Vegane Wunderknolle Rote Bete: Warum das Powergemüse auf deinen Teller gehört

Zuletzt aktualisiert:

Nirgends sonst in der Natur findest du ein derartig sattes, tiefes Rot wie in der süß-erdigen Roten Bete. In etwa 90 Tagen reift die Knolle unter der Erde heran und hat in Österreich von September bis Oktober ihre Haupterntezeit - jetzt schmeckt sie am intensivsten. Sie zählt zu den vielseitigsten Gemüsesorten überhaupt: ideal für die vegane Küche, ob als Salat, Suppe, Smoothie oder Ofengericht.

Warum Rote Bete ein Superfood ist

Die Forschung der letzten Jahre hat beeindruckende Gesundheitsvorteile der Roten Bete nachgewiesen. Eine Meta-Analyse aus 2024 mit 349 Teilnehmenden zeigte, dass der regelmäßige Konsum von Rote-Bete-Saft den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 5,31 mmHg senken kann - ein Effekt, der auf die natürlich enthaltenen Nitrate zurückzuführen ist.

Eine umfassende Umbrella-Review von 2024, die 113 Studien mit über 2.000 Teilnehmenden auswertete, bestätigt: Rote Bete verbessert nicht nur den Blutdruck, sondern auch die Gefäßgesundheit insgesamt. Je länger die Supplementierung und je höher die Dosierung, desto ausgeprägter der Effekt.

Nährwerte auf einen Blick

Rote Bete besteht zu rund 88 % aus Wasser und ist mit 43 Kalorien pro 100 Gramm ausgesprochen kalorienarm.

Nährstoff Pro 100 g Rote Bete
Kalorien 43 kcal
Kohlenhydrate 8,4 g
Ballaststoffe 2,5 g
Kalium 325 mg
Folat 109 µg
Vitamin C 4,9 mg
Nitrat ca. 250 mg

Quelle: EAT SMARTER

Die 4 beliebtesten Rote-Bete-Sorten

Je dunkler die Färbung, desto mehr Antioxidantien stecken in der Knolle - doch auch hellere Sorten haben ihren Reiz.

Sorte Geschmack Besonderheit
Weiße Bete Intensiv, erinnert an Rettich Die Ur-Bete, aus der die farbigen Sorten entstanden sind
Red Ace Klassisch erdig-süß Höchster Betanin-Gehalt, die typische Sorte aus dem Supermarkt
Chioggia Mild, eher süßlich Rote-weiße Ringe, muss kürzer gekocht werden
Burpees Golden Besonders süß Färbt nicht ab, enthält aber weniger Betanin-Antioxidantien

Weiße Bete

Die härteste von der Konsistenz her, mit sehr intensivem Aroma. Oftmals wird sie sogar mit Rettich verwechselt. Sie gilt als die Ur-Bete, aus der die vielen farbigen Sorten über die Jahre entstanden sind.

Red Ace (der Klassiker)

Der Klassiker mit dem höchsten Gehalt des Farbstoffs Betanin. Sie eignet sich besonders gut für die Aufzucht auf dem Balkon und ist die Rote Bete, wie du sie aus dem Supermarkt oder vom Bauernmarkt kennst. Weitere Verwandte sind Rote Kugel und Pablo.

Chioggia

Die wahrscheinlich schönste der Beten: innen mit roten und weißen Ringen, erinnert sie ein bisschen an Batik-Shirts. Sie ist eine alte italienische Sorte, benannt nach der Stadt Chioggia in Venetien. Sie schmeckt mild und eher süßlich und muss nicht so lange gekocht werden wie andere Sorten.

Burpees Golden

Die gelbe Zuchtform der roten Knolle. Sie enthält eine andere Form des Farbstoffs Betalain und schmeckt besonders süß. Bei der Zubereitung hinterlässt sie keine Flecken, was gegenüber der roten Verwandten sehr praktisch ist - enthält aber weniger der wertvollen Betanin-Antioxidantien.

Die gesundheitlichen Vorteile im Überblick

Blutdrucksenkung

Das enthaltene Nitrat wird im Körper zu Stickstoffmonoxid umgewandelt, das die Blutgefäße entspannt. Laut Deutscher Herzstiftung reichen bereits 200-250 ml Rote-Bete-Saft täglich, um messbare Effekte zu erzielen.

Sportliche Leistung

Eine Studie der University of Exeter zeigt, dass Sportler nach 140 ml Rote-Bete-Saft täglich um 3,5 Prozent leistungsfähiger waren und bei hochintensiven Belastungstests zusätzlich eine leicht verbesserte kognitive Funktion zeigten. Das Nitrat verbessert die Sauerstoffaufnahme der Muskeln und sorgt so für bessere Ausdauer.

Antioxidative Wirkung

Die Betalaine - die Farbstoffe, die für das charakteristische Rot verantwortlich sind - wirken als potente Antioxidantien. Laut Sportärztezeitung kann die antioxidative Kapazität von Rote-Bete-Saft die von anderen bekannten Gemüsesäften übertreffen.

Gehirngesundheit

Forschungen deuten darauf hin, dass die verbesserte Durchblutung auch dem Gehirn zugutekommt. Ältere Menschen, die regelmäßig Rote Bete konsumieren, zeigen laut Zentrum der Gesundheit eine verbesserte kognitive Leistungsfähigkeit.

Die Blätter nicht vergessen!

Früher wurden übrigens ausschließlich die Blätter der Roten Bete verwendet. Sie sind nahe mit dem Mangold verwandt und sehen auch ähnlich aus. Geschmacklich ist das Grün der Knolle ähnlich - es enthält aber mehr Magnesium und Kalium als Grünkohl und mehr Folsäure als die Knolle selbst!

Also auf keinen Fall wegwerfen, wenn du die Chance bekommst, deine Rote Bete samt Grün zu bekommen. Einfach direkt als Beilage mitdünsten und genießen.

Vegane Rote-Bete-Rezepte

Genau jetzt zur Saison lohnt es sich, mit der bunten Knolle in der Küche zu experimentieren:

Tipps gegen Rote-Bete-Flecken

Schnelle Abhilfe gegen die hartnäckigen roten Flecken bringen Salz und Zitronensaft. Erst nach dem Einreiben mit Wasser behandeln - wichtig: Das Wasser sollte nur lauwarm sein, da heißes Wasser den Fleck eher noch einbrennt.

Fazit

Rote Bete ist ein echtes Powergemüse für die vegane Ernährung und hat gerade jetzt im Herbst Saison. Die wissenschaftlichen Belege für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften sind überzeugend - von der Blutdrucksenkung über die verbesserte sportliche Leistung bis hin zur antioxidativen Wirkung. Ob roh im Salat, als Saft, gebacken oder in der Suppe: Die bunte Knolle gehört jetzt regelmäßig auf den Teller!

Häufige Fragen

Wann hat Rote Bete in Österreich Saison?
Die Haupterntezeit liegt im September und Oktober, erste Knollen gibt es je nach Sorte schon ab Juli. Gut gelagert ist Rote Bete aus heimischem Anbau bis ins Frühjahr im Handel erhältlich.
Wie viel Rote-Bete-Saft sollte man täglich trinken?
Laut Deutscher Herzstiftung reichen bereits 200 bis 250 ml Rote-Bete-Saft täglich, um einen messbaren Effekt auf den Blutdruck zu erzielen. Wer den erdigen Geschmack zu intensiv findet, mischt den Saft einfach mit Apfel- oder Karottensaft.
Kann man Rote Bete roh essen?
Ja, fein gerieben oder gehobelt schmeckt Rote Bete roh im Salat erdig-süß und behält dabei alle Nährstoffe. Gegart wird sie milder im Geschmack, weicher in der Textur und für manche leichter verdaulich.
Wie entfernt man Rote-Bete-Flecken von Händen und Schneidebrett?
Salz und Zitronensaft lösen die Flecken zuverlässig. Danach nur mit lauwarmem statt heißem Wasser abspülen - heißes Wasser brennt den Farbstoff eher noch tiefer ein.
Kann man die Blätter der Roten Bete auch essen?
Ja, das Blattgrün ist eng mit Mangold verwandt und liefert sogar mehr Magnesium, Kalium und Folsäure als die Knolle selbst. Einfach wie Mangold kurz anbraten oder zur Knolle mitdünsten.
Wie lange ist Rote Bete haltbar?
Roh, ungewaschen und kühl-dunkel gelagert hält sich Rote Bete mehrere Wochen. Gekochte Rote Bete gehört in den Kühlschrank und sollte innerhalb von 4 bis 5 Tagen verzehrt werden.