Ist Saft vegan? Apfelsaft, Orangensaft und mehr im Check

18.2.2026

Obst ist pflanzlich, also müsste Fruchtsaft doch automatisch vegan sein, oder? Leider nicht immer. Das Problem liegt oft nicht in den Zutaten selbst, sondern im Herstellungsprozess. In diesem Guide erfährst du alles über vegane und nicht-vegane Säfte – und welche Marken du bedenkenlos kaufen kannst.

Das Gelatine-Problem: Versteckte tierische Produkte

Laut FoodWatch enthält mehr als jeder dritte Apfelsaft "versteckte Tiere". Der Grund: Um naturtrüben Saft zu klären, verwenden viele Hersteller Gelatine aus Schweine- oder Rinderknochen.

Wie funktioniert die Klärung mit Gelatine?

Bei der Klärung wird Gelatine dem Saft zugegeben, wo sie Trübstoffe bindet. Anschließend wird die Gelatine-Trübstoff-Masse herausgefiltert. Das Ergebnis ist ein klarer, optisch ansprechender Saft.

Das Problem: Die Gelatine wird zwar entfernt, aber es kann nicht garantiert werden, dass wirklich 100% davon herausgefiltert wurden – Rückstände können immer bleiben.

Warum steht Gelatine nicht auf der Zutatenliste?

Da Gelatine als "Produktionshilfsstoff" gilt und nicht im Endprodukt verbleiben soll, muss sie nicht deklariert werden. Das bedeutet: Du kannst einem klaren Apfelsaft nicht ansehen, ob bei seiner Herstellung tierische Gelatine zum Einsatz kam.

Welche Säfte sind betroffen?

Am häufigsten wird das Gelatine-Verfahren laut EAT SMARTER bei diesen Saftsorten angewendet:

Naturtrübe Säfte werden oft ohne Klärmittel hergestellt – aber auch hier gibt es leider keine Garantie.

Diese Marken sind vegan

Die gute Nachricht: Viele große Hersteller haben auf vegane Produktion umgestellt. Hier eine Übersicht der wichtigsten Marken:

Happy Day (Rauch) – V-Label zertifiziert

Die österreichische Marke Happy Day von Rauch trägt das V-Label der Veganen Gesellschaft Österreich. 34 verschiedene Sorten wurden zertifiziert. Rauch verwendet ausschließlich mechanische Filtrationsverfahren (Ultrafiltration) ohne Gelatine.

Hohes C, Granini und FruchtTiger

Laut Eckes-Granini werden alle Produkte dieser drei Marken ohne tierische Bestandteile hergestellt. Nach Protesten von FoodWatch hat der Hersteller komplett auf Ultrafiltration umgestellt – die Säfte sind damit vegan.

Rabenhorst und Rotbäckchen

Rabenhorst setzt grundsätzlich keine Gelatine ein. Die Direktsäfte, Muttersäfte, Gemüsesäfte, Smoothies und Nektare sind vegan. Eine Ausnahme: Einige wenige Sorten enthalten Honig – diese sind nicht vegan.

Pfanner

Alle Pfanner-Produkte sind vegan und tragen das entsprechende Gütesiegel. Der Tiroler Hersteller verwendet keine tierischen Produkte bei der Herstellung.

Beckers Bester

Beckers Bester setzt seit Jahren auf ein rein physikalisch-mechanisches Verfahren zur Klärung der Säfte, ohne Verwendung von Gelatine. Das vegane Bio-Sortiment umfasst Direktsäfte aus kontrolliert ökologischem Anbau.

Valensina

Auch Valensina hat auf vegane Produktion umgestellt und verwendet pflanzliche Alternativen oder Ultrafiltration statt Schweinegelatine.

Diese Säfte können problematisch sein

Im FoodWatch-Marktcheck fielen laut Utopia folgende Produkte negativ auf:

Wichtig: Diese Informationen stammen aus dem FoodWatch-Marktcheck. Hersteller können ihre Produktionsweise ändern – im Zweifel direkt beim Hersteller nachfragen.

Weitere versteckte tierische Inhaltsstoffe

Neben Gelatine können laut Swissveg auch diese tierischen Stoffe in Säften vorkommen:

Hausenblase (Isinglass)

Ein Klärmittel aus Fischblasen, das vor allem bei der Wein- und Bierherstellung eingesetzt wird, aber auch bei manchen Säften zum Einsatz kommen kann.

Hühnereiweiß

Wird ebenfalls zur Klärung verwendet, bindet ähnlich wie Gelatine Trübstoffe.

Vitamin D3 aus Lanolin

In manchen angereicherten Säften (z.B. Multivitaminsäfte) wird Vitamin D3 zugesetzt, das aus Schafswollfett (Lanolin) gewonnen werden kann.

Honig

Manche Säfte, besonders im "Wellness"-Bereich, enthalten Honig als Süßungsmittel.

Vegane Alternativen zur Gelatine-Klärung

Moderne Hersteller setzen laut Eaton auf diese veganen Verfahren:

Diese Verfahren liefern die gleiche Klarheit wie Gelatine – ganz ohne tierische Produkte.

So erkennst du vegane Säfte

Auf diese Siegel achten

Naturtrübe Säfte bevorzugen

Naturtrübe Säfte werden oft ohne Klärung hergestellt. Aber Vorsicht: "Naturtrüb" garantiert nicht automatisch "vegan" – im Zweifel beim Hersteller nachfragen.

Bio-Säfte als gute Wahl

Bio-Säfte sind tendenziell häufiger vegan, da ökologisch orientierte Hersteller oft bewusst auf tierische Hilfsmittel verzichten.

Im Zweifel nachfragen

Die meisten Hersteller geben auf Anfrage bereitwillig Auskunft. Viele haben auch FAQ-Bereiche auf ihren Websites.

Vegane Säfte in österreichischen Supermärkten

SPAR

SPAR Österreich führt über 600 vegane Produkte, darunter auch Säfte mit V-Label. Die SPAR Natur*pur Bio-Säfte sind eine gute Wahl.

BILLA

BILLA führt Happy Day, Pfanner und andere zertifizierte vegane Säfte. Achte auf das V-Label am Regal.

Hofer und Lidl

Auch Diskounter bieten vegane Säfte an – die Eigenmarken sind oft preiswerter. Achte auf entsprechende Kennzeichnung.

Fazit: Die meisten Marken sind inzwischen vegan

Die gute Nachricht: Nach den FoodWatch-Protesten haben viele große Hersteller auf vegane Produktion umgestellt. Marken wie Happy Day, Hohes C, Granini, Pfanner, Rabenhorst und Beckers Bester sind sichere Optionen.

Zusammenfassung zum Merken:

  1. Klare Säfte können mit Gelatine geklärt sein – Deklaration nicht vorgeschrieben
  2. Naturtrübe Säfte sind häufiger vegan, aber keine Garantie
  3. V-Label und ähnliche Siegel bieten Sicherheit
  4. Große Marken wie Happy Day, Hohes C, Pfanner sind inzwischen vegan
  5. Im Zweifel beim Hersteller nachfragen oder auf zertifizierte Produkte setzen

Mit diesen Tipps findest du garantiert vegane Säfte für deinen Alltag!