Vegane Zusatzstoffe erkennen: E-Nummern und Zutatenlisten im Überblick
Wer sich vegan ernährt, kennt das: Im Supermarkt steht man vor dem Regal und studiert die Zutatenliste. Doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, ob ein Produkt wirklich vegan ist. Laut Verbraucherzentrale müssen Hersteller bei Zusatzstoffen, Aromen und Vitaminen bisher nicht angeben, ob sie tierischen Ursprungs sind.
Definitiv tierische E-Nummern
Diese Zusatzstoffe sind immer tierischen Ursprungs und damit nicht vegan:
| E-Nummer | Name | Herkunft |
|---|---|---|
| E 120 | Karmin | Roter Farbstoff aus Schildläusen |
| E 234 | Nisin | Konservierungsstoff, Bakterien auf Milch gezüchtet |
| E 441 | Gelatine | Aus Knochen/Bindegewebe von Schweinen und Rindern |
| E 901 | Bienenwachs | Überzugsmittel aus geschmolzenen Honigwaben |
| E 904 | Schellack | Glanzmittel aus Sekret der Lackschildlaus |
| E 913 | Lanolin | Fettige Substanz von Wolltieren |
| E 966 | Lactitol | Süßungsmittel aus Milchzucker (Lactose) |
| E 1105 | Lysozym | Konservierungsstoff aus Hühner-Eiklar |
E-Nummern, die tierisch sein können
Bei diesen Zusatzstoffen hängt es vom Hersteller ab – laut PETA ist die Herkunft oft nicht ersichtlich:
| E-Nummer | Name | Hinweis |
|---|---|---|
| E 153 | Kohlenschwarz | Kann tierische Bestandteile enthalten |
| E 270 | Milchsäure | Heute meist pflanzlich, aber nicht garantiert |
| E 322 | Lecithin | Aus Eigelb oder pflanzlich (z.B. Soja) |
| E 422 | Glycerin | Kann aus tierischen Fetten stammen |
| E 471/472 | Speisefettsäure-Ester | Fette können tierischen Ursprungs sein |
| E 620-625 | Glutamate | Können tierisch fermentiert sein |
| E 635 | Dinatrium-5'-ribonucleotid | Pflanzlich oder tierisch möglich |
| E 640 | Glycin | Kann aus Gelatine gewonnen werden |
| E 920 | L-Cystein | Oft aus Federn und Borsten (Mehlbehandlung) |
Die gute Nachricht: Milchsäure ist fast immer vegan
Viele Verunsicherungen ranken sich um E 270 (Milchsäure). Laut ich-lebe-vegan.de wird Milchsäure heute industriell fast ausschließlich aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen. Sie entsteht bei der Fermentation von zucker- oder stärkehaltigen Lebensmitteln durch Mikroorganismen – hat also trotz des Namens nichts mit Kuhmilch zu tun.
"Kann Spuren von ... enthalten"
Diese Kennzeichnung verunsichert viele. Doch sie dient laut Verbraucherzentrale der juristischen Absicherung für Allergiker. "Spuren" bedeutet: Im selben Betrieb werden auch Produkte mit Milch, Ei oder anderen Allergenen hergestellt. Das Produkt selbst enthält diese Zutaten nicht – es könnten nur minimale Partikel durch Kreuzkontamination vorhanden sein.
Für Veganer gilt: Solche Produkte sind prinzipiell vegan, da keine tierischen Zutaten absichtlich verwendet werden.
Versteckte tierische Produkte ohne E-Nummer
Manche tierische Stoffe werden als Hilfsmittel in der Herstellung verwendet und müssen laut Veganesk nicht deklariert werden:
- Wein und Fruchtsäfte: Oft mit Gelatine, Fischblase oder Kasein geklärt
- Essig: Kann mit Gelatine filtriert sein
- Zucker: Manchmal mit Tierkohle gebleicht
- Brot und Backwaren: L-Cystein (E 920) aus Federn oder Haaren
Das V-Label – dein sicherster Wegweiser
Das V-Label ist ein internationales Gütesiegel, das seit 1996 existiert. In Österreich wird es von der Veganen Gesellschaft Österreich vergeben.
So erkennst du es:
- Vegan: Grünes V auf gelbem Hintergrund
- Vegetarisch: Gelbes V auf grünem Hintergrund
Aktuelles 2026: Seit November 2025 gibt es zusätzlich ein Bio-Austria-Vegan-Logo für zertifizierte vegane Bioprodukte aus Österreich. Das V-Label feiert 2026 sein 30-jähriges Jubiläum und erweitert sich verstärkt in den Non-Food-Bereich wie Kosmetik und Waschmittel.
Die besten Apps zum Scannen
Statt jede Zutatenliste mühsam zu lesen, gibt es praktische Apps:
CodeCheck
Der bekannteste Produktscanner im deutschsprachigen Raum. Mit über 27 Millionen Produkten in der Datenbank zeigt die App auf einen Blick, ob ein Produkt vegan ist. Problematische Zutaten werden rot markiert. Mit aktiviertem Vegan-Filter werden alle Produkte mit tierischen Zutaten als ungeeignet markiert. Die Vollversion erfordert ein Abo.
Open Food Facts
Gemeinnütziges Projekt mit vollkommen kostenloser App. Fokus auf Gesundheit und Umweltverträglichkeit.
Food Scan Genius
KI-gestützte App mit personalisierter Inhaltsstoff-Erkennung – gilt 2025 als eine der besten veganen Scanner-Apps.
PETA Veganer Einkaufsguide
Kostenlose App der Tierschutzorganisation, die dabei hilft, vegane Produkte in verschiedenen Supermärkten zu finden.
Fazit: Mit etwas Übung wird es einfach
Das Wichtigste: Das V-Label schafft Sicherheit. Wo kein Label drauf ist, hilft ein Blick auf die E-Nummern-Liste oben. Und für unterwegs sind Scanner-Apps wie CodeCheck oder Open Food Facts unverzichtbare Helfer.
Tipp: Bei unklaren Produkten ohne Label hilft oft eine kurze Anfrage beim Hersteller – viele beantworten Fragen zur veganen Eignung ihrer Produkte schnell und unkompliziert.