Vegane Sommergetränke selber machen

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Selbstgemachte Limonaden, Eistee-Variationen und Sirupe erfrischen im Sommer mindestens so gut wie gekaufte Getränke - und du weißt genau, was drin ist. Kein Konservierungsstoff, kein künstliches Aroma, kein Honig. Gerade im Frühling, wenn die ersten Holunderblüten erscheinen und Erdbeeren auf dem Markt auftauchen, macht das Ansetzen eigener Getränke besonders Spaß.

Pflanzliche Getränke enthalten von Natur aus wertvolle bioaktive Verbindungen. Laut einer 2023 veröffentlichten Übersichtsarbeit in der National Library of Medicine (PMC) liefern pflanzenbasierte Getränke Polyphenole, Flavonoide und Phytosterole - Verbindungen mit antioxidativen Eigenschaften, die in frischen, selbst gemachten Getränken besonders gut erhalten bleiben.

Was brauchst du für selbstgemachte vegane Sommergetränke?

Die Grundausstattung ist überschaubar und in jedem Supermarkt erhältlich:

Zutat Verwendungszweck
Bio-Zitronen oder Limetten Basis für klassische Limonaden
Agavendicksaft oder Rohrzucker Veganes Süßungsmittel
Mineralwasser mit oder ohne Kohlensäure Aufguss und Verdünnung
Loser Tee oder Teebeutel Eistee-Basis
Frische Kräuter (Minze, Zitronenmelisse) Aroma und Garnitur
Frische Früchte der Saison Erdbeeren, Rhabarber, Pfirsich

Der praktischste Vorrat ist ein Vorrats-Zuckersirup: gleiche Teile Rohrzucker und Wasser kurz aufkochen, abkühlen lassen, in eine saubere Glasflasche füllen. So hast du immer eine fertige Basis zur Hand, die sich in kalten Flüssigkeiten besser löst als grober Zucker.

Honig hat in veganen Sommergetränken nichts verloren - Agavendicksaft ist die unkomplizierteste Variante, löst sich problemlos in kaltem Wasser und schmeckt neutral.

Wie machst du vegane Limonade selber?

Die klassische Zitronenlimonade braucht nur drei Dinge: frisch gepressten Zitronensaft, Wasser und Süße. Für vier große Gläser presst du etwa 4 bis 5 Bio-Zitronen aus (ergibt rund 150 ml Saft), gibst 100 ml Agavendicksaft dazu und füllst mit 800 ml Wasser auf. Eiswürfel und frische Minze dazu - fertig. Inspiriert von Plantifully Based.

Von dieser Basis aus lässt sich beliebig variieren:

Erdbeer-Limonade
200 g frische Erdbeeren pürieren, durch ein Sieb streichen und zur Basislimonade geben. Dattelsirup statt Agave ergibt eine besonders runde Süße (Sweet Simple Vegan).

Ingwer-Zitrone
Einen 3 cm großen Ingwerstück fein reiben, den Saft ausdrücken und direkt in die Limonade rühren. Die Schärfe passt gut zu heißen Tagen.

Holunderblüten-Limonade
Fertig gekaufter oder selbst gekochter Holundersirup mit Zitronenwasser aufgießen - ein österreichischer Sommerklassiker, den du in wenigen Minuten fertig hast (Rezeptinspiration: eat.de).

Minz-Limetten-Limonade
Limettensaft statt Zitrone, reichlich frische Minzblätter leicht andrücken und mit Mineralwasser aufgießen. Schmeckt wie ein alkoholfreier Mojito.

Welche veganen Eistee-Variationen lohnen sich?

Selbstgemachter Eistee braucht keine Künlichkeit - und schmeckt deutlich aromatischer als die meisten Flaschenprodukte. Die Cold-Brew-Methode ist besonders unkompliziert: Teebeutel oder loser Tee direkt in kaltes Wasser geben, 8 bis 12 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Kein Bitter, kein Überziehen - der Tee gibt sein Aroma schonend ab.

Earl Grey mit Zitrone
Der Bergamotten-Duft des Earl Grey passt hervorragend zu frischen Zitronenscheiben und einem Spritzer Agavendicksaft. Heiß aufbrühen, auf Zimmertemperatur abkühlen, dann kalt stellen.

Grüntee kalt
Grüner Tee ist laut einer Studie im Journal of Agricultural and Food Chemistry besonders reich an Catechinen und Polyphenolen - durch die Cold-Brew-Methode gehen weniger dieser wertvollen Verbindungen verloren als durch heißes Aufbrühen.

Pfirsich-Eistee
Schwarztee als Basis, dann 150 ml pürierter Pfirsich oder selbst gemachter Pfirsichsirup dazu. Mit Mineralwasser auffüllen und gekühlt servieren.

Veganer Thai-Eistee
Schwarztee stark aufbrühen, süßen und abkühlen lassen. Dann Kokosmilch mit einer Prise Vanille einrühren - cremig, exotisch, ein Highlight für Gäste (Minimalist Baker).

Wie stellst du vegane Sirupe als Basis her?

Ein selbst gemachter Sirup ist die flexibelste Investition in die Sommergetränke-Küche: einmal kochen, wochenlang genießen. Die Grundregel für alle Sirupe: gleiche Teile Zucker und Wasser aufkochen, dann nach Geschmack Zutaten hinzufügen.

