Kompakt, informativ und farbenfroh illustriert

Machen einem beim Durchblättern des knapp 170 kompakte Seiten umfassenden, auf Recyclingpapier gedruckten Buchs die farbenprächtigen Rezeptideen schon Lust auf mehr, so sind es dennoch die einleitenden Worte der jungen Autorin, die den/die interessierten LeserIn sofort in ihren Bann ziehen. Mit ihrem lockeren Schreibstil vermittelt „die Claudi“ das Gefühl, dass vegane Rohkost nicht einer elitären Gruppe vorbehalten sein muss, die über ausreichend Expertise und sündteure Gerätschaft verfügt, sondern auch für jeden und jede von uns zu einem schmackhaften Erlebnis werden kann.

Gewohnt authentisch gibt „Claudi“ einen Einblick in ihr Leben, erklärt in einem kurzen Kapitel wie und warum sie zur Veganerin wurde und was sie an der rohveganen Ernährung fasziniert. Zudem gibt es einen eigenen Teil zur Vorbereitung bzw. Umstellung und zur Küchenausrüstung. Für die wissenschaftlicheren Seiten über die gesundheitlichen Vorteile einer rohveganen Lebensweise, zur genauen Definition von „roh“ bei verschiedensten Lebensmitteln (übersichtlich dargestellt in einer Tabelle) und bei der Einteilung der verschiedenen Ernährungstypen innerhalb der Rohkostbewegung holt sich die Autorin professionelle Unterstützung von Sonja Reifenhäuser. Geschickt gelöst und allemal interessant – auch für KennerInnen.

Von Gänseblümchen und Cashewkäse

Doch nun zu den Rezepten des Buchs (übrigens erschienen im compassion media Verlag). Klar sind frische Gänseblümchen, sattrote Äpfel, rohe Mandeln und saftige Gurken auch schön anzusehende und schmackhafte Solokünstler. Claudia Renner zeigt aber, dass – wenn man sich ein bisschen mehr Zeit für die Zubereitung lässt – aus den einzelnen Komponenten ein abgerundetes, wohlschmeckendes Ergebnis entstehen kann. Und um eventuellen Farb- bzw. „Knackigkeitsverlust“ beim Kochen muss man sich auch keine Sorgen machen! Vom obligatorischen morgendlichen Smoothie – ein Getränk, das mittlerweile fast schon Kultstatus erreicht hat -, über cremige Aufstriche und Dressings (unser Tipp: Avocadocreme!), dem fast schon plakativen Gänseblümchen-Vorspeisensalat, seitenweise kreativer Salate, bishin zu schokoladigen, fruchtigen oder nussig-süßen Abschlüssen ist in ihrem Buch alles mit dabei!

Obwohl viele der Gerichte wenig Aufwand und Zubereitungszeit bedürfen, mangelt es in „Rohvegan“ auch an raffinierten Zubereitungs- und Rezeptideen nicht: So gibt es statt Sushi Vushi mit gekeimten Quinoa, einen Traum von einer Beerentorte (ja, auch diese ist roh!) und sogar ein Rezept für Cashewkäse. Zuspeisen wie Rohkostcräcker, gedörrte Gemüsechips und selbstgemachte Nussmilch runden den Rezeptteil ab.

Abschließend packt die Autorin noch ein Resümee drauf, in dessen Fazit man sich vielleicht hier und dort wiedererkennt, wenn man sich selbst bereits an der rohveganen Küche versucht hat.

Fotos: Claudia Renner
Fotos: Claudia Renner

Fazit?

Fastenzeit, Frühlingsbeginn, warme Temperaturen – jetzt steigt bei uns allen die Lust auf gesunde, vitalstoffreiche, frische Lebensmittel. Der ideale Zeitpunkt also, um sich von Rohkost anstecken zu lassen und sei es „nur“ von einem grasgrünen Smoothie oder von Nudeln aus Süßkartoffeln und Zucchini als leichtes Abendessen. Wir finden jedenfalls, dass Claudia Renners Buch den optimalen Begleiter für Neulinge der Rohkostküche darstellt, da viele der Rezepte recht schnell und vor allem einfach gelingen. So, wir gehen jetzt mal unser Abendessen pflücken! Und Ihr?