Tomaten schälen und entkernen

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Für samtige Saucen, Sugo oder Suppen stört die zähe Tomatenhaut im fertigen Gericht - und die wässrigen Kerne verdünnen jede Reduktion. Mit der Blanchier-Methode löst sich die Schale in unter einer Minute vollständig, ganz ohne Sparschäler oder mühsames Schaben.

In Österreich landen pro Kopf und Jahr 29 Kilogramm Tomaten auf dem Teller - mehr als von jedem anderen Gemüse (vienna.at). In Deutschland sind es 27,4 Kilogramm pro Kopf (BLE, 2025). Bei diesen Mengen zahlt sich eine schnelle, sichere Schältechnik schnell aus.

Tomaten blanchieren: die klassische Methode

  1. Am Blütenansatz (unten) ein flaches X einritzen - nur die Schale durchtrennen, nicht das Fruchtfleisch.
  2. Tomaten 30 bis 60 Sekunden in kochendes Wasser geben, bis sich die Haut an den Schnittstellen wölbt (Jessica Gavin).
  3. Sofort in Eiswasser abschrecken - das stoppt den Garprozess augenblicklich.
  4. Haut mit den Fingern oder der Messerspitze abziehen. Sie löst sich fast von selbst.

Die kurze Hitze lässt nur die obersten Millimeter unter der Schale kurz garen, das Fruchtfleisch darunter bleibt roh und fest.

Der Mikrowellen-Trick als schnelle Alternative

Wer keinen Topf Wasser aufsetzen will, greift zur Mikrowelle: Tomate am Stielansatz einritzen (X plus kleine Einschnitte, damit Dampf entweichen kann), auf einem mikrowellenfesten Teller rund 30 Sekunden bei voller Leistung erhitzen (The Daily Meal). Kurz abkühlen lassen, dann löst sich die Haut genauso leicht wie beim Blanchieren.

Methode Zeitaufwand Am besten für
Blanchieren ca. 2-3 Min. (inkl. Abschrecken) Größere Mengen, Sugo, Sauce
Mikrowelle ca. 1 Min. Einzelne Tomaten, schnelle Küche

Die Schale enthält mehr Lycopin als gedacht

Tomatenhaut landet meist im Biomüll - dabei steckt gerade dort ein Großteil der wertvollen Inhaltsstoffe. Studien zeigen, dass die Schale deutlich höhere Konzentrationen an Lycopin, Phenolen und Antioxidantien enthält als Fruchtfleisch und Kerne zusammen (ScienceDirect; PMC). Ein einfacher Tipp: Geschälte Häute nicht wegwerfen, sondern beim Kochen von Gemüsebrühe mitgeben oder im Backofen getrocknet zu würzigem Tomatenpulver verarbeiten.

Tomaten entkernen: wann es sich wirklich lohnt

Anders als oft behauptet, sind nicht die Kerne selbst für Bitterkeit verantwortlich, sondern das sie umgebende Gel (America's Test Kitchen). Bei kurz gegarten Saucen mit nur 5 bis 10 Minuten Kochzeit lohnt sich das Entkernen, weil die Kerne sonst mit einer glibberigen Textur auffallen. Köchelt das Sugo dagegen 30 Minuten oder länger, ist der Unterschied laut Tests kaum schmeckbar.

So geht's:

  1. Tomate quer durch die Mitte halbieren.
  2. Mit einem Löffel oder den Fingern die Kerne samt Gel aus den Kammern lösen.
  3. Das Gel durch ein feines Sieb streichen und den aufgefangenen Saft zur Sauce geben - so geht kein Aroma verloren.

Wann sich Schälen und Entkernen überhaupt lohnt

Für rohe Salate, Bruschetta oder grob gehackte Salsa stören Haut und Kerne kaum und können einfach mitverarbeitet werden. Bei samtigen Saucen, Sugo, cremigen Suppen oder selbstgemachtem Babybrei macht die zusätzliche Arbeit dagegen einen spürbaren Unterschied in der Textur.

Mit Blanchieren für größere Mengen, dem Mikrowellen-Trick für die schnelle Portion und der Sieb-Methode beim Entkernen lässt sich jede Tomate genau so verarbeiten, wie es das jeweilige Gericht braucht - ganz ohne Verschwendung wertvoller Schale.

Häufige Fragen

Wie schält man Tomaten am schnellsten?
Am schnellsten geht es in der Mikrowelle: die Tomate am Stielansatz einritzen, auf einem mikrowellengeeigneten Teller rund 30 Sekunden bei voller Leistung erhitzen und kurz abkühlen lassen. Danach löst sich die Haut mit den Fingern fast von selbst - ideal für einzelne Tomaten zwischendurch, ohne dass ein Topf Wasser aufgesetzt werden muss.
Warum reißt die Tomatenhaut beim Blanchieren auf?
Die kurze Hitze im kochenden Wasser lässt nur die obersten ein bis zwei Millimeter unter der Schale kurz garen. Das Fruchtfleisch dehnt sich dabei minimal aus, wodurch die Schale an der eingeritzten Stelle aufplatzt und sich vom festen, rohen Fruchtfleisch darunter löst.
Muss man Tomaten für Sugo immer entkernen?
Nein. Bei Saucen, die 30 Minuten oder länger köcheln, ist laut Tests von America's Test Kitchen kaum ein Geschmacksunterschied feststellbar. Bei kurz gegarten Pfannensaucen mit nur 5 bis 10 Minuten Kochzeit lohnt sich das Entkernen dagegen, weil die Kerne sonst mit einer glibberigen Textur auffallen.
Kann man die Tomatenhaut mitverwenden statt sie wegzuwerfen?
Ja, und das lohnt sich sogar: Die Schale enthält deutlich höhere Konzentrationen an Lycopin und Antioxidantien als Fruchtfleisch und Kerne. Geschälte Häute lassen sich beim Kochen von Gemüsebrühe mitgeben oder getrocknet zu würzigem Tomatenpulver weiterverarbeiten.
Wie viele Tomaten essen Menschen in Österreich und Deutschland pro Jahr?
In Österreich landen pro Kopf und Jahr rund 29 Kilogramm Tomaten auf dem Teller, mehr als von jedem anderen Gemüse. In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei etwa 27,4 Kilogramm - in beiden Ländern ist die Tomate das meistgegessene Gemüse überhaupt.
Warum wird die Tomate vor dem Blanchieren eingeritzt?
Das flache X am Blütenansatz durchtrennt gezielt nur die Schale, ohne das Fruchtfleisch zu verletzen. An dieser vorgeschnittenen Stelle platzt die Haut beim Erhitzen kontrolliert auf und lässt sich danach in einem Stück abziehen, statt in unregelmäßigen Fetzen abzureißen.