Veganer Glutenfreier Kuchen: Backmischungen kaufen bei Billa und dm sowie Rezepte mit Apfelmus und Reismehl
Vegan und glutenfrei backen klingt nach doppelter Einschränkung - in Wirklichkeit stehen dir heute in jedem österreichischen und deutschen Supermarkt fertige Backmischungen und einzelne Grundzutaten zur Verfügung, mit denen saftige Kuchen ohne Weizen und ohne tierische Produkte gelingen. Laut der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft Zöliakie leidet rund ein Prozent der Bevölkerung an Zöliakie - und viele weitere Menschen verzichten aus eigenem Antrieb auf Gluten. Dieser Guide zeigt dir, was du direkt kaufen kannst und wie du selbst die besten Ergebnisse erzielst.
Veganer glutenfreier Kuchen kaufen: BioVegan und Schär bei Billa, dm, Spar und Rewe
Das einfachste Einstieg ist eine fertige vegane glutenfreie Backmischung. Bei Billa AT findest du unter anderem die BioVegan Backmischung Schokokuchen und die BioVegan Backmischung Zitronenkuchen - beide aus kontrolliert biologischem Anbau, glutenfrei und vegan. Für die Zubereitung brauchst du nur Wasser und Pflanzenöl, keine Eier und keine Milch. Die Mischungen basieren auf Reismehl, Maisstärke und Lupinenmehl und haben einen leicht nussigen Eigengeschmack.
Bei dm in Österreich und Deutschland ist der Schär Mehl-Mix für Kuchen und Kekse erhältlich - eine bewährte Fertigmischung aus Maisstärke, Maismehl, Reismehl, Linseneiweiß und Guarkernmehl. Für alle, die lieber selbst mischen, gibt es bei dm.at das dmBio Reismehl glutenfrei als günstigen Einstieg in selbst gemischte Mehlmischungen. Spar und Interspar führen in Österreich ebenfalls glutenfreie Backmischungen verschiedener Marken. In Deutschland findest du bei Rewe und Edeka die komplette Schär-Linie sowie BioVegan und freee by Doves Farm. In der Schweiz sind glutenfreie vegane Backmischungen bei Migros und Coop erhältlich.
Das richtige glutenfreie Mehl: Reismehl, Tapioka und Sorghum im Überblick
Gluten ist das Eiweißgeflecht, das im Weizenteig Struktur, Elastizität und Zusammenhalt schafft. Ohne Gluten kann Gebäck dicht, trocken oder krümelig werden - weshalb kein einzelnes glutenfreies Mehl allein Weizenmehl ersetzen kann. Der Schlüssel liegt in der Kombination verschiedener Mehle und Stärken sowie einem Bindemittel. Eine bewährte Allzweck-Mischung für Kuchen besteht zu 60 bis 70 Prozent aus strukturgebenden Mehlen wie feinem Reismehl oder Sorghum-Mehl und zu 30 bis 40 Prozent aus Stärken wie Tapiokastärke oder Kartoffelstärke.
Als Bindemittel brauchst du entweder Xanthan (etwa 1 Teelöffel pro 150 g Mehlmischung) oder Flohsamenschalen (etwa 5 Prozent der Mehlmenge). Xanthan bleibt bei jeder Temperatur stabil und gibt Elastizität, Flohsamenschalen bilden beim Quellen ein Gel, das Gluten am nächsten kommt und sich besonders für Brot eignet. Für beste Ergebnisse lohnt es sich, beide zu kombinieren: rund drei Prozent Flohsamenschalen für Struktur und ein halber bis ein Prozent Xanthan für eine glatte Textur. Einen praktischen Überblick über vegane Mehl-Alternativen zu Weißmehl findest du im entsprechenden Guide.
