Ashtanga vs Hot Yoga

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Ashtanga Yoga erzeugt Wärme von innen, durch eine feste Abfolge von Haltungen und kraftvolle Ujjayi-Atmung. Hot Yoga erzeugt sie von außen, durch einen auf bis zu 40 Grad beheizten Raum. Dieser Gegensatz prägt beide Praxen bis ins Detail - von der Raumtemperatur über die Anleitung bis zur körperlichen Wirkung.

Ashtanga und Hot Yoga im direkten Vergleich

Ashtanga folgt einer festen Reihenfolge aus Sonnengrüßen, stehenden und sitzenden Haltungen, die über Vinyasa-Übergänge und den Atem miteinander verbunden werden. Hot Yoga in der klassischen Bikram-Tradition folgt ebenfalls einer fixen Abfolge - 26 Haltungen plus zwei Atemübungen - findet aber in einem auf rund 40 Grad geheizten Raum statt (DoYou).

Merkmal Ashtanga Yoga Hot Yoga
Wärmequelle Innerlich, durch Bewegung und Atem Äußerlich, durch beheizten Raum (ca. 27-40 °C)
Raumtemperatur Zimmertemperatur Bis zu 40 °C, oft 40 % Luftfeuchtigkeit
Sequenz Feste Primary Series, immer gleich Bei Bikram fix (26 Posen + 2 Atemübungen), sonst variabel
Anleitung Praktizierende führen sich zunehmend selbst, Atem als Werkzeug Feste, weltweit einheitliche Ansage bei Bikram
Tempo Fließend, Vinyasa-basiert Haltungen einzeln, mit Pausen zwischen den Posen
Körperlicher Fokus Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit durch Bewegungsfluss Beweglichkeit und Kreislaufbelastung durch Hitze

Woher die Hitze kommt

Im Ashtanga entsteht die sogenannte "innere Feuerung" durch die ununterbrochene Kette an Haltungen, kombiniert mit der hörbaren Ujjayi-Atmung und Drishti, dem fixierten Blickpunkt (DoYou). Der Raum selbst bleibt kühl, die Erwärmung ist rein körperlich.

Hot Yoga dreht das Prinzip um: Der Raum wird aktiv geheizt, damit Muskeln und Gelenke von außen aufgewärmt werden, bevor die eigentliche Praxis beginnt. Klassisches Bikram Yoga hält dabei Temperatur und Luftfeuchtigkeit exakt fest, während der weiter gefasste Begriff "Hot Yoga" je nach Studio auch kühlere Varianten zwischen etwa 27 und 38 Grad umfasst.

Struktur einer typischen Stunde

Eine Ashtanga-Stunde beginnt mit einem Eröffnungsmantra, gefolgt von fünf Runden Surya Namaskara A und B. Es folgen die Standhaltungen, dann eine sitzende Sequenz mit Vorbeugen, Hüftöffnern und Drehungen, bevor die Schlusssequenz mit Umkehrhaltungen, Rückbeugen und Savasana die Stunde beendet (myyogateacher.com). Die gesamte Primary Series dauert je nach Tempo 60 bis 90 Minuten und bildet die erste von insgesamt sechs aufeinander aufbauenden Serien im Ashtanga-System.

Eine klassische Bikram-Stunde dauert konstant 90 Minuten und durchläuft die immer gleichen 26 Haltungen plus zwei Atemübungen, begleitet von einer weltweit einheitlichen, gesprochenen Anleitung. Korrekturen erfolgen verbal statt durch Vormachen, wodurch sich Übende stark auf das eigene Körpergefühl statt auf visuelle Vorbilder verlassen müssen.

Was die Forschung zeigt

Eine Untersuchung der Colorado State University an 19 erfahrenen Bikram-Praktizierenden maß während einer 90-minütigen Stunde eine durchschnittliche Herzfrequenz von rund 160 Schlägen pro Minute und eine Kerntemperatur von 100,3 Grad Fahrenheit - beides im sicheren Bereich. Der tatsächliche Kalorienverbrauch lag bei etwa 460 Kalorien für Männer und 330 für Frauen, deutlich unter älteren Schätzungen von bis zu 1.000 Kalorien (Colorado State University).

