Tulsi: 7 wissenschaftlich belegte Wirkungen des heiligen Basilikums

19.1.2026

Tulsi, auch bekannt als heiliges Basilikum oder Ocimum sanctum, ist weit mehr als nur eine aromatische Teepflanze. In der ayurvedischen Medizin gilt es seit Jahrtausenden als "Elixier des Lebens" – und moderne Forschung bestätigt viele dieser traditionellen Anwendungen.

Was ist Tulsi?

Tulsi (Ocimum tenuiflorum, früher Ocimum sanctum) gehört zur Familie der Lippenblütler und ist in Südostasien beheimatet. Anders als das mediterrane Basilikum, das wir aus der italienischen Küche kennen, wird Tulsi vor allem als Heilpflanze geschätzt.

Die Pflanze enthält über 600 verschiedene Inhaltsstoffe, darunter Eugenol, Rosmarinsäure, Ursolsäure und β-Caryophyllen – allesamt Verbindungen mit nachgewiesener bioaktiver Wirkung.

7 wissenschaftlich belegte Wirkungen

1. Adaptogene Stressreduktion

Tulsi zählt zu den sogenannten Adaptogenen – pflanzlichen Substanzen, die dem Körper helfen, besser mit Stress umzugehen. Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie aus 2022 untersuchte 100 erwachsene Teilnehmer über 8 Wochen:

Laut einer umfassenden Übersichtsarbeit im Journal of Ayurveda and Integrative Medicine kann Tulsi sowohl physischen als auch psychischen Stress adressieren.

2. Antioxidative Eigenschaften

Die antioxidative Wirkung von Tulsi ist beeindruckend. Die Pflanze ist reich an:

Eine 2024 erschienene Übersichtsarbeit bestätigt die "potenten antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften" der ätherischen Öle aus Ocimum-Arten.

3. Entzündungshemmende Wirkung

Chronische Entzündungen spielen bei vielen Zivilisationskrankheiten eine Rolle. Tulsi zeigt in präklinischen Studien ausgeprägte entzündungshemmende Effekte durch:

4. Unterstützung bei Blutzuckerregulation

Für Menschen mit metabolischen Herausforderungen ist Tulsi besonders interessant. Eine Meta-Analyse randomisierter klinischer Studien zeigt:

Wichtiger Hinweis: Bei Diabetes oder Einnahme von blutzuckersenkenden Medikamenten sollte vor der Anwendung ärztlicher Rat eingeholt werden.

5. Unterstützung der Atemwege

Traditionell wird Tulsi bei Erkältungen und Atemwegserkrankungen eingesetzt. Die wissenschaftliche Grundlage dafür:

6. Verbesserung der Schlafqualität

Die bereits erwähnte klinische Studie aus 2022 zeigte auch positive Effekte auf den Schlaf:

7. Kognitive Unterstützung

Erste Forschungsergebnisse deuten auf neuroprotektive Eigenschaften hin. Tulsi könnte laut aktuellen Reviews:

Anwendung und Dosierung

Die häufigste Form der Anwendung ist Tulsi-Tee, der mittlerweile auch in Österreich gut erhältlich ist. Weitere Optionen:

Für entspannende Tee-Momente eignet sich Tulsi perfekt als Teil einer Yoga-Routine gegen Stress oder einer abendlichen Yin-Yoga-Praxis.

Sicherheitshinweise

Obwohl Tulsi in den meisten Studien gut vertragen wurde, gibt es einige Einschränkungen:

Nicht empfohlen für:

Mögliche Wechselwirkungen:

Die systematische Übersichtsarbeit von Cohen aus 2017 mit 24 klinischen Studien fand keine ernsthaften Nebenwirkungen – Langzeitstudien fehlen jedoch noch.

Bezüglich des im Tulsi enthaltenen Estragols: Diese Substanz ist auch in Fenchel und Anis enthalten und zeigt laut Forschung nur in isolierter Form bedenkliche Wirkungen, nicht im natürlichen Pflanzenverbund.

Fazit

Tulsi ist mehr als ein traditionelles Heilmittel – moderne Wissenschaft bestätigt viele seiner Wirkungen. Als natürliches Adaptogen kann es eine sinnvolle Ergänzung für einen stressresilienten Lebensstil sein.

Wer sich für pflanzliche Stresshelfer interessiert, findet in unserem Guide zu veganen Adaptogenen weitere spannende Informationen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an eine medizinische Fachperson.