Vegane Milch: Getreidemilch im Vergleich
Pflanzenmilch aus Getreide gehört zu den beliebtesten veganen Milchalternativen überhaupt. Ob im Kaffee, im Müsli oder zum Backen: Hafermilch, Reismilch und Co. haben längst einen festen Platz in österreichischen Küchen erobert. Aber welche Getreidemilch eignet sich wofür am besten? Und wie unterscheiden sich die verschiedenen Sorten in Geschmack und Nährwert?
Die wichtigsten Getreidemilchsorten im Überblick
Hafermilch: Der Allrounder
Hafermilch hat sich zur beliebtesten Pflanzenmilch entwickelt - und das aus guten Gründen. Sie schmeckt mild-süßlich mit einer angenehm getreidigen Note und schäumt im Kaffee hervorragend. Laut einer umfassenden Studie in Frontiers in Nutrition enthält Hafermilch wertvolle Beta-Glucane - lösliche Ballaststoffe, die nachweislich den Cholesterinspiegel senken können.
Nährwerte pro 240 ml (ungesüßt):
- Kalorien: ca. 120
- Protein: 2-3 g
- Ballaststoffe: 2 g
- Kalzium: 350 mg (angereichert)
Ideal für: Kaffee und Latte Art, Müsli, Backen, cremige Saucen
Reismilch: Mild und allergenarm
Reismilch ist die allergenfreundlichste Option unter den Pflanzenmilchsorten. Sie schmeckt natürlich süß und sehr mild, fast neutral. Laut Forschungen der McGill University eignet sie sich besonders für Menschen mit Nuss-, Soja- und Glutenunverträglichkeiten.
Wichtig zu wissen: Reismilch hat einen höheren glykämischen Index als andere Pflanzenmilchsorten. Das bedeutet, dass der Blutzucker nach dem Trinken schneller ansteigt. Außerdem enthält Reis natürliche Spuren von anorganischem Arsen - bei normalem Konsum unbedenklich, aber nicht als Hauptgetränk für Kleinkinder geeignet.
Nährwerte pro 240 ml (ungesüßt):
- Kalorien: ca. 130
- Protein: 1 g
- Kohlenhydrate: 26 g
- Kalzium: 280 mg (angereichert)
Ideal für: Süße Desserts, Pudding, Milchreis, Smoothies
Dinkelmilch: Nussig-mild
Dinkelmilch bietet einen dezent nussigen Geschmack und liegt geschmacklich zwischen Hafer- und Reismilch. Sie enthält Gluten und ist daher nicht für Menschen mit Zöliakie geeignet.
Nährwerte pro 240 ml (ungesüßt):
- Kalorien: ca. 100
- Protein: 2 g
- Kohlenhydrate: 20 g
Ideal für: Backen, Müsli, herzhafte Gerichte
Getreidemilch vs. Sojamilch: Was sagt die Wissenschaft?
Eine 2024 veröffentlichte Studie im Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics untersuchte 219 verschiedene Pflanzenmilchprodukte. Das Ergebnis: Sojamilch bleibt der Spitzenreiter beim Proteingehalt (7-12 g pro Portion), während Getreidemilch mit durchschnittlich 2-3 g deutlich weniger bietet.
Allerdings haben Getreidemilchsorten andere Vorteile:
- Hafermilch punktet mit Beta-Glucanen für die Herzgesundheit
- Reismilch ist die allergenärmste Option
- Alle Getreidemilchsorten haben einen neutraleren Geschmack als Sojamilch
Laut Frontiers in Nutrition sollte man verschiedene Pflanzenmilchsorten kombinieren, um ein breites Nährstoffspektrum abzudecken.
Welche Getreidemilch für welchen Zweck?
Für Kaffee und Latte Art
Hafermilch ist der klare Gewinner. Barista-Versionen mit extra Fett schäumen besonders gut und bleiben stabil im heißen Kaffee. Dinkel- und Reismilch flocken leichter aus.
Zum Backen
Alle Getreidemilchsorten eignen sich gut fürs Backen. Hafermilch bringt eine dezente Süße mit, während Dinkelmilch neutraler schmeckt. Für cremige vegane Frühstücksgetränke ist Hafermilch ebenfalls die erste Wahl.
Für Müsli und Porridge
Hier kannst du nach persönlichem Geschmack wählen. Hafermilch verstärkt den Hafergeschmack in deinem Getreidebrei, während Reismilch neutraler bleibt.
Für pikante Gerichte
Dinkelmilch und ungesüßte Hafermilch funktionieren gut in Saucen und Suppen. Reismilch ist oft zu süß für herzhafte Rezepte.
Umweltbilanz: Wie nachhaltig ist Getreidemilch?
Getreidemilch schneidet in der Ökobilanz sehr gut ab. Laut Daten der BBC benötigt die Produktion von einem Liter Hafermilch:
- 12x weniger Fläche als Kuhmilch
- 5x weniger Wasser als Kuhmilch
Besonders positiv: Hafer und Dinkel wachsen in Österreich und Deutschland, kurze Transportwege sind also möglich. Achte beim Kauf auf regionale Produkte.
Worauf beim Kauf achten?
- Angereicherte Varianten wählen: Kalzium und Vitamin D sind wichtig - achte auf die Nährwerttabelle
- Zuckerzusatz prüfen: Ungesüßte Varianten haben deutlich weniger Kalorien
- Barista-Version für Kaffee: Enthält mehr Fett für besseres Aufschäumen
- Bio-Qualität: Weniger Pestizide, oft besserer Geschmack
Fazit: Welche Getreidemilch ist die beste?
Die beste Getreidemilch gibt es nicht - es kommt auf deinen Verwendungszweck an:
- Hafermilch ist der Allrounder und perfekt für Kaffee
- Reismilch ist ideal bei Allergien und für süße Speisen
- Dinkelmilch bietet einen dezenten Geschmack für Vielseitige
Tipp: Kombiniere verschiedene Pflanzenmilchsorten im Alltag, um von unterschiedlichen Nährstoffprofilen zu profitieren. Für mehr Inspiration schau dir unsere 15 Ideen für ein veganes Frühstück an!
Quellen:
- Frontiers in Nutrition: Nutritional quality of plant-based milk alternatives (2024)
- Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics: Nutrient Content of Plant-Based Milk (2024)
- PMC: Comparison of nutritional composition (2022)
- McGill University: Plant-based alternatives compared to cow's milk (2018)
- PMC: Oat milk evaluation (2023)