Geschenke nachhaltig verpacken
Gekauftes Geschenkpapier landet in der Regel binnen Minuten im Müll - dabei liegen die besseren Materialien meist schon zuhause bereit. Zeitungspapier, Stoffreste und ein einfacher Knoten reichen für die meisten Geschenke völlig aus.
Weihnachten verursacht überdurchschnittlich viel Verpackungsmüll
Rund um die Feiertage fällt deutlich mehr Müll an als im restlichen Jahr. Laut Energie AG (2025) produziert jede Person in Österreich rund 75 Kilogramm zusätzlichen Müll allein rund um die Feiertage - das entspricht etwa 15 % des gesamten Jahresmülls in nur wenigen Wochen.
Ein Großteil davon ist Verpackung und Papier: Die ARA-Bilanz 2024 zählte über 1.021.800 Tonnen an Verpackungen und Altpapier, die österreichische Haushalte im Jahr getrennt gesammelt haben. Wiederverwendete Materialien reduzieren diesen Berg direkt an der Quelle, noch bevor überhaupt etwas im Mülleimer landet.
Papier aus dem eigenen Haushalt statt neuem Geschenkpapier
Die einfachste Umstellung betrifft das Papier selbst. Alte Landkarten, Wellpappe, Packpapier, Comics, Tapetenreste, Kalenderblätter und Notenblätter ergeben interessante, individuelle Verpackungen und kosten nichts extra. Auch Zeitungspapier funktioniert zuverlässig - schwarz-weiß bedruckte Seiten wirken dabei besonders schlicht und elegant.
Kleine Geschenke lassen sich zudem in selbstgebastelten Schachteln aus leeren Klopapierrollen verpacken, die mit etwas Geschick wie Boxen aus dem Designshop aussehen. Wer noch mehr Struktur möchte, beklebt einfach eine alte Kartonschachtel oder Blechdose mit einem Stoffrest - das ergibt eine wiederverwendbare Box statt Wegwerfpapier.
Stoffreste und Furoshiki-Tücher als Verpackung, die bleibt
Geschirrtücher, Stoffreste, alte Pullover, T-Shirts oder ausrangierte Jeans lassen sich ebenfalls zu Geschenkverpackung umfunktionieren. Besonders praktisch ist die japanische Furoshiki-Technik: Ein quadratisches Tuch wird um das Geschenk gelegt und die Ecken werden zu einem Knoten verschlungen - ganz ohne Klebestreifen oder Schere. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die beschenkte Person kann das Tuch danach als Tragetasche, Kopftuch oder für das nächste Geschenk weiterverwenden.
Bei größeren Geschenken funktioniert sogar ein langärmeliges Hemd als improvisierte Verpackung, bei kleinen genügt ein einfaches Taschentuch. Wer einen Teil des eigentlichen Geschenks - etwa ein Handtuch oder Geschirrtuch - direkt als Verpackung nutzt, spart sich zusätzliches Material komplett.
Verschnüren und Verzieren ohne neues Verpackungsmaterial
Zum Verschließen reichen Baumwollkordel, Hanfschnur oder dünner Spagat völlig aus - sie halten das Paket zusammen und lassen sich beliebig oft neu binden. Klebestreifen und Beschriftungen auf der Verpackung selbst sind dabei unnötig, denn nur eine unversehrte Verpackung kann später weiterverwendet werden.
Für die Deko gibt es viele Optionen direkt aus dem Haushalt oder der Natur:
- Anhänger aus Papierresten oder bunten Zeitschriftenseiten
- Alte Knöpfe, aufgefädelt auf ein schmales Geschenkband
- Tannenzweige, Efeublätter oder rote Beeren als natürliche Deko
- PomPoms aus Stoffresten alter T-Shirts
- Essbare Anhänger aus selbstgebackenen Keksen
| Material | Eignet sich für | Vorteil |
|---|---|---|
| Zeitungspapier, Kalenderblätter | flache, kleine Geschenke | kostenlos, sofort verfügbar |
| Furoshiki-Tuch, Stoffrest | Flaschen, Kleidung, unregelmäßige Formen | mehrfach wiederverwendbar |
| Karton, Blechdose mit Stoff bezogen | zerbrechliche Geschenke | zusätzlicher Schutz |
| Baumwollkordel, Hanfschnur | Verschließen ohne Klebeband | löst sich rückstandsfrei |
Diese Materialien passen nicht nur zu Weihnachten, sondern eignen sich das ganze Jahr über für Geburtstage, Hochzeiten oder spontane Mitbringsel. Wer nach Geschenkideen selbst sucht, findet sie in unseren Guides zu veganen Weihnachtsgeschenken, essbaren veganen Geschenken, veganen Geschenken für Männer und veganen Geschenken für Frauen. Weitere Tipps für ein umweltfreundliches Fest sammelt unser Beitrag zu einem Zero-Waste-Weihnachten.
Häufige Fragen
- Welches Material eignet sich am besten zum Geschenke verpacken?
- Zeitungspapier, alte Landkarten und Kalenderseiten funktionieren für flache Geschenke am besten. Für unregelmäßige Formen wie Flaschen oder Kleidung ist ein Stofftuch praktischer, da es sich um jede Kontur legen lässt. Kartons und Blechdosen eignen sich für zerbrechliche Geschenke, weil sie zusätzlichen Schutz bieten.
- Wie funktioniert Furoshiki genau?
- Das Geschenk wird mittig auf ein quadratisches Tuch gelegt, die gegenüberliegenden Ecken werden darüber geschlagen und zu einem Knoten verschlungen - ganz ohne Klebeband oder Schere. Für Flaschen gibt es eine eigene Wickeltechnik mit Henkel zum Tragen. Als Tuch eignet sich jedes quadratische Stück Stoff, von Küchentüchern bis zu alten Schals.
- Was mache ich, wenn ich kein passendes Altpapier zuhause habe?
- Zeitungen, Werbeprospekte, alte Poster und leere Kalenderblätter fallen in fast jedem Haushalt regelmäßig an. Auch Packpapier von Paketen lässt sich glätten und wiederverwenden. Wer öfter Geschenke verpackt, sammelt am besten laufend brauchbares Papier statt es sofort zu entsorgen.
- Wie befestige ich die Verpackung ohne Klebestreifen?
- Baumwollkordel, Hanfschnur oder ein schmaler Stoffstreifen halten Papier und Stoff zuverlässig zusammen und lassen sich beliebig oft neu binden. Bei Furoshiki-Tüchern übernimmt der Knoten diese Funktion automatisch. Ein Klecks Kleister aus Mehl und Wasser hält bei Papier ebenfalls, ohne dass Plastik im Altpapier landet.
- Kann die Verpackung wiederverwendet werden?
- Ja, das ist der eigentliche Vorteil gegenüber Einwegpapier. Wenn du auf Klebestreifen und Beschriftung verzichtest, kann die beschenkte Person Papier, Stoff oder Furoshiki-Tuch beim nächsten Geschenk direkt weiterverwenden. Ein Stofftuch lässt sich sogar als Tragetasche oder Kopftuch nutzen.
- Eignet sich diese Verpackung auch für Geburtstage und nicht nur Weihnachten?
- Ja, alle Materialien und Techniken funktionieren unabhängig vom Anlass. Furoshiki-Tücher, Zeitungspapier und Stoffreste passen genauso zu Geburtstagen, Hochzeiten oder spontanen Mitbringseln wie zu Weihnachtsgeschenken.