Veganer Frühjahrsputz fürs Leben

1.1.2026

Der Jänner ist der perfekte Monat zum Ausmisten. Nicht nur die Wohnung, sondern auch den Kopf, die Gewohnheiten und vielleicht sogar ein paar Beziehungen. Die Wissenschaft zeigt: Ordnung im Außen schafft Ruhe im Innen.

Warum Chaos stresst

Forschungen der Princeton University haben gezeigt: Unordnung überlastet unsere visuelle Wahrnehmung und erschwert die Konzentration. Unser Gehirn liebt Ordnung - ständig arbeitet es daran, unsere Umgebung zu verarbeiten. Ist diese chaotisch, kostet das extra Energie.

Studien belegen, dass Menschen in unaufgeräumten Räumen höhere Cortisol-Werte haben - also mehr Stresshormone. Das wirkt sich auf Schlaf, Stimmung und sogar Essgewohnheiten aus.

Die psychologischen Vorteile des Ausmistens

Weniger Entscheidungsmüdigkeit

Jeden Tag treffen wir tausende kleine Entscheidungen. Wo ist mein Schlüssel? Was ziehe ich an? Welche Tasse nehme ich? Aufgeräumte Umgebungen reduzieren diese Mini-Entscheidungen und geben mentale Energie frei.

Besserer Schlaf

Untersuchungen zeigen, dass Menschen in ordentlichen Schlafzimmern besser und tiefer schlafen. Das Gehirn kann zur Ruhe kommen, wenn die Umgebung keine visuellen Reize mehr sendet.

Erhöhtes Selbstwertgefühl

Das Gefühl, etwas geschafft zu haben, setzt Dopamin frei. Expertinnen bestätigen: Ausmisten hebt die Stimmung, steigert das Selbstvertrauen und verbessert das allgemeine Wohlbefinden.

Die KonMari-Methode: Funken statt Müll

Marie Kondo hat Aufräumen revolutioniert. Ihr Ansatz ist anders: Statt zu fragen "Was soll weg?", fragt sie "Was will ich behalten?"

Die Kategorien

  1. Kleidung - Alles auf einen Haufen, jedes Stück in die Hand nehmen
  2. Bücher - Auch die, die du "irgendwann mal lesen" wolltest
  3. Papiere - Rechnungen, Unterlagen, der Zettel von 2019
  4. Kleinkram - Die Schublade des Grauens
  5. Erinnerungsstücke - Am Ende, wenn du geübt bist

Die Frage

"Macht dieses Ding mich glücklich?" (Japanisch: "Tokimeku" - das Herz höher schlagen lassen)

Wenn nicht: Danke sagen und loslassen.

Aufräumen nach Lebensbereichen

Küche

Die vegane Küche kann schnell überquellen: Gewürze, Vorratsgläser, Küchenhelfer. Frag dich:

Aussortieren und spenden oder recyceln.

Kleiderschrank

Die Faustregel: Was du ein Jahr nicht getragen hast, ziehst du wahrscheinlich nie wieder an. Capsule Wardrobes machen das Leben leichter - weniger Kleidung, mehr Kombinationsmöglichkeiten.

Digital

Auch der digitale Raum braucht Aufmerksamkeit:

Digitale Unordnung belastet genauso wie physische - nur subtiler.

Mentales Ausmisten

Noch wichtiger als Schränke sind Gedanken.

Grübeleien erkennen

Welche Gedanken drehen sich immer wieder im Kreis, ohne zu einem Ergebnis zu führen? Diese "mentalen Kartons" darfst du auch aussortieren.

Beziehungen überdenken

Manchmal sind es nicht Dinge, sondern Menschen, die uns belasten. Das heißt nicht, Freundschaften leichtfertig aufzugeben - aber zu hinterfragen, wer dir Energie gibt und wer sie nimmt.

Verpflichtungen prüfen

Sagst du oft Ja, obwohl du Nein meinst? Jedes Ja zu etwas ist automatisch ein Nein zu etwas anderem - oft zu dir selbst.

Der 15-Minuten-Trick

Überfordert? Dann starte klein. Jeden Tag 15 Minuten Ausmisten - mehr nicht.

Woche 1: Eine Schublade pro Tag
Woche 2: Ein Regalfach pro Tag
Woche 3: Ein Bereich (Bad, Flur, etc.)
Woche 4: Digital aufräumen

In einem Monat hast du über 7 Stunden in Ordnung investiert - ohne dich je überfordert zu fühlen.

Das "Ein Jahr später"-Experiment

Nimm eine Kiste, fülle sie mit Dingen, bei denen du unsicher bist, und beschrifte sie mit dem Datum. Verstau sie außer Sichtweite.

Wenn du nach einem Jahr nichts daraus gebraucht hast - weg damit. Ohne nochmal hineinzuschauen.

Nachhaltiges Ausmisten

Spenden statt wegwerfen

Caritas, Rotes Kreuz, lokale Sozialkaufhäuser nehmen gut erhaltene Dinge gerne an.

Verkaufen

Willhaben, Vinted oder Flohmärkte: Was dir nicht mehr dient, macht anderen Freude.

Upcycling

Manchmal braucht ein Gegenstand nur einen neuen Zweck: Einmachgläser werden Vorratsbehälter, alte T-Shirts werden Putzlappen.

Fazit

Ausmisten ist kein Luxus, sondern Selbstfürsorge. Die Forschung ist eindeutig: Weniger Zeug bedeutet weniger Stress, besseren Schlaf und mehr mentale Klarheit.

Der Jänner ist der perfekte Start. Nicht alles auf einmal, sondern Schritt für Schritt. Schublade für Schublade. Gedanke für Gedanke.

Was könntest du heute loslassen?