Vegane Milch: Getreidemilch im Vergleich

12.1.2026

Pflanzenmilch aus Getreide gehört zu den beliebtesten veganen Milchalternativen überhaupt. Ob im Kaffee, im Müsli oder zum Backen: Hafermilch, Reismilch und Co. haben längst einen festen Platz in österreichischen Küchen erobert. Aber welche Getreidemilch eignet sich wofür am besten? Und wie unterscheiden sich die verschiedenen Sorten in Geschmack und Nährwert?

Die wichtigsten Getreidemilchsorten im Überblick

Hafermilch: Der Allrounder

Hafermilch hat sich zur beliebtesten Pflanzenmilch entwickelt - und das aus guten Gründen. Sie schmeckt mild-süßlich mit einer angenehm getreidigen Note und schäumt im Kaffee hervorragend. Laut einer umfassenden Studie in Frontiers in Nutrition enthält Hafermilch wertvolle Beta-Glucane - lösliche Ballaststoffe, die nachweislich den Cholesterinspiegel senken können.

Nährwerte pro 240 ml (ungesüßt):

Ideal für: Kaffee und Latte Art, Müsli, Backen, cremige Saucen

Reismilch: Mild und allergenarm

Reismilch ist die allergenfreundlichste Option unter den Pflanzenmilchsorten. Sie schmeckt natürlich süß und sehr mild, fast neutral. Laut Forschungen der McGill University eignet sie sich besonders für Menschen mit Nuss-, Soja- und Glutenunverträglichkeiten.

Wichtig zu wissen: Reismilch hat einen höheren glykämischen Index als andere Pflanzenmilchsorten. Das bedeutet, dass der Blutzucker nach dem Trinken schneller ansteigt. Außerdem enthält Reis natürliche Spuren von anorganischem Arsen - bei normalem Konsum unbedenklich, aber nicht als Hauptgetränk für Kleinkinder geeignet.

Nährwerte pro 240 ml (ungesüßt):

Ideal für: Süße Desserts, Pudding, Milchreis, Smoothies

Dinkelmilch: Nussig-mild

Dinkelmilch bietet einen dezent nussigen Geschmack und liegt geschmacklich zwischen Hafer- und Reismilch. Sie enthält Gluten und ist daher nicht für Menschen mit Zöliakie geeignet.

Nährwerte pro 240 ml (ungesüßt):

Ideal für: Backen, Müsli, herzhafte Gerichte

Getreidemilch vs. Sojamilch: Was sagt die Wissenschaft?

Eine 2024 veröffentlichte Studie im Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics untersuchte 219 verschiedene Pflanzenmilchprodukte. Das Ergebnis: Sojamilch bleibt der Spitzenreiter beim Proteingehalt (7-12 g pro Portion), während Getreidemilch mit durchschnittlich 2-3 g deutlich weniger bietet.

Allerdings haben Getreidemilchsorten andere Vorteile:

Laut Frontiers in Nutrition sollte man verschiedene Pflanzenmilchsorten kombinieren, um ein breites Nährstoffspektrum abzudecken.

Welche Getreidemilch für welchen Zweck?

Für Kaffee und Latte Art

Hafermilch ist der klare Gewinner. Barista-Versionen mit extra Fett schäumen besonders gut und bleiben stabil im heißen Kaffee. Dinkel- und Reismilch flocken leichter aus.

Zum Backen

Alle Getreidemilchsorten eignen sich gut fürs Backen. Hafermilch bringt eine dezente Süße mit, während Dinkelmilch neutraler schmeckt. Für cremige vegane Frühstücksgetränke ist Hafermilch ebenfalls die erste Wahl.

Für Müsli und Porridge

Hier kannst du nach persönlichem Geschmack wählen. Hafermilch verstärkt den Hafergeschmack in deinem Getreidebrei, während Reismilch neutraler bleibt.

Für pikante Gerichte

Dinkelmilch und ungesüßte Hafermilch funktionieren gut in Saucen und Suppen. Reismilch ist oft zu süß für herzhafte Rezepte.

Umweltbilanz: Wie nachhaltig ist Getreidemilch?

Getreidemilch schneidet in der Ökobilanz sehr gut ab. Laut Daten der BBC benötigt die Produktion von einem Liter Hafermilch:

Besonders positiv: Hafer und Dinkel wachsen in Österreich und Deutschland, kurze Transportwege sind also möglich. Achte beim Kauf auf regionale Produkte.

Worauf beim Kauf achten?

  1. Angereicherte Varianten wählen: Kalzium und Vitamin D sind wichtig - achte auf die Nährwerttabelle
  2. Zuckerzusatz prüfen: Ungesüßte Varianten haben deutlich weniger Kalorien
  3. Barista-Version für Kaffee: Enthält mehr Fett für besseres Aufschäumen
  4. Bio-Qualität: Weniger Pestizide, oft besserer Geschmack

Fazit: Welche Getreidemilch ist die beste?

Die beste Getreidemilch gibt es nicht - es kommt auf deinen Verwendungszweck an:

Tipp: Kombiniere verschiedene Pflanzenmilchsorten im Alltag, um von unterschiedlichen Nährstoffprofilen zu profitieren. Für mehr Inspiration schau dir unsere 15 Ideen für ein veganes Frühstück an!

Quellen: