7 Dinge, mit denen wir das Meer verschmutzen!

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Müll im Meer entsteht selten auf hoher See - fast alles davon stammt aus unserem Alltag an Land. Laut aktuellen Schätzungen gelangen jährlich zwischen 11 und 12,7 Millionen Tonnen Plastik in die Weltmeere, und 80 bis 90 Prozent der Meeresverschmutzung stammen von Land aus - über Kleidung, Kosmetik, Landwirtschaft und Abfall, der über die Kanalisation ins Wasser gelangt. Die gute Nachricht: Bei den meisten dieser Quellen kannst du mit kleinen Umstellungen viel bewirken.

Alltagsquellen der Meeresverschmutzung im Überblick

Quelle Was passiert Was du ändern kannst
Funktionskleidung & Fleece Synthetische Fasern lösen sich beim Waschen als Mikroplastik Naturfasern wie Bio-Baumwolle, Hanf oder Tencel bevorzugen
Shampoo & Duschgel Polyethylen/Polypropylen als Füllstoff, Silikone als "Dimethicone" Naturkosmetik-Siegel prüfen, feste Shampoos testen
Peeling & Kosmetik Mikroplastik-Kügelchen als Peeling-Effekt Peelings mit Zucker oder Kaffeesatz selbst herstellen
Konventionelles Obst & Gemüse Pestizide und Düngemittel gelangen über Flüsse ins Meer Bio-Ware kaufen oder einer Foodcoop beitreten
Zigarettenstummel Celluloseacetat-Filter landen über die Kanalisation im Meer Stummel im Aschenbecher statt auf der Straße entsorgen

Kleidung und Körperpflege als unterschätzte Quellen

Funktionskleidung und Fleece bestehen oft zu einem großen Teil aus Polyester. Beim Waschen lösen sich winzige Fasern, die als Mikroplastik ins Abwasser und von dort oft ungefiltert ins Meer gelangen, wo sie für Meerestiere nicht von Plankton zu unterscheiden sind. Wer auf Naturfasern wie Bio-Baumwolle, Hanf oder Tencel setzt, vermeidet dieses Problem von Anfang an. Auch bei Haarpflege ohne Shampoo lohnt sich ein Blick auf plastikfreie Alternativen.

Bei Peelings und Kosmetika sorgten früher oft feste Plastik-Kügelchen für den peelenden Effekt. Seit 17. Oktober 2023 verbietet die EU-Verordnung 2023/2055 genau diese festen Mikroplastik-Partikel in Rinse-off-Produkten wie Peelings und Duschgels EU-weit. Für Make-up und Lippenpflege gelten dagegen noch Übergangsfristen bis 2035 - ein Blick aufs Etikett bleibt also sinnvoll. Ein selbstgemachtes Zucker-Peeling umgeht das Thema komplett.

Landwirtschaft und Zigaretten belasten das Meer zusätzlich

Konventionell angebautes Obst und Gemüse wird häufig mit stickstoff- und phosphathaltigen Düngemitteln sowie Pestiziden besprüht. Über Boden und Flüsse gelangen diese Stoffe ins Meer und lösen dort Eutrophierung aus - einen Nährstoffüberschuss, der sauerstoffarme "Todeszonen" erzeugt. Laut einer Analyse der Union of Concerned Scientists sind weltweit bereits über 140 solcher Zonen bekannt. Bio-Ware und der Anschluss an eine Foodcoop reduzieren diesen Eintrag spürbar.

Ein Bereich, an den beim Thema Meeresverschmutzung selten gedacht wird, sind Zigarettenstummel. Ihre Filter bestehen aus Celluloseacetat, einem Kunststoff, der Jahre braucht, um sich zu zersetzen. Laut OceanCare sind Zigarettenstummel seit 25 Jahren der am häufigsten gefundene Gegenstand bei internationalen Strandreinigungen. Wer raucht, kann mit einem Taschenaschenbecher schon viel bewirken.

Drei einfache Gewohnheiten machen im Alltag den größten Unterschied:

Dass sich etwas bewegt, zeigt auch The Ocean Cleanup: Die Organisation hat 2025 über 25 Millionen Kilogramm Plastik aus Flüssen und Ozeanen entfernt und will bis 2030 ein Drittel der weltweiten Flussverschmutzung an den größten Eintragsstellen abfangen. Jede plastikfreie Entscheidung im Alltag reduziert zusätzlich, was diese Projekte erst gar nicht mehr auffangen müssen.

Häufige Fragen

Wie viel Plastik landet jedes Jahr im Meer?
Je nach Berechnungsmethode gelangen laut aktuellen Schätzungen zwischen 11 und 12,7 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr in die Weltmeere. Rund 80 bis 90 Prozent davon stammen von Land aus - über Flüsse, Kanalisation und Wind -, nur ein kleinerer Teil entsteht direkt auf See, etwa durch verlorene Fischernetze.
Ist Mikroplastik in Kosmetik in der EU inzwischen verboten?
Teilweise. Seit 17. Oktober 2023 gilt die EU-Verordnung 2023/2055, die feste Mikroplastik-Kügelchen in Peelings und Duschgels sofort verbietet. Für andere Kosmetikprodukte gelten Übergangsfristen bis 2027, 2029 beziehungsweise 2035 - komplett mikroplastikfrei ist die Regalware also noch nicht.
Welche Kleidung verschmutzt beim Waschen das Meer am meisten?
Synthetische Fasern wie Polyester, Fleece und Funktionsgewebe lösen beim Waschen winzige Kunststofffasern, die Kläranlagen nur teilweise herausfiltern können. Naturfasern wie Bio-Baumwolle, Hanf oder Tencel geben dagegen keine Mikroplastikfasern ab.
Warum sind Zigarettenstummel ein Meeresproblem?
Zigarettenfilter bestehen aus Celluloseacetat, einem Kunststoff, der Jahre braucht, um sich zu zersetzen. Weggeworfene Stummel werden vom Regen in die Kanalisation und von dort oft ungefiltert ins Meer gespült - laut Ocean Conservancy sind sie seit 25 Jahren der am häufigsten gefundene Müll bei Strandreinigungen weltweit.
Trägt konventionelle Landwirtschaft wirklich zur Meeresverschmutzung bei?
Ja. Stickstoff- und Phosphatdünger sowie Pestizide gelangen über Boden und Flüsse ins Meer und lösen dort Eutrophierung aus - ein Nährstoffüberschuss, der sauerstoffarme "Todeszonen" erzeugt. Weltweit sind bereits über 140 solcher Zonen bekannt, etwa im Golf von Mexiko und in der Ostsee.
Gibt es schon wirksame Projekte, die Plastik aus dem Meer holen?
Ja. Die Organisation The Ocean Cleanup hat 2025 über 25 Millionen Kilogramm Plastik aus Flüssen und Ozeanen entfernt und damit die Gesamtmenge auf mehr als 45 Millionen Kilogramm gebracht. Ziel ist es, bis 2030 ein Drittel der weltweiten Flussverschmutzung an den größten Eintragsstellen abzufangen.