Vegane Zusatzstoffe erkennen: E-Nummern und Zutatenlisten im Überblick

15.2.2026

Wer sich vegan ernährt, kennt das: Im Supermarkt steht man vor dem Regal und studiert die Zutatenliste. Doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, ob ein Produkt wirklich vegan ist. Laut Verbraucherzentrale müssen Hersteller bei Zusatzstoffen, Aromen und Vitaminen bisher nicht angeben, ob sie tierischen Ursprungs sind.

Definitiv tierische E-Nummern

Diese Zusatzstoffe sind immer tierischen Ursprungs und damit nicht vegan:

E-Nummer Name Herkunft
E 120 Karmin Roter Farbstoff aus Schildläusen
E 234 Nisin Konservierungsstoff, Bakterien auf Milch gezüchtet
E 441 Gelatine Aus Knochen/Bindegewebe von Schweinen und Rindern
E 901 Bienenwachs Überzugsmittel aus geschmolzenen Honigwaben
E 904 Schellack Glanzmittel aus Sekret der Lackschildlaus
E 913 Lanolin Fettige Substanz von Wolltieren
E 966 Lactitol Süßungsmittel aus Milchzucker (Lactose)
E 1105 Lysozym Konservierungsstoff aus Hühner-Eiklar

E-Nummern, die tierisch sein können

Bei diesen Zusatzstoffen hängt es vom Hersteller ab – laut PETA ist die Herkunft oft nicht ersichtlich:

E-Nummer Name Hinweis
E 153 Kohlenschwarz Kann tierische Bestandteile enthalten
E 270 Milchsäure Heute meist pflanzlich, aber nicht garantiert
E 322 Lecithin Aus Eigelb oder pflanzlich (z.B. Soja)
E 422 Glycerin Kann aus tierischen Fetten stammen
E 471/472 Speisefettsäure-Ester Fette können tierischen Ursprungs sein
E 620-625 Glutamate Können tierisch fermentiert sein
E 635 Dinatrium-5'-ribonucleotid Pflanzlich oder tierisch möglich
E 640 Glycin Kann aus Gelatine gewonnen werden
E 920 L-Cystein Oft aus Federn und Borsten (Mehlbehandlung)

Die gute Nachricht: Milchsäure ist fast immer vegan

Viele Verunsicherungen ranken sich um E 270 (Milchsäure). Laut ich-lebe-vegan.de wird Milchsäure heute industriell fast ausschließlich aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen. Sie entsteht bei der Fermentation von zucker- oder stärkehaltigen Lebensmitteln durch Mikroorganismen – hat also trotz des Namens nichts mit Kuhmilch zu tun.

"Kann Spuren von ... enthalten"

Diese Kennzeichnung verunsichert viele. Doch sie dient laut Verbraucherzentrale der juristischen Absicherung für Allergiker. "Spuren" bedeutet: Im selben Betrieb werden auch Produkte mit Milch, Ei oder anderen Allergenen hergestellt. Das Produkt selbst enthält diese Zutaten nicht – es könnten nur minimale Partikel durch Kreuzkontamination vorhanden sein.

Für Veganer gilt: Solche Produkte sind prinzipiell vegan, da keine tierischen Zutaten absichtlich verwendet werden.

Versteckte tierische Produkte ohne E-Nummer

Manche tierische Stoffe werden als Hilfsmittel in der Herstellung verwendet und müssen laut Veganesk nicht deklariert werden:

Das V-Label – dein sicherster Wegweiser

Das V-Label ist ein internationales Gütesiegel, das seit 1996 existiert. In Österreich wird es von der Veganen Gesellschaft Österreich vergeben.

So erkennst du es:

Aktuelles 2026: Seit November 2025 gibt es zusätzlich ein Bio-Austria-Vegan-Logo für zertifizierte vegane Bioprodukte aus Österreich. Das V-Label feiert 2026 sein 30-jähriges Jubiläum und erweitert sich verstärkt in den Non-Food-Bereich wie Kosmetik und Waschmittel.

Die besten Apps zum Scannen

Statt jede Zutatenliste mühsam zu lesen, gibt es praktische Apps:

CodeCheck

Der bekannteste Produktscanner im deutschsprachigen Raum. Mit über 27 Millionen Produkten in der Datenbank zeigt die App auf einen Blick, ob ein Produkt vegan ist. Problematische Zutaten werden rot markiert. Mit aktiviertem Vegan-Filter werden alle Produkte mit tierischen Zutaten als ungeeignet markiert. Die Vollversion erfordert ein Abo.

Open Food Facts

Gemeinnütziges Projekt mit vollkommen kostenloser App. Fokus auf Gesundheit und Umweltverträglichkeit.

Food Scan Genius

KI-gestützte App mit personalisierter Inhaltsstoff-Erkennung – gilt 2025 als eine der besten veganen Scanner-Apps.

PETA Veganer Einkaufsguide

Kostenlose App der Tierschutzorganisation, die dabei hilft, vegane Produkte in verschiedenen Supermärkten zu finden.

Fazit: Mit etwas Übung wird es einfach

Das Wichtigste: Das V-Label schafft Sicherheit. Wo kein Label drauf ist, hilft ein Blick auf die E-Nummern-Liste oben. Und für unterwegs sind Scanner-Apps wie CodeCheck oder Open Food Facts unverzichtbare Helfer.

Tipp: Bei unklaren Produkten ohne Label hilft oft eine kurze Anfrage beim Hersteller – viele beantworten Fragen zur veganen Eignung ihrer Produkte schnell und unkompliziert.