Ob die Hitze selbst der entscheidende Faktor ist, bleibt allerdings fraglich: Eine 16-wöchige randomisierte Studie mit 63 Erwachsenen fand keine signifikanten Unterschiede in Blutdruck oder Herzratenvariabilität zwischen Bikram-Gruppe und Kontrollgruppe. Erst bei genauerer Betrachtung der Trainingshäufigkeit zeigten sich bei regelmäßigeren Teilnehmenden Verbesserungen bei diastolischem Blutdruck, Körperfettanteil und BMI (PMC 2017) - ein Hinweis darauf, dass Regelmäßigkeit wichtiger sein könnte als die Raumtemperatur.

Für Ashtanga liegt die Evidenz vor allem im Bereich Kraft und Beweglichkeit: Eine Studie an der SUNY Cortland ließ Teilnehmende drei Monate lang zweimal wöchentlich praktizieren und fand danach signifikante Verbesserungen bei Rumpfbeweglichkeit, Muskelausdauer im Oberkörper und wahrgenommenem Stress (This Yoga Life).

So findest du deinen passenden Stil

Wer sich zuerst einen Überblick über alle gängigen Stile verschaffen möchte, findet ihn in Die verschiedenen Yoga-Stile erklärt. Wer Hot Yoga lieber mit anderen ruhigeren Stilen vergleicht, liest weiter in Restorative Yoga vs Hot Yoga oder Ashtanga vs Iyengar Yoga.

Häufige Fragen

Wird bei Ashtanga Yoga auch geheizt?
In der klassischen Tradition nicht - der Raum bleibt bei Zimmertemperatur, und die Wärme entsteht ausschließlich im Körper selbst, durch die ununterbrochene Abfolge von Haltungen und die kraftvolle Ujjayi-Atmung. Manche moderne Studios bieten zwar "Hot Ashtanga" mit beheiztem Raum an, das ist aber eine Zusatzvariante und kein fester Bestandteil der ursprünglichen Praxis.
Wie heiß ist es bei Hot Yoga wirklich?
Klassisches Bikram Yoga wird bei rund 40 Grad Celsius (105 Grad Fahrenheit) und 40 Prozent Luftfeuchtigkeit unterrichtet. Der Begriff "Hot Yoga" ist offener gefasst und reicht je nach Studio von etwa 27 bis 38 Grad, da hier anders als bei Bikram keine feste Temperatur vorgeschrieben ist.
Ist die Abfolge bei beiden Stilen immer gleich?
Ja, bei Ashtanga wie bei klassischem Bikram-basiertem Hot Yoga ist die Sequenz fix. Die Ashtanga Primary Series folgt immer derselben Reihenfolge aus Sonnengrüßen, stehenden, sitzenden und abschließenden Haltungen ([myyogateacher.com](https://myyogateacher.com/articles/ashtanga-yoga-primary-series-guide)), während Bikram-Stunden 26 Haltungen und zwei Atemübungen in exakt derselben Reihenfolge durchlaufen ([DoYou](https://www.doyou.com/the-differences-and-similarities-between-bikram-and-ashtanga-yoga-48198/)).
Wie viele Kalorien verbrennt eine Hot-Yoga-Stunde?
Eine Messung der Colorado State University an 19 erfahrenen Bikram-Praktizierenden ergab einen tatsächlichen Verbrauch von rund 460 Kalorien bei Männern und 330 Kalorien bei Frauen pro 90-minütiger Einheit - deutlich weniger, als frühere Schätzungen von bis zu 1.000 Kalorien vermuten ließen ([Colorado State University](https://source.colostate.edu/researcher-hot-yoga-yields-fitness-benefits/)).
Muss die Hitze bei Hot Yoga sein, um zu wirken?
Laut Studienlage nicht zwingend. Eine 16-wöchige, randomisierte Vergleichsstudie mit 63 Erwachsenen fand keine signifikanten Unterschiede in Blutdruck oder Herzratenvariabilität zwischen der Bikram-Gruppe und der Kontrollgruppe - regelmäßiges Üben zeigte sich wichtiger als die Raumtemperatur selbst ([PMC 2017](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5399826/)).
Welcher Stil ist anstrengender, Ashtanga oder Hot Yoga?
Beide gelten als körperlich fordernd, aber auf unterschiedliche Weise. Ashtanga fordert durch die ununterbrochene Vinyasa-Verkettung und den Kraftaufbau in Armbalancen, Hot Yoga durch die zusätzliche Belastung des Kreislaufs bei hoher Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. Menschen mit Kreislaufproblemen sollten Hot Yoga eher vorsichtig angehen, während Ashtanga primär Kraft und Beweglichkeit fordert.