermark und werden traditionsgemass als Hauptgericht oder Dessert serviert. Vegane Apfelnockerl gelingen mit Haferdrink und Kichererbsenmehl als Ei-Ersatz genauso zart und locker wie das Original.
Wie werden Apfelnockerl vegan?
Für vegane Apfelnockerl werden Kuhmilch und Eier durch pflanzliche Alternativen ersetzt: Haferdrink sorgt für die richtige Teigkonsistenz, während Kichererbsenmehl vermischt mit Wasser die bindende Funktion der Eier übernimmt. Vegane Butter ersetzt Butterschmalz für das Apfelragout. Das Ergebnis ist ein ebenso zarter, lockerer Teig wie beim traditionellen Rezept.
Welche Aepfel eignen sich am besten für Apfelnockerl?
Am besten eignen sich saeuerliche bis süß-saeure Aepfel wie Elstar, Cox Orange, Boskop oder Goldreinette. Sie behalten beim kurzen Garen noch etwas Biss und bilden einen schönen Kontrast zur süßen Staubzucker-Huelle der Nockerl. Sehr suessse Sorten wie Fuji können ebenfalls verwendet werden, dann einfach weniger Zucker hinzufügen.
Wie gelingt der Teig ohne Eier perfekt?
Das Geheimnis liegt im Kichererbsenmehl: 2 EL Kichererbsenmehl mit 4 EL Wasser verruehren und 5 Minuten quellen lassen - dieses "Kichererbsen-Ei" bindet den Teig genauso gut wie ein echtes Ei. Der Teig sollte zäh und klebrig sein und schwer vom Loeffel fallen. Ist er zu fluessig, einfach etwas mehr Mehl einruehren. Ist er zu fest, einen Schluck Haferdrink dazu.
Kann ich Apfelnockerl vorbereiten?
Der Teig lässt sich bis zu 2 Stunden im Kühlschrank aufbewahren. Das Apfelragout kann ebenfalls vorgekocht und kurz vor dem Servieren erwaermt werden. Die fertigen Nockerl sollten jedoch frisch gegessen werden - nach dem Kochen werden sie beim Abkühlen gummiartig. Wer für Gäste kocht, kann alles vorbereiten und die Nockerl erst kurz vor dem Servieren kochen.
Wie forme ich die Nockerl richtig?
Die einfachste Methode: Zwei Teeloeffel benutzen - mit einem Teeloeffel eine walnussgrosse Portion Teig abstechen, mit dem zweiten in das kochende Wasser schieben. Alternativ gibt es guenstige Spaetzle-Hobel oder Nockerl-Siebe im Handel, die gleichmaessige Portionen ermoeglichen. Wichtig: Das Wasser muss sprudelnd kochen, damit die Nockerl nicht zusammenkleben.
Was passt als Beilage zu veganen Apfelnockerl?
Klassisch werden Apfelnockerl mit einer grosszuegigen Prise Staubzucker serviert - das ist schon alles! Wer es noch herzhafter mag, kann die Nockerl kurz in brauner Butter und Zimtzucker schwenken (Butterbrösel-Variante). Ein Klecks vegane Schlagsahne oder eine Kugel veganes Vanilleeis daneben macht die Mehlspeise zum vollständigen Dessert.
Sind vegane Apfelnockerl auch glutenfrei möglich?
Ja, mit glutenfreiem Mehl (z.B. eine glutenfreie Mehlmischung oder Reismehl mit 1 TL Xanthan) gelingt das Rezept ebenfalls. Die Nockerl werden etwas kompakter, aber noch immer sehr lecker. Das Kichererbsenmehl selbst ist glutenfrei, nur das Weizenmehl muss ersetzt werden. Kochzeit eventuell um 2 Minuten verlängern.