Vegane Detox-Säfte: Was die Wissenschaft wirklich sagt

6.1.2026

Gerade nach den Feiertagen oder zum Jahresanfang boomt das Geschäft mit Detox-Produkten und Saftkuren. Aber was sagt die Wissenschaft wirklich dazu? Können vegane Säfte unseren Körper "entgiften" oder ist das nur Marketing?

Die Wissenschaft hinter Detox-Kuren

Laut aktuellen Studien von 2025 gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Juice Cleanses oder Detox-Diäten tatsächlich beim "Entgiften" helfen. Wie Experten der University of Rochester Medicine betonen, ist das Konzept der Entgiftung durch spezielle Diäten ein Mythos. Unser Körper verfügt bereits über hocheffiziente Entgiftungssysteme: Leber und Nieren erledigen diese Arbeit rund um die Uhr, ohne dass sie dabei Unterstützung durch teure Saftkuren benötigen.

Eine umfassende Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2015 kam zu dem Schluss, dass es keine überzeugenden Forschungsergebnisse gibt, die den Nutzen von "Detox"-Diäten zur Gewichtskontrolle oder zur Ausscheidung von Giftstoffen aus dem Körper belegen (Medical News Today). Auch 2017 bestätigte eine weitere Review-Studie diese Erkenntnisse.

Was passiert wirklich bei einer Saftkur?

Wenn du eine vegane Saftkur machst, passiert Folgendes:

  1. Kalorienreduktion: Du nimmst deutlich weniger Kalorien zu dir als normal, was zu kurzfristigem Gewichtsverlust führt.
  2. Flüssigkeitsverlust: Ein Großteil des verlorenen Gewichts ist Wasser, kein Körperfett.
  3. Nährstoffmangel: Dir fehlen wichtige Proteine, Ballaststoffe und gesunde Fette.

Laut Harvard Health kehrt das verlorene Gewicht meist schnell zurück, sobald man wieder normal isst. Zudem warnen Experten vor möglichen Gesundheitsrisiken durch Flüssigdiäten.

Die positiven Aspekte von frischen Säften

Trotz fehlender Detox-Wirkung haben frisch gepresste vegane Säfte durchaus ihre Berechtigung:

Eine Studie im American Journal of Medicine zeigt jedoch, dass der Verzehr von ganzem Obst und Gemüse gesünder ist als Säfte, da die Ballaststoffe erhalten bleiben.

Bessere Alternativen zur Saftkur

Anstatt auf teure Detox-Kuren zu setzen, empfehlen Ernährungsexperten folgende evidenzbasierte Ansätze:

1. Vollwertige vegane Ernährung

Eine Studie des National Center for Complementary and Integrative Health zeigt, dass eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten die körpereigenen Entgiftungssysteme optimal unterstützt.

2. Ausreichend Wasser trinken

Die European Food Information Council empfiehlt mindestens 1,5-2 Liter Wasser täglich für eine optimale Nierenfunktion.

3. Grüne Smoothies statt Säfte

Im Gegensatz zu Säften enthalten Smoothies noch alle Ballaststoffe. Eine Studie aus dem Jahr 2017 (PMC) zeigt positive Effekte von gemüse- und obstbasierten Getränken auf das Darmmikrobiom - allerdings nur bei regelmäßigem Konsum, nicht bei kurzen Kuren.

4. Intervallfasten

Healthgrades berichtet über wissenschaftlich belegte Vorteile des Intervallfastens, das eine gesündere Alternative zu mehrtägigen Saftkuren darstellt.

Risiken von Saftkuren

Die Signos Health Platform warnt vor folgenden Risiken:

Vegane Säfte richtig nutzen

Statt einer radikalen Saftkur kannst du vegane Säfte sinnvoll in deinen Alltag integrieren:

  1. Als Ergänzung: Ein grüner Saft zum Frühstück liefert Extra-Nährstoffe
  2. Nach dem Sport: Rote-Bete-Saft kann die Regeneration unterstützen
  3. Bei Gemüsemuffeln: Säfte helfen, die tägliche Gemüseportion zu erreichen

Fazit: Gesunde Gewohnheiten statt Quick-Fix

Die Wissenschaft ist eindeutig: Detox-Kuren und Juice Cleanses sind keine Wundermittel. Wie das Houston Chronicle zusammenfasst, versprechen Saftkuren viel, können aber die wissenschaftlichen Behauptungen nicht belegen.

Stattdessen solltest du auf bewährte Methoden setzen:

Diese Maßnahmen unterstützen deine körpereigenen Entgiftungssysteme optimal - ganz ohne teure Saftkuren.

Disclaimer: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen oder vor größeren Ernährungsumstellungen solltest du immer ärztlichen Rat einholen.


Quellen: