Pfanne richtig einbrennen

Zuletzt aktualisiert:

Eine eingebrannte Pfanne hält, weil Öl bei hoher Hitze eine harte, gebundene Schicht direkt auf dem Metall bildet - bei Gusseisen dauerhaft, bei Edelstahl nur für eine Kochsession. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, braucht keine Zauberformel mehr, sondern nur das richtige Öl und die richtige Temperatur.

Einbrennen ist eine chemische Reaktion namens Polymerisation

Beim Einbrennen wird eine hauchdünne Ölschicht so stark erhitzt, dass sich die enthaltenen ungesättigten Fettsäuren zu langen, vernetzten Ketten verbinden. Dieser Vorgang heißt Polymerisation und verwandelt das flüssige Öl in eine feste, leicht glänzende Schutzschicht (Lodge Cast Iron). Eisenionen an der Oberfläche von Gusseisen wirken dabei zusätzlich als Katalysator, weshalb Öl auf Gusseisen deutlich gründlicher aushärtet als auf anderen Materialien (GreenPan).

Entscheidend ist die Schichtdicke: Eine molekular dünne Ölschicht polymerisiert vollständig durch, eine dicke Schicht bleibt dagegen klebrig und wird nie richtig hart (Sheryl Canter). Deshalb gilt beim Auftragen immer: so viel Öl wie möglich wieder abwischen, bis die Pfanne fast trocken aussieht.

Gusseisen und Edelstahl brauchen unterschiedliche Methoden

Der wichtigste Unterschied: Gusseisen ist porös und geht mit dem polymerisierten Öl eine dauerhafte Verbindung ein, Edelstahl dagegen ist glatt und nicht porös - die Antihaft-Schicht hält hier nur vorübergehend (Sur La Table).

Merkmal Gusseisen Edelstahl
Wirkung Dauerhaft, baut sich mit jedem Kochen weiter auf Temporär, nur für eine Kochsession
Methode Ofen, 450-500 °F (232-260 °C), 1 Stunde Herdplatte, mittlere Hitze, wenige Minuten
Wiederholung nötig Nur bei Beschädigung Vor jedem Anbraten neu
Empfindlich gegen Spülmaschine, Säure bei neuer Schicht Nichts dauerhaft, Effekt verschwindet ohnehin

Das richtige Öl entscheidet über die Qualität der Schicht

Nicht jedes Öl eignet sich gleich gut. Wichtig sind ein hoher Rauchpunkt und ein hoher Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren:

Gusseisenpfanne in vier Schritten einbrennen

  1. Pfanne mit warmem Wasser und etwas Spülmittel waschen, gründlich abtrocknen und kurz auf der Herdplatte nachtrocknen lassen
  2. Etwa einen halben Teelöffel Öl auf der gesamten Oberfläche verteilen, dann mit einem sauberen Tuch wieder abwischen, bis die Pfanne fast trocken wirkt
  3. Bei 450 bis 500 °F (232 bis 260 °C) für eine Stunde in den Ofen stellen, das Öl beginnt dabei zu rauchen (Lodge Cast Iron)
  4. Ofen ausschalten und die Pfanne darin komplett auskühlen lassen, damit die Schicht langsam durchhärtet

Für eine neue Pfanne lohnen sich 2 bis 3 Wiederholungen dieser Runde, bevor sie im Alltag zum Einsatz kommt.

Edelstahlpfanne temporär einbrennen

Edelstahl braucht keinen Ofen. Die Pfanne 2 bis 3 Minuten bei mittlerer Hitze vorheizen, bis Wassertropfen auf der Oberfläche als kleine Perlen umherrollen. Dann eine dünne Schicht Rapsöl, Traubenkernöl oder Avocadoöl zugeben und erhitzen, bis sie leicht schimmert, aber noch nicht raucht (Sur La Table). Erst danach das Gargut zugeben - der Effekt hält nur für diese eine Mahlzeit.

Typische Fehler beim Einbrennen

Wer Öl, Temperatur und Geduld richtig kombiniert, bekommt eine Pfanne, die mit jedem Kochen besser wird statt schlechter.

Häufige Fragen

Wie oft muss eine Gusseisenpfanne eingebrannt werden?
Eine neue Pfanne profitiert von 2 bis 3 Runden im Ofen, danach baut sich die Schicht bei jedem Kochen mit Öl von selbst weiter auf. Komplett neu einbrennen ist nur nötig, wenn die Schicht durch Rost, Spülmaschine oder starkes Ankratzen beschädigt wurde.
Welches Öl eignet sich am besten zum Einbrennen?
Raffiniertes Rapsöl oder Traubenkernöl gelten als beste Wahl, weil beide einen hohen Rauchpunkt mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren verbinden, die besonders feste Polymerschichten bilden. Leinöl bildet zwar eine sehr harte Schicht, ist wegen seines niedrigen Rauchpunkts aber schwieriger in der Anwendung.
Kann man eine Edelstahlpfanne dauerhaft einbrennen?
Nein. Edelstahl ist im Gegensatz zu Gusseisen nicht porös und geht keine dauerhafte chemische Verbindung mit der Ölschicht ein. Die Antihaft- Wirkung hält nur für die aktuelle Kochsession und muss vor jedem Anbraten neu hergestellt werden.
Warum raucht die Pfanne beim Einbrennen im Ofen?
Das Rauchen zeigt, dass das Öl seinen Rauchpunkt überschritten hat und genau jetzt die Polymerisation beginnt, also die Fettsäureketten sich zu einer festen Schicht vernetzen. Das ist bei diesem Vorgang normal und kein Zeichen für einen Fehler.
Wie erkennt man eine beschädigte Einbrennschicht?
Matte, raue oder fleckig graue Stellen statt einer gleichmäßig dunklen, leicht glänzenden Oberfläche deuten auf fehlende oder abgetragene Seasoning hin. Auch wenn Essen an diesen Stellen plötzlich anhaftet, ist das ein klares Signal zum Nachbrennen.
Darf man Tomatensauce in einer frisch eingebrannten Pfanne kochen?
Besser nicht sofort. Säurehaltige Zutaten wie Tomaten oder Wein können eine noch dünne, frische Schicht angreifen und teilweise wieder lösen. Nach mehreren normalen Kochdurchgängen ist die Schicht stabil genug für säurehaltige Gerichte.
Wie reinigt man eine eingebrannte Pfanne richtig?
Mit warmem Wasser, einer weichen Bürste und wenig oder keiner Seife von Hand abwaschen, sofort trocknen und noch warm dünn mit Öl nachwischen. Spülmaschine, aggressive Reiniger und Stahlwolle zerstören die Schicht und sollten vermieden werden.