Vegetarisch vs. Vegan: Die wissenschaftlichen Unterschiede

9.2.2026

Die pflanzenbetonte Ernährung boomt in Deutschland und Österreich. Laut aktuellen Erhebungen haben sich die Anteile von VegetarierInnen und VeganerInnen in Deutschland zwischen 2016 und 2022 mehr als verdoppelt: von 5,7% auf 13,5% der Bevölkerung. In Österreich ernähren sich rund 11% vegetarisch oder vegan. Aber was genau unterscheidet diese Ernährungsformen?

Die Definitionen: Was ist was?

Vegetarische Ernährung

VegetarierInnen verzichten auf Fleisch, Geflügel und Fisch, konsumieren aber häufig noch andere tierische Produkte. Laut MedlinePlus gibt es verschiedene Varianten:

Vegane Ernährung

Veganismus geht einen Schritt weiter: Die Vegan Society definiert Veganismus als "eine Lebensweise, die versucht, alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeit gegenüber Tieren so weit wie möglich auszuschließen." Das bedeutet:

Eine Sonderform ist der Rohveganismus, bei dem Lebensmittel nicht über 48°C erhitzt werden.

Gesundheitliche Unterschiede: Was sagt die Wissenschaft?

Aktuelle Studienergebnisse 2024/2025

Eine umfassende Studie in Communications Medicine untersuchte tschechische Familien mit langjährig veganer, vegetarischer und omnivorer Ernährung. Die Ergebnisse:

Die EPIC-Oxford-Studie mit über 65.000 TeilnehmerInnen zeigt:

Krebsrisiko

Laut einer Studie der Loma Linda University haben VeganerInnen insgesamt die größten Vorteile bei der Krebsprävention:

Nährstoffversorgung

Beide Ernährungsformen erfordern Aufmerksamkeit für bestimmte Nährstoffe. Laut PMC-Übersichtsstudie:

Vegetarisch:

Vegan:

Umweltauswirkungen: Der ökologische Fußabdruck

Aktuelle Studienergebnisse November 2025

Eine Studie in Frontiers in Nutrition verglich die Umweltauswirkungen verschiedener Ernährungsformen:

Ernährung CO2-Reduktion Landnutzung Wasserverbrauch
Vegan -46% -33% -7%
Vegetarisch -35% -25% -5%
Pescetarisch -30% -20% -3%

Die täglichen Treibhausgasemissionen pro Person:

Jeder Schritt zählt

Die ForscherInnen betonen: "Du musst nicht komplett vegan werden, um etwas zu bewirken. Schon kleine Schritte Richtung pflanzliche Ernährung reduzieren Emissionen und sparen Ressourcen."

Laut Oxford-Universität hat eine vegane Ernährung nur 30% der Umweltauswirkungen einer fleischreichen Ernährung.

Die Beweggründe: Warum Menschen wechseln

Laut Statista-Erhebungen sind die Hauptmotivationen in Deutschland:

  1. Tierschutz und Tierrechte - Ablehnung von Massentierhaltung
  2. Umwelt und Klima - Reduktion des ökologischen Fußabdrucks
  3. Gesundheit - Prävention von Krankheiten
  4. Ethik - Grundsätzliche Ablehnung der Tiernutzung

Der Unterschied: VegetarierInnen lehnen primär das Töten von Tieren ab, akzeptieren aber tierische Produkte bei artgerechter Haltung. VeganerInnen lehnen jegliche Tiernutzung ab, unabhängig von den Haltungsbedingungen.

Praktische Tipps für den Umstieg

Von omnivor zu vegetarisch

  1. Starte mit "Fleischfreien Tagen"
  2. Entdecke pflanzliche Proteinquellen: Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh
  3. Experimentiere mit internationalen vegetarischen Küchen
  4. Achte auf Eisen- und B12-reiche Lebensmittel

Von vegetarisch zu vegan

  1. Ersetze schrittweise Milchprodukte durch Pflanzenmilch
  2. Probiere vegane Käsealternativen
  3. Lerne Ei-Ersatz beim Backen (Leinsamen, Aquafaba, Apfelmus)
  4. Supplementiere B12 von Anfang an

Mehr dazu in unserem Guide: Vegane Ernährung und unseren veganen Rezepten.

Fazit: Beide Wege sind gut

Sowohl vegetarische als auch vegane Ernährung bieten signifikante gesundheitliche und ökologische Vorteile gegenüber einer fleischreichen Ernährung. Die Academy of Nutrition and Dietetics bestätigt: Beide Ernährungsformen können bei guter Planung alle Nährstoffbedürfnisse in allen Lebensphasen decken.

Die vegane Ernährung hat die größten positiven Auswirkungen auf Klima und Tierschutz. Gleichzeitig ist die vegetarische Ernährung für viele ein guter Einstieg in die pflanzenbetonte Lebensweise.

Wichtig ist: Jeder Schritt in Richtung mehr Pflanzen auf dem Teller zählt - für die eigene Gesundheit und für den Planeten.