Holunderblütensirup
Frische Holunderblüten (etwa 20 Dolden) mit 2 aufgeschnittenen Bio-Zitronen in den heißen Sirup geben, 24 Stunden ziehen lassen, dann abseihen. Eines der beliebtesten österreichischen Sommergetränke als Basis.

Lavendelsirup
2 EL getrockneter Lavendel in den Sirup geben, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen. Passt zu Mineralwasser, Limonade und als Basis für Mocktails.

Ingwersirup
Frisch geriebener Ingwer (60 g) mit Zuckerwasser aufkochen, 20 Minuten köcheln lassen, abseihen. Gibt Limonaden und Eistees eine belebende Note.

Rhabarbersirup
Frühlingssaisonal und wunderbar säuerlich: 300 g Rhabarber kleingeschnitten mit Zucker und etwas Wasser einkochen, pürieren oder abseihen. Passt besonders gut zu Mineralwasser mit Kohlensäure.

Fertige Sirupe in eiswürfelformen einfrieren und portionsweise verwenden - so hast du auch im Hochsommer schnell frische Getränke zur Hand, wie die Zero Waste Familie zeigt.

Welche veganen Mocktails kannst du für Gäste machen?

Für Gäste oder besondere Anlässe lassen sich aus diesen Grundrezepten in wenigen Minuten elegante Mocktails zusammenstellen. Kohlensäurehaltiges Wasser, frische Früchte und Kräuter machen optisch und geschmacklich viel her.

Veganer Hugo
Holunderblütensirup (2 EL pro Glas) mit Mineralwasser mit Kohlensäure aufgießen, frische Minzblätter und Limettenscheiben dazu - im Weinglas serviert ein Hingucker auf jeder Gartenparty.

Erdbeer-Minze-Spritz
Pürierte Erdbeeren, frischer Limettensirup und reichlich Minze mit Mineralwasser aufgießen. Mit Eiswürfeln und einer Erdbeere am Glasrand garnieren.

Tropischer Mocktail
100 ml Mangosaft, 100 ml Kokoswasser, Saft einer halben Limette und eine Prise Cayennepfeffer - für wer es etwas spannender mag.

Wie lange halten selbstgemachte vegane Getränke?

Ohne Konservierungsstoffe und ohne Pasteurisierung sind die Haltbarkeiten kürzer als bei Industriegetränken - dafür schmecken sie frischer:

Saubere Bügelflaschen oder Glasflaschen mit Schraubverschluss verlängern die Haltbarkeit und sehen beim Servieren schön aus. Tipp: Einen Zettel mit dem Datum drauflegen, damit du den Überblick behältst.

Häufige Fragen

Sind selbstgemachte Sommergetränke automatisch vegan?
Die meisten Zutaten für Limonaden und Eistee sind pflanzlichen Ursprungs. Wichtig ist: veganen Zucker verwenden (Rohrzucker oder Agavendicksaft statt Honig) und darauf achten, dass keine tierischen Zutaten wie Milch oder Gelatine in gekauften Sirupen enthalten sind.
Was ist der Unterschied zwischen Limonade und Eistee?
Limonade wird aus Fruchtsaft (meist Zitrone oder Limette), Wasser und einem Süßungsmittel hergestellt. Eistee basiert auf aufgebrühtem Tee, der abgekühlt und gesüßt wird. Beide lassen sich mit Kräutern, Sirups und frischen Früchten kombinieren.
Welche veganen Süßungsmittel eignen sich für Sommergetränke?
Agavendicksaft löst sich besonders gut in kalten Flüssigkeiten und hat einen milden Eigengeschmack. Alternativ eignen sich Ahornsirup, Dattelsirup, Kokosblütenzucker oder ein selbst gemachter Zuckersirup aus Rohrzucker und Wasser. Honig gilt als nicht vegan.
Wie lange halten selbstgemachte Limonaden und Eistees im Kühlschrank?
Fertig gemischte Limonade und Eistee halten im Kühlschrank 3 bis 5 Tage. Selbst gemachte Sirupe bleiben bei kühler und dunkler Lagerung 2 bis 4 Wochen frisch. Eingefroren halten Sirupe bis zu 6 Monate.
Was ist die Cold-Brew-Methode für Eistee?
Cold Brew bedeutet, Teekraut oder Teebeutel in kaltes Wasser zu geben und 6 bis 12 Stunden im Kühlschrank ziehen zu lassen. Das Ergebnis ist besonders mild und aromatisch - ohne die Bitterstoffe, die heißes Wasser aus dem Tee löst.
Welche Früchte eignen sich für selbstgemachte Sommergetränke?
Im Frühling sind Erdbeeren, Rhabarber und Holunderblüten besonders beliebt. Im Sommer passen Pfirsich, Mango, Himbeeren, Melone und frische Minze. Frisch gepresster Zitrus-Saft ergibt das intensivste Aroma als Limonadenbasis.
Wie macht man veganen Zuckersirup als Basis?
Gleiche Teile Rohrzucker und Wasser in einem Topf kurz aufkochen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat, dann abkühlen lassen und in eine saubere Flasche füllen. Kalt gelagert hält der Sirup 3 bis 4 Wochen.