Veganer Apfelessig: 7 Anwendungen für Gesundheit und Schönheit

12.2.2026

Naturtrüber Apfelessig ist seit Jahrhunderten ein beliebtes Hausmittel. Doch was sagt die aktuelle Wissenschaft zu den zahlreichen Gesundheitsversprechen? Hier erfährst du, welche Anwendungen wissenschaftlich untersucht wurden – und worauf du achten solltest.

Was steckt in Apfelessig?

Apfelessig entsteht durch doppelte Fermentation: Zunächst vergären Hefen den Fruchtzucker zu Alkohol, dann wandeln Essigsäurebakterien diesen in Essigsäure um. Naturtrüber Apfelessig enthält etwa 5% Essigsäure sowie Pektin, Kalium, Calcium und verschiedene Polyphenole.

Die sogenannte "Essigmutter" – die trüben Schwebstoffe – enthält lebende Bakterienkulturen, die bei der Fermentation entstehen.

7 Anwendungsmöglichkeiten von Apfelessig

1. Blutzucker nach Mahlzeiten

Die am besten untersuchte Wirkung von Apfelessig betrifft den Blutzuckerspiegel. Eine Meta-Analyse aus 2025 in Frontiers in Nutrition analysierte sieben klinische Studien und fand, dass Apfelessig den Nüchternblutzucker signifikant senken kann (durchschnittlich um etwa 22 mg/dL).

Eine weitere klinische Studie aus 2023 zeigte positive Effekte auf Blutzuckerwerte bei Personen mit Typ-2-Diabetes.

Wichtig: Die Studienlage ist noch begrenzt und weitere Forschung notwendig. Bei Diabetes immer ärztlichen Rat einholen!

2. Verdauung und Darmflora

Naturtrüber Apfelessig enthält durch die Fermentation Milchsäurebakterien, denen probiotische Eigenschaften zugeschrieben werden. Die enthaltene Essigsäure kann die Verdauung unterstützen, indem sie den Speichelfluss und die Produktion von Verdauungssäften anregt.

Kritisch zu beachten: Laut DAK-Ernährungsexperten entstehen Essig- und Buttersäure ohnehin während der normalen Verdauung im Darm – und zwar in höherer Konzentration. Die nützlichen Bakterien aus der Essigkultur überleben zudem die Magensäure oft nicht.

3. Saure Rinse für die Haare

Eine der beliebtesten äußeren Anwendungen ist die Apfelessig-Spülung für die Haare. Die Säure kann die Schuppenschicht der Haare zusammenziehen und ihnen so mehr Glanz verleihen.

So geht's:

Achtung: Apfelessig niemals unverdünnt anwenden – das kann zu Reizungen führen!

4. Gesichtswasser bei fettiger Haut

Apfelessig hat einen ähnlichen pH-Wert wie der natürliche Säureschutzmantel der Haut. Verdünnt angewendet kann er bei fettiger Haut die Talgproduktion regulieren.

Rezept:

5. Sodbrennen – ein widersprüchliches Thema

Obwohl Apfelessig sauer schmeckt, wird er traditionell bei Sodbrennen eingesetzt. Die Theorie: Nach der Verstoffwechselung bleiben basische Mineralien wie Kalium übrig.

Wichtig: Bei regelmäßigem Sodbrennen unbedingt ärztlichen Rat suchen! Apfelessig kann bei manchen Menschen Sodbrennen sogar verschlimmern.

6. Fußbad bei müden Füßen

Ein Fußbad mit Apfelessig wird traditionell zur Erfrischung und bei Fußgeruch verwendet. Die antibakteriellen Eigenschaften der Essigsäure können geruchsverursachende Bakterien reduzieren.

Anwendung:

7. Als Zutat in der veganen Küche

Nicht zu vergessen: Apfelessig ist ein hervorragendes Würzmittel! Er verleiht Salatdressings, Marinaden und Saucen eine fruchtig-säuerliche Note und ist natürlich 100% vegan.

Was sagt die Wissenschaft wirklich?

Die zurückgezogene Studie 2024

Wichtig zu wissen: Eine viel beachtete Studie aus 2024 wurde zurückgezogen. Die Studie hatte angeblich dramatische Abnehm-Effekte gezeigt, enthielt aber zahlreiche methodische Fehler.

Realistische Einschätzung

Laut Quarks sind die bisherigen Studien oft von mangelhafter Qualität. Statistisch bedeutsame Effekte bieten nicht automatisch einen tatsächlichen medizinischen Nutzen.

Die Apotheken-Umschau fasst zusammen: "Ausprobieren schadet zwar nicht, große Hoffnungen sollte man sich aber nicht machen."

Worauf du achten solltest

Fazit

Apfelessig ist ein interessantes Hausmittel mit langer Tradition. Für manche Anwendungen gibt es vielversprechende wissenschaftliche Hinweise, besonders im Bereich Blutzuckerregulation. Andere traditionelle Anwendungen sind weniger gut belegt.

Als Teil einer ausgewogenen veganen Ernährung kann Apfelessig eine sinnvolle Ergänzung sein – aber kein Wundermittel. Wer gesund leben möchte, setzt am besten auf die Kombination aus abwechslungsreicher Ernährung, Bewegung und ausreichend Schlaf.

Tipp: Probiere doch mal unser veganes Salatdressing mit Apfelessig!