Slow Jogging: 7 wissenschaftlich belegte Vorteile der japanischen Laufmethode

16.2.2026

Slow Jogging revolutioniert gerade die Laufszene - und das aus gutem Grund. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass langsames Laufen nicht nur gelenkschonender ist, sondern sogar bessere Gesundheitsvorteile bieten kann als intensives Joggen. Die japanische Methode, entwickelt von Sportphysiologe Dr. Hiroaki Tanaka, setzt auf das "Niko Niko Pace" - ein Tempo, bei dem du lächeln kannst.

Was ist Slow Jogging?

Beim Slow Jogging läufst du bewusst langsam - so langsam, dass du dabei problemlos ein Gespräch führen könntest. Der entscheidende Unterschied zum normalen Joggen: Du landest auf dem Mittelfuß statt auf der Ferse und machst etwa 180 kleine Schritte pro Minute.

"Niko Niko" bedeutet auf Japanisch "lächeln" und beschreibt das Tempo perfekt: Du läufst so entspannt, dass du dabei lächeln kannst. Wissenschaftlich gesehen bewegst du dich knapp unter deiner Laktatschwelle, typischerweise bei einer Herzfrequenz von 110 bis 140 bpm.

7 wissenschaftlich belegte Vorteile

1. Optimale Langlebigkeitsvorteile

Die bahnbrechende Copenhagen City Heart Study mit über 5.000 Teilnehmern zeigt: Leichte Jogger hatten das niedrigste Sterberisiko aller Gruppen - sogar niedriger als moderate oder intensive Läufer. Überraschend: Sehr intensive Jogger hatten ein ähnliches Risiko wie Nicht-Jogger.

Die optimale Dosis laut Studie:

2. Gelenkschonend und verletzungsarm

Beim Slow Jogging landest du auf dem Mittelfuß und nutzt so die natürliche Stoßdämpfung deines Fußgewölbes. Das schützt Knie-, Sprung- und Hüftgelenke effektiv vor Überlastung - perfekt, wenn du Gelenkprobleme hast oder gerade erst mit dem Laufen beginnst.

3. Bessere Stimmung durch Endocannabinoide

Eine faszinierende Erkenntnis: Studien zeigen, dass langsames Joggen dramatisch höhere Endocannabinoid-Werte produziert als Gehen oder schnelles Laufen. Diese körpereigenen Glücksstoffe sorgen für das berühmte "Runner's High" - und du erreichst es beim Slow Jogging schneller.

4. Nachweisbare Gesundheitsvorteile

Eine Meta-Analyse mit über 230.000 Teilnehmern bestätigt: Regelmäßiges Joggen reduziert das Sterberisiko um 27%. Schon 5-10 Minuten tägliches, langsames Joggen (unter 10 km/h) zeigt messbare Ergebnisse.

5. Ideal für ältere Erwachsene

Eine 12-wöchige Studie mit älteren Erwachsenen bewies: Slow Jogging verbesserte die aerobe Kapazität, Muskelfunktion und Muskelzusammensetzung signifikant. Die Methode war selbst für Personen mit geringer Muskelmasse gut durchführbar.

6. Kognitive Vorteile

Aktuelle Forschung zur Gehirngesundheit zeigt: Selbst sehr leichtes Laufen verbessert die Stimmung, die exekutiven Funktionen und aktiviert den präfrontalen Cortex - den Bereich für Planung und Entscheidungen.

7. Nachhaltig und langfristig umsetzbar

Da Slow Jogging hauptsächlich die langsam zuckenden Muskelfasern aktiviert, ohne die schnell zuckenden zu überfordern, kannst du länger trainieren ohne zu ermüden. Das macht die Methode perfekt für den Aufbau einer dauerhaften Laufgewohnheit.

So startest du mit Slow Jogging

  1. Zu Hause üben: Beginne auf der Stelle zu laufen, um den Mittelfuß-Aufsatz zu trainieren
  2. 180 Schritte pro Minute: Nutze Musik mit 180 bpm als Taktgeber
  3. Lächel-Test: Wenn du nicht lächeln kannst, bist du zu schnell
  4. Kurz starten: 10-15 Minuten genügen am Anfang
  5. Regelmäßigkeit: 2-3 Mal pro Woche ist ideal

Die richtige Technik

Für wen ist Slow Jogging geeignet?

Slow Jogging ist ideal für:

Bei bestehenden Herzerkrankungen oder anderen chronischen Erkrankungen solltest du vor dem Start mit einem Arzt sprechen.

Fazit

Die Wissenschaft ist eindeutig: Langsamer laufen bringt mehr. Slow Jogging vereint die Vorteile des Laufens mit minimaler Belastung - und die Studienlage zeigt, dass genau diese sanfte Herangehensweise die besten Langzeitresultate liefert. Statt "No pain, no gain" heißt das Motto: Lächeln und laufen.


Verwandte Artikel: Pilates - 7 Vorteile | Yoga-Stile erklärt