Vegane Hausmittel: Heilsame Kräuter für die Erkältungszeit
Winter bedeutet Erkältungszeit. Die kalte, trockene Luft und wenig Sonnenlicht schwächen unser Immunsystem. Zum Glück bietet die Natur eine Reihe von Kräutern, die uns durch diese Jahreszeit helfen können.
Die besten Kräuter bei Erkältung
Kamille: Der Klassiker
Die Kamille (Matricaria recutita) ist wohl das bekannteste Erkältungskraut. Ihre Hauptwirkstoffe Alpha-Bisabolol und Matricin wirken entzündungshemmend und antibakteriell. Laut Forschungsergebnissen steigert regelmäßiger Kamillentee-Konsum den Hippurat-Spiegel im Urin – ein Zeichen für erhöhte antibakterielle Aktivität im Körper.
Wirkung: Entzündungshemmend, beruhigend, krampflösend. Besonders hilfreich bei Halsschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden.
Lindenblüten: Der Schwitztee
Lindenblüten (Tilia sp.) werden seit dem Mittelalter als Hausmittel bei fiebrigen Erkältungen eingesetzt. Ihre schweißtreibende Wirkung wurde in Studien bestätigt: Studienteilnehmende schwitzten nach dem Genuss von Lindenblütentee doppelt so viel wie nach heißem Wasser. Die enthaltenen Flavonoide (Quercitrin, Rutin, Astragalin) wirken entzündungshemmend, die Schleimstoffe lindern trockenen Reizhusten.
Wirkung: Schweißtreibend, hustenreizstillend, beruhigend.
Thymian: Der Hustenlöser
Thymian enthält die Wirkstoffe Thymol und Carvacrol, die in Laborversuchen keimtötende und schleimlösende Eigenschaften zeigten. Das ätherische Öl entspannt die Bronchialmuskulatur und fördert den Abtransport von Schleim aus den Atemwegen.
Wirkung: Schleimlösend, antibakteriell, bronchienerweiternd.
Salbei: Der Rachenheiler
Salbei (Salvia officinalis) wird von der EMA (European Medicines Agency) traditionell bei Heiserkeit, Husten und Halsschmerzen empfohlen. Seine Inhaltsstoffe Thujon, 1,8-Cineol und Kampfer wirken entzündungshemmend und antibakteriell – besonders nützlich bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.
Wirkung: Entzündungshemmend, antibakteriell, adstringierend.
Ingwer: Der Immunstimulator
Neue Forschung des Leibniz-Instituts zeigt, dass der Ingwerscharfstoff -Gingerol weiße Blutkörperchen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Bereits 15 Mikrogramm pro Liter reichen aus – eine Konzentration, die theoretisch durch einen Liter Ingwertee erreichbar ist. Die stimulierten Immunzellen reagierten um etwa 30 Prozent stärker auf bakterielle Infektionen.
Wirkung: Immunstimulierend, wärmend, entzündungshemmend.
Praktische Anwendungen
Lindenblüten-Erkältungsbad
Das perfekte Bad, um richtig durchzuatmen:
- 8 EL Lindenblüten
- 2 Liter kochendes Wasser
Die Lindenblüten mit dem kochenden Wasser übergießen und 15 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Durch ein Sieb ins Badewasser abseihen.
Hinweis: Bei Schwangerschaft oder Herz-Kreislauf-Schwäche solltest du vorsichtig sein, da Kräuterbäder sehr intensiv sind.
Kamillentee für Hals und Magen
- 2 TL Kamillenblüten (im Mörser leicht andrücken)
- 1 Tasse kochendes Wasser
8-10 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Für einen intensiveren Geschmack bis zu 15 Minuten ziehen lassen. Auch für die äußere Anwendung als Gurgellösung geeignet.
Inhalieren mit Kamille
Kamillendampf hilft bei verstopfter Nase und Kopfschmerzen:
- Kamillenextrakt in 1 Liter heißem Wasser verteilen
- 5-10 Minuten inhalieren
- Dreimal täglich wiederholen
Thymian-Salbei-Tee
Die Kombination von Salbei und Thymian kann eine verstärkte Wirkung bei Atemwegserkrankungen entfalten:
- Je 1 TL Thymian und Salbei
- 250 ml kochendes Wasser
- 10 Minuten ziehen lassen
Ingwer-Shot
Ein wärmender Immun-Booster (mehr dazu in unserem Ingwer-Zitronen-Guide):
- 5 cm frischer Ingwer
- Saft einer Zitrone
- 1 TL Agavendicksaft
Ingwer fein reiben, mit Zitronensaft und Süße mischen. Als Shot trinken oder in warmem Wasser auflösen.
Wichtig zu wissen
Diese Kräuter sind Hausmittel, keine Medikamente. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden solltest du ärztlichen Rat einholen. Menschen mit Allergien gegen Korbblütler (Kamille) sollten vorsichtig sein.
Die wissenschaftliche Studienlage zu pflanzlichen Hausmitteln ist oft noch begrenzt – viele Wirkungen wurden hauptsächlich im Labor nachgewiesen. Dennoch haben sich diese Kräuter über Jahrhunderte bewährt und können eine sinnvolle Ergänzung sein.
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