Ist Tee vegan? Schwarztee, Grüntee, Kräutertee und mehr im Check

17.2.2026

Eine dampfende Tasse Tee – was könnte veganer sein? Schließlich besteht Tee aus getrockneten Blättern und heißem Wasser. Doch bei aromatisierten Mischungen und manchen Spezialsorten lohnt sich ein genauer Blick auf die Zutatenliste.

Die Grundregel: Pure Tees sind vegan

Die gute Nachricht zuerst: Nicht aromatisierte Schwarztees, Grüntees und Weißtees sind grundsätzlich vegan. Laut Paper & Tea sind "echte" und pure Tees immer pflanzlich, da sie nur geerntet, getrocknet bzw. fermentiert und dann verpackt werden – der Inhalt kommt mit keinen tierischen Zutaten in Berührung.

Das gilt auch für naturbelassene Kräutertees wie Pfefferminze, Kamille oder Fenchel sowie für reine Früchtetees ohne Aromazusätze.

Wo sich tierische Zutaten verstecken

Honig in Teemischungen

Der häufigste nicht-vegane Zusatz in Tee ist Honig. Viele Marken bieten Sorten mit Honig an – erkennbar an Namen wie "Honey Lavender" oder "Manuka Honig".

Beispiele für Tees MIT Honig (nicht vegan):

Sahne- und Karamellaromen

Bei Teesorten mit "Sahne", "Cream" oder "Karamell" im Namen ist Vorsicht geboten. Laut Tee-Handelskontor Bremen können hier Milchprodukte oder tierische Aromen zum Einsatz kommen. Ein Blick auf die Zutatenliste verrät, ob tatsächlich Milchpulver oder pflanzliche Alternativen verwendet werden.

"Natürliche Aromen" – ein Fragezeichen

Der Begriff "natürliche Aromen" auf der Zutatenliste kann theoretisch tierische Quellen einschließen. Die FDA-Definition umfasst sowohl pflanzliche als auch tierische Quellen wie Milch, Eier oder Fleisch.

Die gute Nachricht: Laut Center for Science in the Public Interest sind tierische Aromen wie das oft zitierte Castoreum (Bibergeil) in der modernen Lebensmittelproduktion extrem selten – die USA verbrauchen insgesamt weniger als 130 kg pro Jahr. Für Tee ist es praktisch irrelevant.

Gelatine als Aromahalter

In seltenen Fällen wird Gelatine verwendet, damit Aromen besser an den Teeblättern haften. Laut Paper & Tea kommt dies gelegentlich vor, ist aber nicht Standard.

Der Sonderfall: Oriental Beauty Oolong

Eine Kuriosität für Tee-Kenner: Der taiwanesische Oolong "Oriental Beauty" (Dongfang Meiren) erhält sein charakteristisches Aroma durch kleine Zikaden, die den Zellsaft aus den Teeblättern saugen. Laut Paper & Tea ist dieser spezielle Tee streng genommen nicht vegan – auch wenn die Insekten den Tee nicht direkt kontaminieren.

Beliebte Teemarken im Vegan-Check

Teekanne

Die meisten Teekanne-Produkte sind vegan. Laut Teekanne sind ihre Früchte-Mischungen "von Natur aus laktosefrei, glutenfrei und vegan". Auch der BIO "Hol Dir Kraft" Tee ist explizit als vegan gekennzeichnet. Ausnahme: Sorten mit Honig wie der Organics "Dankeschön" Bio-Früchtetee.

Pukka

Pukka Herbs bietet eine breite vegane Auswahl an – alle Produkte sind Fair-Trade-zertifiziert, bio und glutenfrei. Ausnahmen: Die beiden Manuka-Honig-Sorten (Lemon, Ginger and Manuka Honey sowie Chamomile, Vanilla and Manuka Honey).

Yogi Tea

Laut der Yogi Tea FAQ sind alle Tees vegan mit Ausnahme von drei Sorten: Honey Lavender Stress Relief, Honey Lemon Throat Comfort und Honey Chai Turmeric Vitality. Yogi Tea ist Certified B Corp und Mitglied der Ethical Tea Partnership.

Sonnentor

Der österreichische Traditionshersteller Sonnentor aus dem Waldviertel bietet über 700 Produkte an – alle bio-zertifiziert durch Austria Bio Garantie, frei von Farbstoffen, Konservierungsstoffen und künstlichen Aromen. Die meisten Kräutertees sind vegan, bei einzelnen Honig-Sorten lohnt sich ein Blick auf die Verpackung.

Meßmer

Meßmer kennzeichnet vegane Produkte nicht explizit, aber pure Schwarztees, Grüntees und naturbelassene Kräutertees sind grundsätzlich vegan. Bei aromatisierten Sorten hilft ein Blick auf die Zutatenliste.

So erkennst du veganen Tee

  1. Siegel suchen: Das V-Label oder die Veganblume garantieren vegane Produkte
  2. Zutatenliste lesen: Achte auf Honig, Milchpulver, Sahne, Gelatine
  3. Signalwörter beachten: "Honey", "Cream", "Sahne", "Karamell" im Namen = genauer hinschauen
  4. Pure Tees wählen: Nicht aromatisierte Schwarz-, Grün-, Weiß- und Kräutertees sind fast immer vegan
  5. Bio bevorzugen: Bio-Tees verwenden seltener fragwürdige Zusatzstoffe

Farbstoffe im Tee: Kein Problem

Anders als bei manchen anderen Lebensmitteln sind die Farbstoffe im Tee kein Thema. Laut Imbarex ist der einzige problematische Farbstoff Karmin (E120, aus Läusen gewonnen) – dieser kommt in Tee praktisch nicht vor. Die natürlichen Farben von Früchte- und Kräutertees stammen aus den Pflanzen selbst.

Fazit: Tee ist fast immer vegan

Für Teetrinker in Österreich gibt es wenig Grund zur Sorge: Die überwältigende Mehrheit aller Tees ist vegan. Pure, nicht aromatisierte Tees sind es grundsätzlich – egal ob Schwarztee, Grüntee, Weißtee oder Kräutertee.

Bei aromatisierten Mischungen und Spezialsorten lohnt sich ein kurzer Blick auf die Zutatenliste. Die häufigsten nicht-veganen Zutaten sind Honig und (seltener) Sahne-Aromen. Mit dem V-Label oder der Veganblume auf der Verpackung bist du auf der sicheren Seite.

Tipp: Wenn du unsicher bist, greif zu Bio-Tees von österreichischen Marken wie Sonnentor – hier weißt du genau, was drin ist.