Vegane Schokolade: Der komplette Guide für pflanzlichen Genuss
Vegane Schokolade hat in den letzten Jahren einen beeindruckenden Qualitätssprung gemacht. Was früher als Kompromiss galt, ist heute oft die erste Wahl - selbst für Nicht-Veganer. Ob cremige Haferdrink-Varianten, nussige Riegel oder edle Zartbitter-Kreationen: Die Auswahl ist vielfältig wie nie zuvor.
Warum vegane Schokolade?
Rund fünf Prozent der Österreicher:innen ernähren sich mittlerweile vegan - ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Im europäischen Vergleich liegt Österreich damit an der Spitze, dicht gefolgt von Deutschland mit vier Prozent. Diese wachsende Community hat die Schokoladenindustrie zum Umdenken bewegt.
Gesundheitliche Vorteile von dunkler Schokolade
Dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil (mindestens 70 Prozent) bietet tatsächlich gesundheitliche Vorteile - und vegane Varianten sind oft die bessere Wahl:
Herz-Kreislauf-Gesundheit: Laut Studien der Pennsylvania State University kann Kakao den LDL-Cholesterinwert verringern und die Oxidation von LDL-Cholesterin senken. In der COSMOS-Studie hatten Personen, die regelmäßig Kakao-Flavanole zu sich nahmen, eine um 27 Prozent niedrigere Rate an kardiovaskulären Todesfällen.
Kognitive Funktion: Eine Studie im Journal of Nutrition mit über 2.000 Teilnehmern zeigte, dass Flavonoid-reiche dunkle Schokolade die kognitiven Fähigkeiten verbessern kann.
Antioxidative Wirkung: Dunkle Schokolade enthält bis zu fünfmal mehr Flavonoide als weiße und Vollmilchschokolade. Eine Studie zeigte sogar, dass Kakao mehr Antioxidantien enthält als Blaubeeren.
Wichtig: Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Proteine in Kuhmilch die Aufnahme von Antioxidantien aus Kakao reduzieren können. Deshalb ist vegane dunkle Schokolade für die Gesundheit möglicherweise die bessere Wahl.
Die besten veganen Schokoladenmarken
Zotter (Österreich)
Der steirische Schokoladenhersteller Zotter setzt auf direkten Kakaohandel, Bio-Qualität und betreibt sogar eine eigene Farm. Laut der WWF Schokoladen-Scorecard 2025 gehört Zotter zu den transparentesten Herstellern im Markt. Die vegane Auswahl reicht von klassisch bis experimentell.
Ritter Sport
Ritter Sport zählte bereits 2016 zu den ersten großen Herstellern, die vegane Tafeln fix ins Sortiment aufgenommen haben. 2026 feiert das vegane Sortiment sein zehnjähriges Jubiläum. Die neueste Sorte "Vegan Tropical Coconut" verwendet hochwertigen Edelkakao aus Nicaragua, der zu 100 Prozent Rainforest Alliance- und Fairtrade-zertifiziert ist.
Vivani
Vivani setzt auf dunkle Profile mit weniger Süße und mehr Kakao. Die Verpackung besteht aus Papier und Zellulosefolie - ein Pluspunkt für die Umwelt.
Vego
Vego-Schokolade ist üppig, großformatig und nusslastig mit Fokus auf Haselnüsse. Für viele ein Dessert-Ersatz. Die Marke ist Bio und Fairtrade-zertifiziert.
Lindt Hello Vegan
Lindt bietet mit der Hello Vegan-Linie cremige Schokoladen auf Haferdrink-Basis an. Die Variante "Salted Caramel" mit Karamellstückchen ist besonders beliebt.
iChoc
iChoc ist oft der erste Kontakt mit veganer Milchschokolade. Die Hafer-basierten Sorten sind gut verfügbar und geschmacklich rund. Wichtiger Hinweis: Die Stiftung Warentest hat im November 2025 in einer Charge der iChoc Planty Classic Salmonellen gefunden. Die betroffene Ware wurde zurückgerufen.
STYX (Österreich)
In der hauseigenen STYX Schokoladenmanufaktur werden vegane Schokoladen in strikt österreichischer Herstellung produziert. Die Edelbitterschokoladentafeln mit mindestens 70 Prozent Kakaogehalt sind garantiert frei von tierischen Inhaltsstoffen.
Vegane Schokolade im Supermarkt
Du musst nicht ins Reformhaus fahren, um vegane Schokolade zu finden. Viele Supermärkte führen mittlerweile gute vegane Optionen:
- Zartbitterschokoladen (ab 70 Prozent Kakao) sind fast immer vegan
- Hofer/Aldi: Dunkle Sorten von Choceur sowie manche Fruchtschokoladen
- Lidl: Zartbitterschokolade
- Ritter Sport: Neben den veganen Tafeln ist auch die Marzipan-Sorte vegan
- Interspar/Rewe: Hello Vegan von Lindt, iChoc, Vego
Reismilch vs. Haferdrink - Was ist der Unterschied?
Früher war Reismilch die Standard-Basis für vegane Milchschokolade. Sie ist laktose- und glutenfrei und gut für Allergiker geeignet. Allerdings ist die Konsistenz etwas spröder.
Heute setzen viele Hersteller auf Haferdrink. Die Textur kommt der klassischen Milchschokolade näher und der Geschmack ist runder. Lindt Hello Vegan und neuere iChoc-Sorten verwenden Haferdrink.
Nachhaltigkeit: Worauf du achten solltest
Die WWF Schokoladen-Scorecard 2025 hat 60 Firmen analysiert. Auf den vorderen Plätzen landen Tony's Chocolonely, Ritter Sport und Zotter. Die Kriterien umfassen:
- Transparenz in der Lieferkette
- Faire Einkommen für Kakaobauern
- Maßnahmen gegen Kinderarbeit
- Vermeidung von Entwaldung
- Pestizideinsatz
- Anbau im Agroforstsystem
Tipp: Achte auf Bio- und Fairtrade-Siegel. Diese garantieren zumindest Mindeststandards bei Anbau und Arbeitsbedingungen.
Preisentwicklung 2025/2026
Schokolade ist teurer geworden. Laut Statistischem Bundesamt sind Schokoladenprodukte zwischen August 2024 und August 2025 um 21 Prozent teurer geworden. Die Preisspanne reicht von knapp zwei bis zehn Euro pro 100 Gramm.
Bei veganer Schokolade gibt es große Qualitätsunterschiede. Die günstigen Eigenmarken der Discounter sind solide, aber wer mehr Wert auf Geschmack und Nachhaltigkeit legt, greift zu Marken wie Zotter, Vivani oder Vego.
Schokolade selber machen
Wenn du wirklich etwas Besonderes naschen möchtest, dann probier mal, Schokolade selbst zu machen. Mit Kakaobutter, Kakaopulver und einem Süßungsmittel deiner Wahl gelingt das überraschend einfach. Hier findest du unsere Anleitung.
Fazit: Vegane Schokolade ist längst im Mainstream angekommen
Die Zeiten, in denen vegane Schokolade ein Kompromiss war, sind vorbei. Von cremigen Haferdrink-Varianten über nussige Großformate bis hin zu edlen Single-Origin-Zartbitter - die Auswahl ist vielfältig. Achte auf einen hohen Kakaoanteil für maximale Gesundheitsvorteile, auf Bio- und Fairtrade-Siegel für Nachhaltigkeit, und probier dich durch verschiedene Marken, um deinen Favoriten zu finden.