Ist Tortilla vegan? Wraps, Tacos und Fladen im Check

20.2.2026

Tortillas sind aus der modernen Küche nicht mehr wegzudenken - ob als Wrap für Mittag, als Grundlage für Tacos oder als knuspriger Chip zum Dippen. Doch sind Tortillas eigentlich vegan? Die gute Nachricht vorweg: Die meisten Tortillas sind tatsächlich pflanzlich!

Die Grundregel: Mais-Tortillas sind (fast) immer vegan

Traditionelle Mais-Tortillas bestehen aus nur drei Zutaten: Maismehl (Masa Harina), Wasser und Salz. Masa Harina ist ein spezielles Maismehl, das durch Einweichen in Kalkwasser (Nixtamalisation) hergestellt wird - ein Prozess, der komplett ohne tierische Produkte auskommt.

Das bedeutet: Wenn du im Supermarkt zu Mais-Tortillas greifst, kannst du in den allermeisten Fällen bedenkenlos zugreifen.

Weizen-Tortillas: Hier wird's komplizierter

Bei Weizen-Tortillas sieht die Sache etwas anders aus. Die Grundzutaten - Weizenmehl, Wasser, Öl, Salz und Backtriebmittel - sind zwar pflanzlich. Doch es gibt einige Zutaten, die Fragen aufwerfen können.

Schmalz (Lard): Das historische Problem

Traditionell wurden Weizen-Tortillas in Mexiko und den USA mit Schweineschmalz (Lard) hergestellt. Laut Tofubud war Schmalz jahrhundertelang das günstigste und verfügbarste Fett für die Tortilla-Herstellung.

Die gute Nachricht: Seit den 1990er Jahren haben die meisten großen Hersteller auf pflanzliche Öle umgestellt. In Europa ist Schmalz in Tortillas heute die absolute Ausnahme.

E471 (Mono- und Diglyceride): Die Grauzone

Ein häufiger Zusatzstoff in Weizen-Tortillas ist E471, auch bekannt als Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren. Laut The Vegan Catalog kann dieser Emulgator sowohl aus pflanzlichen als auch aus tierischen Fetten gewonnen werden.

Die Vegan Society stuft E471 als "potenziell tierisch" ein. In der Praxis wird E471 heute jedoch hauptsächlich aus Pflanzenölen wie Soja-, Raps- oder Palmöl hergestellt.

Tipp: Wenn ein Produkt ein veganes Siegel (V-Label, Veganblume) trägt, ist auch das E471 garantiert pflanzlichen Ursprungs.

Glycerin (E422): Ebenfalls prüfenswert

Glycerin dient in Tortillas als Feuchthaltemittel und kann ebenfalls pflanzlicher oder tierischer Herkunft sein. Bei Produkten ohne Vegan-Kennzeichnung lässt sich die Herkunft oft nur durch Nachfrage beim Hersteller klären.

Beliebte Marken im Vegan-Check

Mission Tortillas

Mission ist eine der weltweit größten Tortilla-Marken. Laut Mission Foods werden in ihren Tortillas keine tierischen Zutaten verwendet - auch die verwendeten Enzyme sind pflanzlichen Ursprungs.

Mission bietet auch eine explizit als "Vegan" gekennzeichnete Protein-Tortilla-Linie mit Erbsenprotein an.

Old El Paso

Old El Paso ist seit Jahrzehnten in Deutschland und Österreich vertreten. Die glutenfreien Tortillas sind laut Verpackung für Veganer geeignet. Bei den klassischen Mehl-Tortillas ist die Herkunft von E471 nicht explizit angegeben - einige Quellen empfehlen daher, bei Unsicherheit auf die Mais-Varianten auszuweichen.

Santa Maria

Die schwedische Marke Santa Maria ist besonders in Skandinavien und Mitteleuropa beliebt. Laut Open Food Facts und Codecheck sind Santa Maria Tortillas als vegan eingestuft und für eine vegane Ernährung geeignet.

Guerrero

In den USA sehr populär: Laut Guerrero werden keine tierischen Produkte verwendet. Die Mais-Tortillas sind zusätzlich glutenfrei.

Siete Foods

Für alle, die glutenfreie Optionen suchen: Siete Foods bietet getreidefreie Tortillas aus Maniok oder Mandeln an - alle explizit vegan und glutenfrei.

Tortillas in österreichischen Supermärkten

BILLA

Die BILLA Soft Tortilla Wraps enthalten laut Zutatenliste Glycerin (E422) und Mono-/Diglyceride (E471). Eine explizite Vegan-Kennzeichnung fehlt. Wer sichergehen möchte, sollte zu Produkten mit V-Label greifen oder beim Kundenservice nachfragen.

BILLA bietet auch Vollkorn Soft Tortilla Wraps an.

SPAR

SPAR führt neben Markenartikeln auch Eigenmarken-Tortillas. Die SPAR Veggie-Linie bietet garantiert vegane Produkte.

Hofer

Bei Hofer gibt es Tortilla Wraps als Eigenmarke. Auch hier gilt: Auf die Zutatenliste achten und bei Unsicherheit nach V-Label-Produkten Ausschau halten.

Achtung bei Restaurants und Imbissen

Während Supermarkt-Tortillas in Europa heute fast immer vegan sind, kann es in Restaurants anders aussehen:

Tortilla vs. Wrap: Gibt es einen Unterschied?

Im deutschsprachigen Raum werden die Begriffe oft synonym verwendet. Streng genommen:

Für die vegane Einschätzung macht das keinen Unterschied: Bei beiden gilt es, die Zutatenliste zu prüfen.

Schnell-Check: Ist diese Tortilla vegan?

Zutat Status
Maismehl, Weizenmehl Vegan
Wasser, Salz Vegan
Pflanzenöle (Raps, Sonnenblume) Vegan
Backtriebmittel (E500, E503) Vegan
E471, E422 (mit V-Label) Vegan
E471, E422 (ohne Label) Nachfragen
Schmalz, Lard, Butterfett Nicht vegan
Molkepulver, Magermilch Nicht vegan

Selbst machen: Die sicherste Option

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, macht Tortillas einfach selbst. Laut Utopia und Texanerin braucht man dafür nur wenige Zutaten:

Für Mais-Tortillas:

Für Weizen-Tortillas:

Teig kneten, ruhen lassen, dünn ausrollen und in einer heißen Pfanne ohne Fett von beiden Seiten backen - fertig!

Fazit: Die meisten Tortillas sind vegan

In Österreich und Deutschland kannst du bei Supermarkt-Tortillas in den allermeisten Fällen bedenkenlos zugreifen. Mais-Tortillas sind praktisch immer vegan, bei Weizen-Tortillas lohnt sich ein kurzer Blick auf die Zutatenliste.

Deine Checkliste:

Mit diesem Wissen steht deinem nächsten Taco Tuesday oder Burrito-Abend nichts mehr im Weg!