Apfelmus, Leinsamen-Ei und Aquafaba: Veganer Ei-Ersatz im glutenfreien Kuchen
Ohne Gluten und ohne Eier steigt der Bedarf an Bindefähigkeit im Teig. Apfelmus ist die einfachste Lösung: 60 g Apfelmus ersetzen ein Ei, bringen natürliche Feuchtigkeit mit und geben besonders saftigen Kuchen einen leicht fruchtigen Unterton. Es funktioniert wunderbar in Kombination mit fertigen glutenfreien Backmischungen - einfach Apfelmus statt Ei und das Ergebnis bleibt perfekt. Für dichtere Backwaren wie Brownies oder Nussriegel ist das Leinsamen-Ei ideal: ein Esslöffel gemahlene Leinsamen mit drei Esslöffeln kaltem Wasser verrühren und fünf Minuten quellen lassen, bis eine gelartige Masse entsteht.
Für luftige, leichte Backwaren wie Muffins oder Waffeln eignet sich Aquafaba am besten - das ist das Kochwasser aus der Kichererbsendose. Drei Esslöffel Aquafaba entsprechen einem Ei und lassen sich sogar zu steifen Spitzen aufschlagen, ähnlich wie Eischnee. Eine reife Banane (etwa eine halbe pro Ei) ist eine weitere einfache Option, die natürliche Süße mitbringt und in Bananenbrot oder Schokokuchen perfekt passt. Einen vollständigen Überblick bietet der vegane Ei-Ersatz Guide. Die Vegane Gesellschaft Österreich gibt zudem praktische Einstiegstipps für die Kombination aus veganem und glutenfreiem Backen.
Veganer glutenfreier Kuchen ohne Zucker, ohne Nüsse und schnell gebacken
Für den schnellsten Weg zum Ergebnis greifst du zu einer fertigen BioVegan oder Schär Backmischung und ersetzt das angegebene Ei durch Apfelmus - fertig ist ein glutenfreier veganer Kuchen in rund 45 Minuten inklusive Backzeit. Wer auf Zucker verzichten möchte, kann in Eigenrezepten Datteln (als Paste), Erythrit oder sehr reife Bananen verwenden. Erythrit verhält sich beim Backen ähnlich wie normaler Zucker und beeinflusst den Blutzucker nicht, was ihn besonders für Zöliakie-Betroffene mit zusätzlichen Ernährungsbedürfnissen interessant macht.
Ohne Nüsse funktionieren die meisten Schär- und BioVegan-Backmischungen - die Inhaltsstoffe auf der Packung zeigen, ob Mandeln oder andere Nüsse enthalten sind. BioVegan deklariert seine Backmischungen klar und bietet Varianten ganz ohne Nüsse. Für ein glutenfreies Rezept, das ohne viel Theorie auskommt, empfiehlt sich der vegane glutenfreie Karottenkuchen - er gelingt mit einer einfachen Reismehl-Tapioka-Mischung, Apfelmus als Ei-Ersatz und benötigt keine Nüsse. Alternativ dazu eignet sich ein veganer Kuchen ohne Mehl für noch einfachere Zubereitungen.
Welche Mehlmischung eignet sich am besten für veganen glutenfreien Kuchen?
Die Antwort hängt davon ab, was du backen möchtest. Für Kuchen, Muffins und Kekse ist der Schär Mehl-Mix für Kuchen und Kekse eine verlässliche Fertiglösung aus Mais, Reis und Tapioka, die im Handel weit verbreitet ist und konsistente Ergebnisse liefert. Wer selbst mischen möchte, landet bei der bewährten Allzweck-Kombination: 240 g feines Reismehl, 80 g Tapiokastärke, 40 g Kartoffelstärke und ein Teelöffel Xanthan - diese Mischung funktioniert für die meisten süßen Backwaren und kann auf Vorrat angesetzt werden. Sorghum-Mehl eignet sich als Reismehl-Anteil, wenn du mehr Protein und einen leicht nussigen Geschmack möchtest.
Für Brot brauchst du eine andere Basis mit höherem Flohsamenschalen-Anteil, da Hefeteige mehr Bindefähigkeit benötigen. Entscheidend für alle Mehlmischungen ist ausreichend Flüssigkeit: Glutenfreie Mehle absorbieren mehr Wasser als Weizenmehl. Wenn ein Teig zu trocken wirkt, löffelweise Pflanzendrink hinzufügen bis die Konsistenz stimmt. Gibt dem Teig außerdem immer die volle Quellzeit für Flohsamenschalen oder Leinsamen-Eier - nur dann entfalten diese ihre bindende Wirkung vollständig. Mit diesen Grundlagen gelingt dir veganes glutenfreies Backen verlässlich, egal ob du mit einer Fertigmischung von Billa oder dm startest oder eine eigene Mehlmischung zusammenstellst.
