Vegane Tattoos: Der komplette Guide für tierfreie Tattoos und Pflege

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Tattoos und Veganismus - passt das zusammen? Die gute Nachricht: Ja! Mit dem richtigen Wissen kannst du dir ein komplett veganes Tattoo stechen lassen. In diesem Guide erfährst du alles über vegane Tattoofarben, worauf du beim Termin achten solltest und wie du dein frisches Kunstwerk tierfrei pflegst.

Tierische Inhaltsstoffe in klassischen Tattoofarben

Tattoos sind nicht automatisch vegan. Herkömmliche Tattoofarben und -produkte können verschiedene tierische Inhaltsstoffe enthalten:

Tierische Inhaltsstoffe in Tattoofarben

Inhaltsstoff Herkunft Verwendung
Knochenkohle Verbrannte Tierknochen Schwarze Pigmente
Schellack Lackschildläuse Bindemittel
Glycerin (tierisch) Tierische Fette Stabilisator
Gelatine Knochen, Haut, Sehnen Bindemittel
Karmin Cochenille-Läuse Rote Pigmente

Laut PETA können nicht-vegane Tattoofarben Knochenkohle, tierisches Glycerin, Gelatine aus Hufen oder Schellack aus Käfern enthalten.

Vegane Tattoofarben: Die Alternativen

Die gute Nachricht: Vegane Tattoofarben sind ebenso intensiv, haltbar und vielfältig wie herkömmliche Tinten. Laut The Vegan Society verwenden vegane Alternativen:

Zertifizierte vegane Tattoofarben-Marken

Diese Marken sind vegan und tierversuchsfrei zertifiziert:

Internationale Marken:

So bekommst du ein veganes Tattoo

1. Das richtige Studio finden

Frag direkt beim Tattoostudio nach:

Immer mehr Studios bieten von sich aus vegane Optionen an. Viele Tätowierer:innen sind selbst vegan und kennen die Thematik gut. Eine Übersicht veganer Studios findest du in unseren Guides zu veganen Tattoo-Studios in Österreich und in Deutschland.

2. Nicht nur die Farbe zählt

Ein komplett veganes Tattoo-Erlebnis umfasst mehr als nur die Tinte:

Transfer-Papier: Das einzige verbreitete vegan zertifizierte Transferpapier ist Spirit Thermal Tattoo Transfer Paper von ReproFX - es verwendet pflanzliche Wachse statt Lanolin.

Rasierer: Einwegrasierer im Studio haben oft Gelstreifen mit tierischem Glycerin. Bring im Zweifel deinen eigenen veganen Rasierer mit.

Abdeckfolie und Salben: Auch die verwendeten Folien, Vaseline oder Aftercare-Produkte sollten geprüft werden. Frag das Studio, welche Produkte sie verwenden.

3. Fragen fürs Studio

Diese Fragen helfen dir bei der Vorbereitung:

Vegane Tattoo-Nachpflege

Die richtige Pflege ist entscheidend für ein schönes Ergebnis. Auch hier gilt es, tierische Inhaltsstoffe zu vermeiden.

Inhaltsstoffe, die NICHT vegan sind:

Vegane Pflegeprodukte für Tattoos

Spezielle Tattoo-Pflegelinien:

Allgemeine vegane Alternativen:

Pflegetipps für die ersten Wochen

  1. Tag 1-3: Folie nach Anweisung tragen, sanft mit lauwarmem Wasser und milder veganer Seife reinigen
  2. Tag 3-14: Dünn mit veganer Pflegecreme eincremen, Austrocknung vermeiden
  3. Nicht kratzen! Auch wenn es juckt - das gehört zum Heilungsprozess
  4. Sonnenschutz: Nach dem Abheilen immer veganen Sonnenschutz (LSF 30+) auftragen

Ethik, Verträglichkeit und Qualität veganer Tattoofarben

Ethische Gründe

Vegane Tattoofarben enthalten keine tierischen Produkte und werden nicht an Tieren getestet. Du unterstützt damit tierfreie Produktionsweisen.

Verträglichkeit

Manche Studien deuten darauf hin, dass vegane Farben auf natürlicher Basis weniger allergische Reaktionen auslösen können. Die Inhaltsstoffe sind oft transparenter deklariert.

Qualität

Vegane Tattoofarben stehen herkömmlichen Tinten in nichts nach. Sie sind ebenso intensiv, langlebig und in allen Farbvarianten erhältlich.

Fazit

Ein veganes Tattoo ist absolut machbar - du musst nur wissen, worauf du achten solltest. Sprich offen mit deinem Tattoostudio über vegane Optionen. Die meisten professionellen Studios sind kooperativ und können vegane Farben bestellen, falls sie diese nicht ohnehin schon verwenden.

Das Wichtigste: Frag nach! Je mehr Menschen nach veganen Alternativen fragen, desto selbstverständlicher wird das Angebot.


Quellen:

Häufige Fragen

Sind alle Tattoos automatisch vegan?
Nein. Herkömmliche Tattoofarben können tierische Inhaltsstoffe wie Knochenkohle, Schellack, tierisches Glycerin, Gelatine oder Karmin enthalten. Auch Transferpapier, Einwegrasierer und Nachpflegeprodukte im Studio sind nicht automatisch tierfrei. Nur wer gezielt nach veganen Farben und Produkten fragt, bekommt ein wirklich tierfreies Tattoo.
Woran erkenne ich vegane Tattoofarben?
Vegane Tattoofarben-Marken wie Eternal Ink, World Famous Ink, Kuro Sumi oder Solid Ink sind vegan und tierversuchsfrei zertifiziert. Frag im Studio direkt nach der verwendeten Marke oder such nach einer expliziten Vegan-Kennzeichnung auf dem Fläschchen.
Muss ich vegane Tattoofarbe extra bestellen lassen?
Viele Studios führen vegane Farben bereits standardmäßig, da sie qualitativ gleichwertig sind. Falls nicht, können die meisten professionellen Studios vegane Marken wie Eternal Ink oder Dynamic Ink problemlos nachbestellen. Frag am besten schon beim Beratungstermin danach.
Welche Nachpflegeprodukte sind für vegane Tattoos geeignet?
Spezielle vegane Linien wie TattooMed oder Hustle Butter Deluxe sind tierfrei formuliert. Alternativ eignen sich kaltgepresstes Kokosöl oder unraffinierte Sheabutter. Vermeide Produkte mit Lanolin, Bienenwachs oder tierischem Glycerin.
Verheilen vegane Tattoos anders als herkömmliche?
Der Heilungsprozess selbst unterscheidet sich nicht. Manche Studien deuten sogar darauf hin, dass vegane Farben auf natürlicher Basis seltener allergische Reaktionen auslösen. Wichtig bleibt in jedem Fall: sanft reinigen, dünn eincremen, nicht kratzen und nach dem Abheilen Sonnenschutz verwenden.
Sind vegane Tattoofarben teurer als herkömmliche?
Nein, vegane Tattoofarben kosten in der Regel genauso viel wie klassische Tinten. Der Preisunterschied bei deinem Tattoo entsteht eher durch Größe, Motiv und Studio, nicht durch die Wahl veganer Farbe.