Häufige Fragen
- Ist Reismehl glutenfrei und vegan?
- Ja, Reismehl ist von Natur aus glutenfrei und vegan. Es enthält kein Gluten und keine tierischen Zutaten. Achte beim Kauf auf das Glutenfrei-Siegel, da Reismehl in manchen Mühlen auf denselben Anlagen wie Weizen verarbeitet wird. Das dmBio Reismehl ist zertifiziert glutenfrei und bei dm.at erhältlich.
- Welcher Ei-Ersatz eignet sich am besten für glutenfreien veganen Kuchen?
- Apfelmus (60 g pro Ei) eignet sich besonders für saftige glutenfreie Kuchen und bringt natürliche Süße mit. Das Leinsamen-Ei (1 EL Leinsamenmehl + 3 EL Wasser, 5 Minuten quellen lassen) ist ideal für Brownies und dichte Kuchen. Aquafaba (3 EL Kichererbsenwasser) funktioniert am besten für leichte, luftige Backwaren wie Muffins.
- Wo kann ich vegane glutenfreie Backmischungen in Österreich kaufen?
- Bei Billa findest du BioVegan Backmischungen (Schokokuchen, Zitronenkuchen) sowie den Schär Marmorkuchen glutenfrei fertig. Bei dm und dm.at gibt es den Schär Mehl-Mix für Kuchen und Kekse sowie dmBio Reismehl. Spar und Interspar führen ebenfalls glutenfreie Backmischungen. In Deutschland bieten Rewe und Edeka Schär, BioVegan und freee by Doves Farm an.
- Was ist der Unterschied zwischen Kartoffelstärke und Kartoffelmehl beim glutenfreien Backen?
- Kartoffelstärke ist ein reines Stärkeprodukt ohne Protein und macht den Teig locker und saftig. Kartoffelmehl hingegen wird aus ganzen getrockneten Kartoffeln gemahlen, hat einen kräftigen Eigengeschmack und ist für süßes Gebäck meist ungeeignet. Die beiden Produkte sind nicht austauschbar - für glutenfreie Kuchen immer Kartoffelstärke verwenden.
- Wie backe ich veganen glutenfreien Kuchen schnell mit Apfelmus?
- Ersetze jedes Ei durch 60 g Apfelmus. Für einen einfachen Rührkuchen mischst du 300 g glutenfreie Mehlmischung, 200 g Apfelmus, 100 ml Pflanzenöl, 150 g Zucker und 1 Päckchen Backpulver. 40 bis 45 Minuten bei 175 Grad backen. Das funktioniert auch wunderbar mit fertigen Backmischungen: einfach Apfelmus statt Ei verwenden und wie angegeben backen.
- Wie lange hält sich veganer glutenfreier Kuchen?
- Glutenfreie Backwaren trocknen schneller aus als Kuchen mit Weizen. Bei Zimmertemperatur in einem luftdichten Behälter hält sich veganer glutenfreier Kuchen 2 bis 3 Tage. Im Kühlschrank bleibt er bis zu 5 Tage frisch. Zum Einfrieren in Scheiben schneiden, einfrieren und portionsweise auftauen - hält bis zu 3 Monate.
- Ist Hafermilch beim glutenfreien Backen geeignet?
- Hafermilch kann Glutenspuren aus der Verarbeitung enthalten. Für Menschen mit Zöliakie ist deshalb zertifiziert glutenfreie Hafermilch wichtig. Alternativ eignen sich Reismilch (neutraler Geschmack, leichte Textur), Mandelmilch (leicht süßlich) und Kokosmilch (hoher Fettgehalt für besonders saftige Kuchen) ausgezeichnet als pflanzliche Backmilch.